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Hörspieldatenbank

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Titel:
Autor: Thomas von Steinaecker
produziert in: 1974
produziert von: SDR
Laufzeit: 55 Minuten
Regie: Bernadette Sonnenbichler
Inhalt: Für ein Hörspiel führt der Autor Thomas von Steinaecker ein Interview mit dem Synchronsprecher Martin Umbach. Lebensstationen ziehen vorbei, das Scheitern als Schauspieler, der Neuanfang und rasante Aufstieg bei der Filmsynchronisation, von Pavel Chekov in Raumschiff Enterprise bis zu George Clooney. Nach dem Gespräch ist für von Steinaecker klar, dass er bei seinem Hörspiel über Martin Umbach so authentisch wie möglich vorgehen möchte, am liebsten wäre ihm ein Hörspiel in Form eines fiktiven Features. Dafür erfindet er seine eigene Stellvertreterfigur:

Nicole. An seiner Statt begibt nun sie sich auf weitere Recherche über Umbach. Dabei wird sie jedoch immer wieder von ihrer eigenen schwierigen Situation abgelenkt; befindet sie sich doch an einem Wendepunkt ihres Lebens: Sie steht kurz vor einem wichtigen Bewerbungsgespräch, eine feste Stelle bei einer Filmfirma winkt. Aber Nicole hat ein Problem: Sie tut sich immer schwerer, Entscheidungen zu treffen, was zuweilen zu Phasen unvorteilhafter Komplettlähmung führen kann. Und auch Martin Umbach, mit dem sie wegen ihres Features weiter in Kontakt steht, befindet sich in einer Krise. Seit kurzem werden ihm seine wichtigsten Rollen weggenommen, erst George Clooney und nun Russel Crowe. Aber vor allem privat steuert er unweigerlich auf eine Katastrophe zu: Seit Jahren führt er ein heimliches Doppelleben mit seiner jungen Geliebten und dem gemeinsamen Kind in Berlin und mit seiner Familie in München. Nicht nur wird es immer schwieriger zu verhindern, dass sich seine beiden Frauen über den Weg laufen, auch er selbst bringt zunehmend seine Existenzen durcheinander.

Kann Umbach seinem ehemaligen Mentor "Onkel Tobias entkommen, der ihm in einem Alptraum erscheint und lautstark fordert: "Umbach muss weg? Wird sich Nicole rechtzeitig zu einer Entscheidung durchringen können, ehe sich das Fenster auf die Perspektive eines Jobs wieder schließt? Wird Thomas von Steinaecker, der an einem Diktiergerät einen writer`s block zu überwinden versucht, am Ende den rettenden Einfall für seine Figuren haben?
Sprecher:Ulrich Haß
Gudrun Bayer
Christiane Pauli
Manfred Böhm
u.a.
Daten zu Thomas von Steinaecker:geboren: 1977
Vita: Thomas von Steinaecker, geboren 1977, ist Autor von Romanen und Hörspielen, Comicrezensent sowie Regisseur von TV-Dokumentationen. Zu seinen Werken zählen u.a. "Wallner beginnt zu fliegen" (2007), "Schutzgebiet" (2009), "Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen" (2012). BR-Hörspiele sind "Meine Tonbänder sind mein Widerstand" (2007) und "Herzrhythmusgeräusche" (2010, Hörspiel des Monats Mai).
Erstsendung: 05.08.2012
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Titel:
Auszeichnungen (1):Hörspiel des Monats: 11.2011
Autor: Alexander Kluge
produziert in: 1961
produziert von: NDR
Laufzeit: 47 Minuten
Regie: Karl Bruckmaier
Bearbeitung: Karl Bruckmaier
Komponist: Peter Sandloff
Inhalt: Kurze Zeit, bevor das Erdbeben die Nordinsel von Japan um 4 Meter versetzte, der Glockenschlag war bis in die Schweizer Berge zu messen, hatte eine Forschergruppe an der Universität Sendai, die in der gleichen Präfektur wie das AKW Fukushima liegt, festgestellt, dass 1000 Jahre zuvor, nämlich im Jahre 869 n. Chr., bereits ein ähnlich schweres Beben, gefolgt von einem Tsunami stattgefunden hat und das - nach ihren Messungen - alle 1000 Jahre sich ein solches Unglück wiederholt; jetzt seien bereits mehr als 1000 Jahre ins Land gegangen und sie müssten vor dem Großen Beben warnen. Wenige Wochen später erschütterten die Ereignisse in Japan die Welt. Wir Menschen sind auf diesen langen Atem der Natur und auch auf solche plötzliche Gewalt nicht vorbereitet. Es gibt aber menschliche Gemeinwesen und Menschen, die auf die Pranke der Natur achten und auf sie zu antworten wissen. So haben die Holländer ihr Land durch Dämme gegen die mordlustige Nordsee erfolgreich geschützt (so wie sie sich gegen den mörderischen Herzog von Alba verteidigten). Und so sind wir in der Lage, die Zeichen von Fukushima und auch von Tschernobyl wenigstens nachträglich zu lesen.
Sprecher:Carl Wery (Michel Rocheguse)
Eduard Marks (Der alte Pierre)
Lotte Klein (Die alte Annette)
Gudrun Gerlach (Blanche)
Bruno Dietrich (Jean)
Hermann Schomberg (Bürgermeister)
Joseph Dahmen (Griselle)
Kaspar Brüninghaus (Bardou)
Herbert A.E. Böhme (Schuhmacher)
Eva Fiebig (Josephine)
Erich Weiher (Bauer)
Marga Maasberg (Bäuerin)
Paul Schuch (Mann)
Jo Wegener (Frau)
Daten zu Alexander Kluge:geboren: 1931
Vita: Alexander Kluge, geboren 1931 in Halberstadt, ist Jurist, Autor und Filmemacher. Er ist Mitverfasser des Oberhausener Manifests, Mitbegründer des Ulmer Instituts für Filmgestaltung und Vertreter des "Neuen Deutschen Films". Bis Mitte der 80er Jahre veröffentlichte er 14 abendfüllende Spielfilme, vier Bände mit Geschichten sowie diephilosophisch-soziologische Fortsetzung der Kritischen Theorie mit Oskar Negt. Seit 1988 etabliert er Kulturfenster im Privatfernsehen, mit ca. 1500 Stunden Sendezeit durch Gespräche, Musikmagazine, Bilder ohne Worte in neuen TV-Formaten wie "Facts & Fakes". Als Filme sind von ihm u.a. erschienen "Abschied von Gestern" (1966, Silberner Löwe), "Artisten in der Zirkuskuppel - ratlos (1968, Goldener Löwe), "Der starke Ferdinand" (1975/76), "Die Macht der Gefühle" (1983) und "Vermischte Nachrichten" (1986). Folgende literarische Schriften wurden bisher u.a. veröffentlicht: "Die Wächter des Sarkophags - 10 Kahre Tschernobyl" (1996). "Die Lücke, die der Teufel lässt" (2003), "Tür an Tür mit einem anderen Leben" (2006), "Das Labyrinth der zärtlichen Macht. 166 Liebesgeschichten (2009) sowie "Das Bohren harter Bretter. 133 politische Geschichten" (2011). Der Bayrische Rundfunk produzierte als Hörspiele von ihm "Eigentum am Lebenslauf - Das Gesamte im Werk des Alexander Kluge" (mit Andreas Ammer/Console) und "Chronik der Gefühle" (2009, Deutscher Hörbuchpreis 2009).
Hompepage o.ä.: http://www.kluge-alexander.de/
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Titel:
Autor: Arthur Schnitzler
produziert in: 1981
produziert von: HR; NDR
Laufzeit: 87 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Katja Langenbach
Komponist: Peter Zwetkoff
Inhalt: Glaubst du an die Treue? Warum? Warum nicht? Glaubst du, dass du deinen Partner wirklich kennst? Warum hast du geheiratet? Haben Ehe und Leidenschaft etwas miteinander zu tun? Ist es legitim, in einer Beziehung Geheimnisse vor dem anderen zu haben? Die Beziehung von Fridolin und Albertine wird unerwartet von Fragen, Ängsten und Zweifeln erschüttert. Ein Maskenball ist der Auslöser. Ein Fest, bei dem beide ein heftiges erotisches Verlangen in sich entdecken, das in ihrem Ehe-Alltag nicht befriedigt wird. Für beide beginnt eine (alp-)traumhafte Reise durch die Nacht auf der Suche nach dem Kern der Liebe, nach sich selbst und dem anderen. Im Verlauf von zwei rauschhaften Tagen entfernen sie sich maximal voneinander, um sich am Ende wiederzufinden. Arthur Schnitzler untersucht mit seiner 1926 erschienenen Traumnovelle die Gewalt, mit der zurückgehaltene sexuelle Wünsche unvermittelt ans Tageslicht drängen, analysiert den Druck der schwindenden körperlichen Leidenschaft in Langzeitbeziehungen und zeigt die existentielle Krise in der Lebensmitte zweier Menschen, in der die gewonnenen Sicherheiten ihres gemeinsamen Lebens plötzlich brüchig werden. Im Hörspiel werden die in der Erzählung angelegten Schichten von Traum und Realität, männlicher und weiblicher Perspektive, Erinnerung und Gegenwart, Lüge und Wahrheit noch erweitert um zeitgenössische Diskurse über das sexuelle Begehren. Hier kommen sowohl psychologische, soziologische und philosophische Stimmen zu Wort als auch die persönlichen Antworten von Paaren, die über ihren Beziehungsalltag befragt wurden.
Sprecher:Ernst Jacobi (Der Gast)
Nina Skaletz-Danzeisen (Mutter)
Marlen Diekhoff (Patin)
Holger Ungerer (Vater)
Joachim Nottke (Pfarrer)
Günter Strack (Pate)
Wilfried Plate (Gesang)
Peter Lefor (Geige)
Daten zu Arthur Schnitzler:geboren: 15.05.1862
gestorben: 21.10.1931
Vita: Geboren am 15. Mai 1862 in Wien; gestorben am 21. Oktober 1931 in Wien. Sein Vater Johann Schnitzler, aus einer einfachen jüdischen Familie stammend, kam über Budapest nach Wien, heiratete in eine prominente Familie ein und wurde ein angesehener Arzt als Leiter der Allgemeinen Poliklinik. Sein Sohn Arthur besuchte von 1871 bis 1879 das Akademische Gymnasium und studierte ebenfalls Medizin (Promotion 1885). Er arbeitete an der Zeitschrift 'Internationale Klinische Rundschau' mit und interessierte sich schon früh für Psychologie. Als Sekundararzt bei dem Psychiater Theodor Meynert setzte er Hypnose und Suggestion experimentell ein. Anschließend war er bis 1888 Assistent und Sekundararzt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und später Assistent seines Vaters an der Poliklinik, danach eröffnete er eine Privatpraxis, die er mit zunehmender literarischer Tätigkeit immer mehr einschränken mußte, aber nie ganz aufgab. Schnitzler wird häufig als literarisches Pendant Sigmund Freuds bezeichnet. In seinen Dramen und Novellen, die oft die revolutionäre Erzähltechnik des 'Inneren Monologs' verwenden, bringt Schnitzler das Unterbewusstsein seiner Figuren unmittelbar und drastisch zum Vorschein. Aufgrund seiner kompromißlosen Darstellung war Schnitzler immer wieder heftigen Angriffen ausgesetzt; sein Einakterzyklus »Der Reigen« (1900 als Privatdruck) provozierte den Vorwurf der Pornographie und weil er das militärische Ritual des Duells im »Leutnant Gustl« (1899) lächerlich gemacht und damit den militärischen Ehrenkodex verletzt hatte, wurde dem Dichter sein Reserveoffiziersrang als "k.u.k. Oberarzt in Evidenz" aberkannt. Nach der Trennung von seiner Frau Olga 1921 erzog Schnitzler Sohn Heinrich und Tochter Lili alleine. Lilis Selbstmord im Jahr 1928 erschütterte ihn tief. Er starb drei Jahre später an den Folgen eines Gehirnschlags.
Erstsendung: 24.08.2018
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Titel:

ARD Radiotatort (Folge 117)
Autor: Robert Hültner
produziert in: 1955
produziert von: BR
Laufzeit: 65 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Ulrich Lampen
Komponist: Lothar Brühne
Dramaturgie: Katarina Agathos
Inhalt: Eigentlich ist Dienstgruppenleiter Raab nicht so leicht aus der Fassung zu bringen. Als jedoch eine Brucker Bürgerin auf der Wache erscheint und allen Ernstes beteuert, bei einer nächtlichen Fahrt durch ein abgelegenes Waldstück ein Gespenst gesehen zu haben, hegt er Zweifel, ob sein Gegenüber wirklich noch alle Tassen im Schrank hat.

Nur wenige Tage später aber wird die Nacht-Streife zu einem Verkehrsunfall beordert, dessen Verursacher stammelnd berichtet, von einer plötzlich am Waldrand aufgetauchten, in ein weißes Totenhemd gehüllten Frau zu Tode erschreckt worden zu sein. Nun kommen die Brucker Beamten nicht mehr umhin, sich mit diesem bizarren Fall doch ausführlicher zu beschäftigen. Auch, weil längst fantastische Gerüchte umher schwirren, die immer mehr Esoteriker, selbsternannte Parapsychologie-Experten und sensationslüsterne TV-Teams anziehen.

Senta und Rudi haben mit Übersinnlichkeit zwar nichts am Hut, finden aber ebenfalls keine Erklärung für diese rätselhaften Vorgänge. Die Spurensuche vor Ort bleibt ohne Ergebnis. Auch der beiläufig in Erfahrung gebrachte Umstand, dass der Ort der Geister-Sichtung vor etwa zehn Jahren Schauplatz eines tödlichen Verkehrsunfalls war, hilft den Ermittlern zunächst nicht weiter.

Das Blatt wendet sich, als sie sich nach einer weiteren Erscheinung der „Weißen Frau“ auf die Lauer legen, dabei aber keinen Geist, sondern eine Frau aus Fleisch und Blut stellen, die sich mehr als verdächtig verhält.
Sprecher:Hans Nielsen (Dr. Lerche)
Monika Faber (Ina Borgo)
Fritz Benscher (Herausgeber)
Gerd Brüdern (Chefredakteur)
Werner Fink (Volkspräsident)
Trude Hesterberg (Cily)
Wolfgang Büttner (Hauptmann Stralon)
Charles Regnier (Innenminister)
Hans Baur (Kulturminister)
Heinz Leo Fischer (Polizeipräsident)
Ernst Schlott (Politiker)
Ursula Kube (Lydia)
Kurt Marquardt (Viktor)
ergänzender Hinweis: Ton und Technik: Gerhard Wicho, Daniela Röder
Regieassistenz: Stefanie Ramb
Daten zu Robert Hültner:geboren: 1950
Vita: Robert Hültner, geb. 1950 im Chiemgau. Autor, Regisseur, Filmrestaurator. Studium an der Filmhochschule München. Auszeichnungen u.a. Dt. Krimipreis 1996 u. 1998, Friedrich-Glauser-Preis 1998. Kriminalromane: „Walching“ (1993), „Ende der Ermittlungen“ (2007); Theaterstücke: „Schikaneder“ (2004); Autor aller zehn bisherigen ARD Radio Tatorte des BR.
Erstsendung: 13.12.2017
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)ARD Mediathek
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Titel:
Autor: Ergo Phizmiz
produziert in: 1930
produziert von: RRG
Laufzeit: 26 Minuten
Genre: Live-Hörspiel
Regie: Ergo Phizmiz
Komponist: Kurt Weill
Inhalt: "Im Innersten gehört das Kino zur Kosmetikindustrie, zur Industrie der Masken, die ihrerseits nur eine winzige Filiale der Lügenindustrie ist", erkannte Jean-Luc Godard, der schon 1967 das Kino tot gesagt hatte. Bezugnehmend auf diese Worte sammelt Phizmiz Tierlegenden der frühen Jahre Hollywoods in einem Bestiarium, dokumentiert in alphabetischer Reihenfolge die damit verbundenen Lügen und Wahrheiten einer Unterhaltungsindustrie und lässt zugleich spielerisch den Mythos Hollywood wieder aufleben: Mit dem immens großen Elefant aus Pappmaché des Kinopioniers D.W. Griffith oder Laurel & Hardy, die sich vor einem Löwen mit Namen MGM auf ein Klavier retten. Phizmiz entwirft eine phantastische Welt, in der schielende Schildkröten als Orakel für potentielle Filmproduktionen genauso ihren Platz finden wie Charles Gemora, Hollywoods "king of the gorilla men". Ergo Phizmiz beschäftigt sich in seinen Arbeiten vielfach mit den Mythologien vergangener Epochen und der dünnen Linie zwischen Wahrheit und Fiktion. Er behauptet, von der Vorstellung besessen zu sein, Bilder in Klang zu verwandeln und damit etwas Unmögliches heraufzubeschwören. Phizmiz weiß die Suggestiv-Kräfte und Traditionen des Radios zu nutzen, er spielt mit den Elementen des Dialogs, der Collage, der musikalischen Komposition und des Sounddesigns und schafft zahlreiche Querverweise zwischen Film und akustischen Medien: Ausgestattet mit einem Plattenspieler, Megaphon, drei Mikrofonen und einem Klavier, wirft Phizmiz - als Regisseur, Darsteller, MC, DJ - in der Live Performance von Hollywood: A Bestiary die Illusionsmaschine an und geht der Frage Godards nach, was von der Traumfabrik geblieben ist, inwieweit Hollywood nur die Erinnerung an einen abgenutzten Traum ist, der nur noch in den schwarz-weiß Filmen des frühen amerikanischen Kinos zu finden ist. Neben der deutschen und der englischen Sprache, lässt Phizmiz Fakt und Fiktion des frühen 20. Jahrhunderts verschmelzen.

Nicht zuletzt, weil er die alten Hollywoodsoundtracks neu komponiert hat, die er dann in der Radio-Show auflegt.
MusikerRobert Lee (Klavier)
Daten zu Ergo Phizmiz:geboren: 1980
Vita: Ergo Phizmiz wurde 1980 geboren. Nach bewegter Jugend als Opernkomponist und Komiker erregten seine Audiocollagen das Interesse des BBC-DJs John Peel. Phizmiz ist Produzent experimenteller elektronischer Musik, Schriftsteller und bildender Künstler.
Erstsendung: 06.06.2014
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
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Titel:
Autor: Bruno Latour
produziert in: 2000
produziert von: WDR
Laufzeit: 47 Minuten
Regie: Ulrich Lampen
Bearbeitung: Margit Rosen
Übersetzer: Margit Rosen
Inhalt: Die Bewohner der Erde schlafen ruhig, denn sie haben nicht die geringste Vorstellung von dem Planeten, auf dem sie sich befinden. Sie begreifen nicht, wie sehr das, was sie für den festen Rahmen ihrer Existenz halten, ins Taumeln geraten ist. Sie weigern sich, in Erwägung zu ziehen, dass ihre Art die Erde zu bewohnen zu einer ökologischen Krise geführt hat, die vielleicht nur ein kleiner Teil der Menschheit überleben wird. Kosmokoloss. Eine Tragikomödie über das Klima und den Erdball zielt auf diese Kluft zwischen der Größe dieser Krise und der Fähigkeit der Menschen, sie wahrzunehmen, zu fühlen und zu verstehen. Es ist dieser historische Moment der Unsicherheit, in dem sich in einem imaginären Theaterzelt Personen und Ideen aus der politischen Gegenwart und Geschichte sowie Figuren aus der griechischen Mythologie, der heiligen Schrift und der romantischen Literatur versammeln. Die Kontroverse entfaltet sich, als die Erdbewohner aus ihren Träumen erwachen und sich schwerfällig auf den Weg zu einer Baustelle machen, wo sich der Umriss einer riesigen Arche gegen den Himmel abzeichnet: Gab es nicht immer feuchte Sommer und milde Winter? Oder haben wir die Rückkopplungsmechanismen der Erdoberfläche unwiderruflich destabilisiert und Gaia wird uns ertränken wie die Kätzchen? Wie sollen wir mit den Monstern umgehen, die wir erschaffen haben? Was ist Maß aller Dinge, wenn wir es nicht mehr sind? Wie können wir abgesicherte wissenschaftliche Fakten produzieren? Warum schließt sich die wissenschaftliche Debatte nicht? Sollen wir auch ohne absolute Gewissheit handeln? Rasch entsteht auf der Bühne des Theaters die Welt des "Anthropozän", einer Welt, die von einer Spezies beschädigt wurde, deren profanes Ende durch bunte PowerPoint-Präsentationen verkündet wird.

Kosmokoloss ist das erste Theaterstück des französischen Philosophen und Anthropologen Bruno Latour, der sich seit vielen Jahren der Problematik der politischen Ökologie widmet. Auf der Suche nach einer neuen Eloquenz des Politischen ist das Theater eine mögliche Form, die dem Missverhältnis zwischen der Bedeutung der aktuellen Ereignisse und dem engen Repertoire der Empfindungen und Gefühle, mit denen wir auf sie reagieren, begegnet. Die französische Originalversion entstand 2011 in Zusammenarbeit mit Frédérique Ait-Touati und Chloé Latour im Rahmen des Forschungsprojektes Gaia Global Circus.
Sprecher:Ulrich von Bock (Edgar)
Peter Nottmeier (Kellner)
Nina Danzeisen (Madame Wu)
Dirk Bach (Taxifahrer)
Katharina Palm (Li)
Horst Mendroch (Roger)
Christa Strobel (1. Nancy)
Ilse Werner (2. Nancy)
Angelika Bartsch (Rosalyn)
Heinz Walter (Charles Edison)
Matthias Ponnier (Standesbeamter)
Hans Jörg Krumpholz (1. Stimme/1. Reporter)
Daniel Berger (2. Stimme/2. Reporter)
Annette Kurth (Frau)
Tom Zahner (Croupier)
MusikerMichael "Micha" Acher (Trompete)
Daten zu Bruno Latour:Vita: Bruno Latour, geb. 1947 in Beaune, Philosoph, Anthropologe, Soziologe, lehrt an der Science Po, Paris. Werke u.a. Wir sind nie modern gewesen (1998), Das Parlament der Dinge (2001), Iconoclash (2002).
Erstsendung: 06.12.2013
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
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Titel:
Autor: Leonardo Padura
produziert in: 1960
produziert von: NDR; SWF
Laufzeit: 53 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Thomas Leutzbach
Bearbeitung: Barbara Engelmann
Komponist: Johannes Aschenbrenner
Übersetzer: Hans Joachim Hartstein
Inhalt: Im Wald von Havanna wird am 6. August, am Tag der Verklärung Jesu, die Leiche eines Transvestiten gefunden. Es handelt sich um Alexis Ayran, den Sohn eines Diplomaten und Unicef-Botschafters. Bei der Polizei will sich keiner an dem Fall die Finger verbrennen, aber Mario Conde, für sechs Monate zum Erkennungsdienst strafversetzt, ist froh, nicht mehr länger Karteikarten ausfüllen zu müssen und springt ohne zu zögern ein. Seine Ermittlungen führen ihn zu Ayrans Freund Marques, einem exzentrischen und legendären Theaterregisseur, der als Homosexueller in Kuba geächtet wird und ein feines Verwirrspiel mit Conde treibt.
Sprecher:
offen
Gerd Martienzen (Oskar)
Edith Heerdegen (Frau von Bergen)
Eva Bubat (Elisabeth)
Ursula Langrock (Martha)
Edda Seippel (Isolde)
Hermann Lenschau (Klaus)
Solveig Thomas (Irene)
Albert Johannes (Vater)
Ilse Laux (Putzfrau)
Rudolf Fenner (1. Möbelträger)
Heinz Roggenkamp (2. Möbelträger)
Inge Schmidt (Frau Weidlich)
Charlotte Schellenberg (Dora)
Jutta Zech (Frau Schneider/Stimme)
Walter Klam (Christian)
Gerda Schöneich (Frau Gerlach)
Curt Timm (Karl)
Joseph Dahmen (Clemens)
Armas Sten Fühler (Doktor)
Udo Wulff (1. Träger)
Jürgen Brunke (2. Träger)
Helmut Peine (Herr Weidlich)
Manfred Kunst (Ernstchen)
Holger Parten (Joachim)
Klaus Funk (Kinderstimme)
Charlotte Kramm (Irenes Mutter)
Frauke Grund (Frauenstimme)
Gerda Gmelin (Stimme einer Dame)
Ingrid von Bothmer (Frauenstimme)
Erwin Laurenz (Max)
Regine Lamster (Kinderstimme)
Manuel Kiehn (Kinderstimme)
Angelika Baruschke (Kinderstimme)
Andrea Daniel (Kinderstimme)
Barbara Montag (Kinderstimme)
Tini Montag (Kinderstimme)
Beate Sielmann (Kinderstimme)
Gaby Beckmann (Kinderstimme)
Daten zu Leonardo Padura:geboren: 1955
Vita: Leonardo Padura, geboren 1955 in Havanna, wurde mit seinem Romanzyklus "Das Havanna-Quartett" international bekannt. Alle vier Teile hat der WDR 2007 und 2008als Hörspiele produziert. Vielfach ausgezeichnet, liefert Padura mit seinen poetischen Kriminalromanen nicht nur spannende Stoffe, sondern gleichzeitig hervorragende Milieustudien der kubanischen Gesellschaft.
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Titel:
Autor: Laurence Sterne
produziert in: 1982
produziert von: ORF-W
Laufzeit: 29 Minuten
Genre: Historisch; Biografie
Regie: Karl Bruckmaier
Bearbeitung: Karl Bruckmaier
Übersetzer: Michael Walter
Inhalt: Laurence Sternes Tristram Shandy ist ein einzigartiges Werk in der Literaturgeschichte: Erschienen zwischen den Jahren 1759 und 1767, experimentiert Sterne in diesem neunbändigen Roman selbstbewusst mit der Form. In einer Zeit, als der Roman selbst noch nicht klar definiert oder gar etabliert ist, lotet Sterne bereits dessen Grenzen aus, spielt mit der Wirkung auf seine Leser und lässt wie nebenbei fragwürdig erscheinen, wie er überhaupt erzählen kann, wovon er vorgibt, erzählen zu wollen: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Verspricht der Titel nämlich eine wohlgeordnete und fein aufbereitete, womöglich auf ein Ziel hin erzählte Lebensgeschichte, so enttäuscht der Erzähler diese Erwartungen sofort. Eine stringente Biografie beinhalten die neun Bände sicherlich nicht.
Stattdessen prägt den Roman eine assoziative Struktur: Vor und zurück blickt der Erzähler, der sich nicht an eine Chronologie halten mag; ebenso wechselt sein Gestus – von beißender Satire oder einem spöttischen Ton bis zu pathetischen Beschreibungen. Und auch optisch verrät Sternes Roman, dass er sich nicht an das hält, was seine Gattung bisher auszeichnete. Das Vorwort leitet die Geschichte nicht ein, es wird stattdessen nachgereicht, mitten in der Erzählung. Und die wiederum ist gespickt mit Auffälligkeiten: mit Auslassungen, Reihen von Sternchen-Symbolen, oder mit ganzen Kapiteln, die fehlen. Andere Seiten sind dafür ganz in schwarz gehalten, gefüllt mit Druckerschwärze, nicht mit sinnerfüllten Zeichen. All das sind Hinweise darauf, dass die Ordnung hier bewusst gebrochen wird, dass Autor und Erzähler Freigeister sind, die weniger an einer Biografie interessiert sind als an der bis heute bestehenden Frage, ob sich eine solche erzählen lässt. Vom Leben dieses vermeintlichen Protagonisten und Ich-Erzählers, Tristram Shandy, liest man entsprechend wenig – seiner Zeugung wird ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie seiner Geburt, von der erst im dritten Band berichtet wird. Sehr einprägsame und detailreiche Beschreibungen gelten dagegen anderen Figuren: allen voran Tristrams Vater und seinem Onkel Toby – zwei äußerst eigenwillige, bisweilen schrullige Charaktere, die der Erzähler aber nie so sehr dem Lächerlichen preisgibt, dass sie darüber ihre liebenswerte Note verlieren, ganz Karikatur werden.
Nietzsche galt Sterne deshalb als „der freieste Schriftsteller aller Zeiten“, gegen ihn, so schreibt er in Menschliches Allzumenschliches II, seien „alle anderen steif, vierschrötig, unduldsam und bäuerisch-geradezu“. Mit dieser Haltung hat Sterne die Geschichte des Romans geprägt und ist zu einer Instanz für folgende Schriftstellergenerationen geworden. Auch in Deutschland blickten Autoren bewundernd auf den schreibenden Pfarrer aus England und seinen Tristram: Goethe und Zelter etwa tauschten im Briefwechsel ihre Lektüreeindrücke aus, und Lessing ließ sich zu der Aussage bewegen, er würde Sterne gerne fünf seiner Lebensjahre abtreten, wenn dieser sie nur schreibend verbringen wolle. Eine erste Übersetzung ins Deutsche folgte entsprechend früh, 1769. Auf der Übertragung von Michael Walter basiert nun die Bearbeitung für das Radio von Karl Bruckmaier. Dessen Ziel es ist, „den Hörgewohnheiten des 21. Jahrhunderts ebenso Rechnung zu tragen wie den zeitlosen, den klassischen Qualitäten dieses Urtexts aller Genreverletzungen.“
Sprecher:Fritz Lehmann (Erzähler)
Karlheinz Hackl (Sekretär Christian)
Angelica Schütz (Caroline)
Adolf Lukan (1.Freund)
Albert Rolant (2.Freund)
Daten zu Laurence Sterne:geboren: 24.11.1713
gestorben: 18.03.1768
Vita: Laurence Sterne, geb. am 24.11.1713 im irischen Clonmel, Sohn eines Offiziers. 1724 Tod des Vaters, Aufnahme durch seinen Onkel. Studium der Theologie in Cambridge. Ab 1738 Pfarrer in Sutton in der Nähe von York, wo er 20 Jahre als Landgeistlicher arbeitet. 1741 Heirat mit Elisabeth Lumley. 1759 erregt er in York und London mit den ersten beiden Bänden von Tristram Shandy Aufmerksamkeit. 1760 Übersiedlung nach London. Pendeln zwischen London und Coxwold, wo er eine Pfarrei erhält. Zweieinhalbjähriger Aufenthalt in Frankreich, von dem er alleine, ohne seine Frau nach London zurückkehrt. 1765 Reise nach Neapel. Am 18.03.1768 stirbt er in London an Tuberkulose. Werke: The life and opinions of Tristram Shandy (1759–67), Sermons (1760 ff.), Sentimental journey through France and Italy (1768), Letters to his most intimate friends (1775).

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 11.10.2015
Datenquelle(n): dra
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YaGru
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Titel:
Autor: Kai Bleifuß
produziert in: 2014
produziert von: BR; Berlin Documentary Forum, Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Laufzeit: 115 Minuten
Genre: Kurzhörspiel
Regie: Stefanie Ramb
Inhalt: Pinball ist eine Sprachkomposition, eine vielstimmige, spielerische und assoziative kollektive Großstadterzählung, die mit Syntax und Rhythmus überaus präzise arbeitet und so ein Netz an Bezügen webt. Ein formales Experiment und eine radiokünstlerische Herausforderung.
Sprecher:Pauline Boudry
Matthias Haase
Elfriede Jelinek
Christoph Jöde
Lara Körte
Leonhard Koppelmann
Bettina Lieder
Stephanie Metzger
Eva Meyer
Jonas Minthe
Uriel Orlow
Janina Sachau
Samuel Streiff
Katja Strippel
ergänzender Hinweis: Die Namen der Sprecher wurden aus dem Abspann mitgeschrieben.
Daten zu Kai Bleifuß:geboren: 1983
Vita: Kai Bleifuß, geb. 1983. Studium der Neueren deutschen Literatur, Politikwissenschaft und Kunstgeschichte. Promotion über die "Demokratie im Roman der Weimarer Republik". Schrieb 2014 den Roman "Goethes Mörder". Weitere literarische und wissenschaftliche Texte, z. B. für die "horen", "erostepost", "Krautgarten" und das "Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik". Diverse Auszeichnungen, u.a. Kunstförderpreis der Stadt Augsburg, Mieczyslaw-Pemper-Preis sowie Stipendien der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes.
Erstsendung: 27.01.2017
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
vorheriger Treffer 10 von insgesamt 10
Titel:
Auszeichnungen (1):Hörspiel des Monats: 1.2018
Autor: Michael Fehr
produziert von: RIAS
Laufzeit: 29 Minuten
Regie: Kai Grehn
Inhalt: Oben die Stadt, die Zivilisation, unten der Sumpf, das Tal, die Unterwelt, in der Ungeheuerliches geschieht - dieses Setting ist die Welt von Simeliberg. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich Gemeindeverwalter Griese, der von der Sozialhilfebehörde losgeschickt wird, um den Bauern Schwarz aus dem Tal in die Stadt zu holen. Denn die Frau des Bauern ist verschwunden und Gerüchte machen die Runde. Wider seinen Willen wird Griese in Ereignisse verstrickt, die immer undurchsichtiger werden. Der angeblich arme Schwarz zeigt ihm eine Geldkassette mit Bündeln von Geldscheinen. Kurz nachdem der Bauer in der Stadt in Gewahrsam genommen wurde, explodiert sein Haus. Sieben junge Männer kommen dabei um, offenbar haben sie den Bauern als Guru verehrt. Doch als Griese - als Halbdeutscher sowieso kein vollständig anerkanntes Mitglied des sozialen Gefüges - auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, wendet sich die Stimmung im Ort gegen ihn und Unterstellungen werden laut.

Michael Fehrs Roman ist voller Leerstellen, die Leser und Hörer selbst füllen müssen. Die offenen Fragen sind die beabsichtigte Forderung des Autors an die Fantasie seiner Rezipienten. Dabei legt er in seinen rauen Wortskizzen so viele Spuren aus wie nötig, um dem unheimlichen Geschehen in der kleinen Schweizer Stadt zu folgen, bleibt aber in der Ausformulierung so reduziert wie möglich.

Kai Grehns Hörspielinszenierung lässt den Text gewissermaßen wieder in seinen Ursprungszustand zurückkehren: in die gesprochene Sprache. Denn der Autor erstellt seine Werke aufgrund einer Augenkrankheit nicht schreibend, sondern indem er ein Computerprogramm seine Stimme aufzeichnen lässt. Konsequenterweise übernimmt Fehr auch in der Hörspielfassung die Rolle des Erzählers. Mit ganz eigentümlicher Rhythmik löst Fehr das Gleichnis ein, das er an anderer Stelle einmal ausgegeben hat: "Artikulation gleich Perkussion." In seiner Reduziertheit ist dem Text damit ein hohes Maß an Musikalität eigen.

Das Guggisberglied, eine Schweizer Volksweise, in der der titelgebende Simeliberg refrainartig auftaucht, gibt den Ton der Erzählung und auch des Hörspiels an: Düster, melancholisch. "'S isch äben e Mönsch uf Ärde", heißt es darin. Ein Satz, der für Michael Fehr Ausgangspunkt für seinen Roman ist: Wie das Guggisberglied ist auch Fehrs Text eine Geschichte, die von Schuld handelt und vom Geworfensein der Menschen ins Leben und - im Fall von Fehrs Figuren - in dessen Sumpf.
MusikerEnsemble: Muttis Kinder Musiker: Claudia Graue, Marcus Melzwig, Christopher Nell
Daten zu Michael Fehr:geboren: 1982
Vita: Michael Fehr, geboren 1982, in Muri bei Bern aufgewachsen. Studium am Schweizerischen Literaturinstitut und an der Hochschule der Künste Bern (Master in Contemporary Arts Practice). Er ist Schweizer Projektleiter für «Babelsprech» zur Förderung junger deutschsprachiger Dichtung. Buchpublikationen: «Vor der Erlösung», 2013, «Simeliberg» Februar 2014, beide im «Verlag der gesunde Menschenversand». Fehr wurde u.a. ausgezeichnet mit dem BEST - Trächsel-Stipendium zum Berufseinstieg 2012, dem Literaturpreis des Kantons Bern 2013, und dem Kelag-Preis der Klagenfurter Literaturwettbewerbes 2014.
Hompepage o.ä.: http://www.michaelfehr.ch/

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Erstsendung: 20.01.2018
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
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Scriptversion 9.4.0 vom 07.06.2018
1555600594
  • Veröffentlicht
    11. Januar 2015
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