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Hörspieldatenbank

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Titel: Aber sicher!
Autor: Elfriede Jelinek
produziert in: 1986
produziert von: SRF
Laufzeit: 10 Minuten
Regie: Leonhard Koppelmann
Inhalt: (Eine Fortsetzung)

Das Verhältnis ihrer Texte zur Wirklichkeit sei ein kontinuierliches aber undurchschaubares, äußerte Elfriede Jelinek in einem Interview. Die Wirklichkeit sei ein Tier, das immer neben dem Geschriebenen her laufe, es beißen oder sich von ihm streicheln lassen könne. Was davon eintritt, ist nicht planbar. Mit Die Kontrakte des Kaufmanns von 2009 lässt sich die Autorin besonders intensiv auf dieses Verhältnis ein, indem sie das Stück zur Wirtschaftskrise fortschreibt. Noch 2009 entsteht Schlechte Nachrede: Und jetzt? als Epilog zu Die Kontrakte des Kaufmanns. Das dreiaktige Stück Aber sicher! aus dem gleichen Jahr ist eine Fortsetzung. Schließlich bezeichnet Jelinek 2014 den bislang nicht aufgeführten Text Warnung an Griechenland vor der Freiheitals Zusatz zu Die Kontrakte des Kaufmanns. In all diesen Texten zur ökonomischen Krise, die Jelinek im Hörspielprojekt unter dem Titel Wirtschaftskomödiezusammenfasst, manifestiert sich ihr system- und sprachkritisches Anschreiben gegen den Kapitalismus. Die Stücke enthüllen die Krise einer Gesellschaft, die sich in ein System von Gier, Geld und Schuld verstrickt hat und dies nicht sehen will. Ausgangspunkt von Die Kontrakte des Kaufmanns bilden die Skandale um die österreichische Meinl Bank und die österreichische Gewerkschaftsbank BAWAG. 2007 verlieren Kleinanleger durch fragwürdige Finanzgeschäfte dieser Banken einen großen Teil ihres Vermögens. So konkret diese Vorgänge in Jelineks Stück hinein spielen, wie etwa auch der Fall eines österreichischen Familienvaters, der wegen seiner massiven Verschuldung fünf Familienmitglieder erschlug, so chiffriert und überformt werden sie zugleich im literarischen und sprachlichen Verfahren der Autorin. Wirtschaftskomödie entlarvt die Mechanismen der Gier, der Gewinnorientierung und der Verblendung, in die sich Kleinanleger genauso verstricken wie Banker. Es verdeutlicht den virtuelle Charakter des Marktes, in dem Wertschöpfung und der Ursprung von Reichtum oder Produktivität von Arbeit relativ werden und das Sprechen darüber hohl. Zudem vermittelt sich die quasireligiöse Aufladung ökonomischer Zusammenhänge, die nicht mehr hinterfragt, geschweige denn durchdrungen werden. Dabei erweisen sich die für Jelineks Schreiben typischen Sprachspiele als wiederholende Praxis dessen, was in der Wirtschaft passiert, nämlich als Schöpfungsakte aus dem Nichts 
Sprecher:Birgit Steinegger (Erzählerin)
Klaus Degenhardt (Adalbert Foss)
Gabriel Dominik Müller (Andreas Kirschner)
Daten zu Elfriede Jelinek:geboren: 20.10.1946
Vita: Elfriede Jelinek, geb. 1946 in Mürzzuschlag/ Steiermark, aufgewachsen in Wien. Lyrik, Prosa, Theatertexte, Libretti, Drehbücher, Hörspiele. BR-Hörspiele u.a. "Jackie" (2004, Hörspielpreis der Kriegsblinden), "Bambiland" (2005), "Sportchor" (2006), "Ulrike Maria Stuart" (2007), "Bukolit" (2009), "Rechnitz" (2011), "Neid" (2011), "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall".(2013), "Die Schutzbefohlenen" (2014).
Hompepage o.ä.: http://www.elfriedejelinek.com/
Erstsendung: 10.05.2015
Datenquelle(n): dra
letzte Bearbeitung: YaGru (X)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 2 von insgesamt 30
Titel: Coldhaven
Auszeichnungen (3):Hörspiel des Monats: 2.2017
Hörspiel des Jahres: 2017
Hörspielpreis der Kriegsblinden: 2018
Autor: John Burnside
produziert in: 1974
produziert von: WDR
Laufzeit: 49 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Dramaturgie: Manfred Hess
Übersetzer: Bernhard Robben
Inhalt: Ein fiktives schottisches Küstendorf namens Coldhaven ist noch immer im Bann des geheimnisvollen Verschwindens von Eilidh Cameron. Ihre Leiche wurde bisher nicht gefunden. Sie war fünfzehn und wurde zuletzt mit dem 17-jährigen Xander Wilson gesehen, mit dem sie in den Marschen spazieren ging. Eine polizeiliche Untersuchung entlastete Xander. Das geschah vor mehr als einem Jahr. Die Geschichte des Dorfes und des Mädchens erzählt Burnside aus der Perspektive verschiedener Dorfbewohner. Neben Xander, seiner Mutter und seinem Freund Paul sind das der Postbote Paul, der glaubt, um den Tathergang zu wissen, die ehemalige Stadtbibliothekarin und selbst ernannte Dorfchronistin Agnes sowie zwei zu Chören aufgestellte Gruppen des Dorfes: diejenige, die von der Schuld Xanders überzeugt ist, und die, die ihn für unschuldig hält. Alle nehmen aber noch eine weitere Singstimme wahr: Sie ist der Geist von Eilidh. Sie erzählt in ihrem Sprechlied, einem schottischen Volksmärchen folgend, von ihrer befreienden Reise in den Nebel und ihrer Wiedergeburt als Vogel.
Sprecher:Rolf Dieter Brinkmann
MusikerAnother Plus Band (Ensemble)
Daten zu John Burnside:geboren: 1955
Vita: John Burnside, geboren 1955 in Dungermline, Fife/Schottland, gilt als einer der renommiertesten Romanciers und Dichter der britischen Gegenwartsliteratur. In Deutschland wurde er vor allem mit seinen Romanen »Lügen über meinen Vater« (2011) und »Helle Sommernächte« (2012) bekannt. Gedichtbände: »The Light Trap« (2002), dt. 2011 als »Versuch über das Licht«. »Black Cat Bone« (2013). Auszeichnungen: Corinne Literaturpreis 2011, Petrarca Preis 2011, Forward Poetry Preis, T.S. Eliot-Prize 2013. Seit Sommer 2014 lebt er mit seiner Familie als DAAD-Stipendiat in Berlin.
Erstsendung: 16.02.2017
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)SWR
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 3 von insgesamt 30
Titel: Das Ende der Paraden
Autor: Ford Madox Ford
produziert in: 1998
produziert von: SFB; WDR; ORB
Laufzeit: 45 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Übersetzer: Joachim Utz
Inhalt: Ein 7-teiliges Hörspiel.

I. Manche tun es nicht (Teile 1+2)
II. Keine Paraden mehr (Teile 3+4)
III. Der Mann, der aufrecht blieb (Teile 5+6)
VI. Zapfenstreich (Epilog) (Teil 7)

Christopher Tietjens ist ein Held vom alten Schlag, der wohl letzte verbliebene Gentleman im England des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die immer korrupter und unmoralischer werdende Gesellschaft - allen voran seine untreue Ehefrau Sylvia - machen es ihm zu nehmend schwer, seine noblen Ideale von Selbstlosigkeit und Zurückhaltung zu bewahren. So zieht Tietjens in den Ersten Weltkrieg und muss an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen: Als Soldat gegen die Deutschen, als Ehrenmann gegen die Intrigen seiner Frau.

Ford Madox Ford zeichnet mit seiner Tetralogie Das Ende der Paraden das Porträt einer Gesellschaft im Umbruch, vom Viktorianismus hin zur Moderne: Frauen kämpfen um das Recht zu wählen, die Elite verliert sich in Diskussionen um Rang und Namen, die Wirtschaft ist in Schieflage geraten, Ehe und Familie haben durch den allgemeinen Trend zur Untreue an Wert verloren - kurzum: es herrscht Orientierungslosigkeit in allen sozialen Schichten. Diese Orientierungslosigkeit bildet Ford Madox Ford durch seine Erzählweise ab, er vermischt Perspektiven, innere Monologe, Bilder und Erinnerungen, die umherfliegen wie Granatensplitter.

Im ersten Band, "Manche tun es nicht", ist der Rosenkrieg mit seiner Frau Sylvia, die zwischenzeitlich mit einem anderen durchgebrannt war, in vollem Gange.
Da bricht der Erste Weltkrieg aus und Christopher Tietjens meldet sich freiwillig, er flüchtet gleichsam an die Front und lässt die junge Valentine Wannop, in die er sich verliebt hat, zurück, ohne sich mit ihr eingelassen zu haben. Denn Tietjens gehört zu denen, die moralisch integer bleiben wollen, die es eben nicht tun.

"Keine Paraden mehr", der zweite Band, zeigt den Helden dann in Frankreich an der Front, inmitten von Waffenlärm, Schlamm und Blut, während seine Ehefrau sich vor der Presse inszeniert. Erst als ihr klar wird, dass Tietjens sich neu verliebt hat, versucht sie, ihn zu verführen und zurückzugewinnen.

Endgültig und unwiederbringlich zerfällt die alte Ordnung, privat wie gesellschaftlich, mit dem Ende des Krieges, dem Tag des Waffenstillstands, mit dem der dritte Band, "Der Mann, der aufrecht blieb", beginnt. Valentine und Christopher finden sich wieder und müssen nun nach vier Jahren Ausnahmezustand ihre Realität neu zusammensetzen und gestalten.

Als Epilog rekapituliert der vierte Band, "Zapfenstreich", schließlich aus der Sicht vieler verschiedener Figuren in Christopher Tietjens Umfeld, was sich in den vergangenen Jahren ereignet hat. Tietjens lebt zusammen mit Valentine, die ein Kind von ihm erwartet, seinem sterbenden Bruder Mark und dessen französischer Geliebter auf dem Familienanwesen. Der Bruder hat am Tag des Waffenstillstandes beschlossen, nie mehr zu sprechen. Diese Sprachlosigkeit angesichts der inneren und äußeren Umwälzungen des Systems ist symptomatisch für den gesamten Text und für die Zeit, in der er spielt.

Das nicht Gesagte oder nicht Sagbare ist auch die Herausforderung für die siebenteilige Hörspielproduktion, die Klaus Buhlert aus Ford Madox Fords vier Romanbänden inszeniert hat. Die Bruchstücke, Wortfetzen, Eindrücke und Vorstellungen verdichten sich immer wieder zu dynamischen Musiktableaus, die das Kriegsgetöse lautmalerisch hörbar machen, die Leitmotive hervorheben und so ihr eigenes akustisches Bild von Ford Madox Fords Welt zeichnen.
Sprecher:Wolfgang Neuss
Daten zu Ford Madox Ford:vollständiger Name: Ford Hermann Hueffer
geboren: 17.12.1873
gestorben: 26.06.1939
Vita: Ford Madox Ford, eigentlich Ford Hermann Hueffer (* 17. Dezember 1873 in Merton, Surrey, England; † 26. Juni 1939 in Deauville, Calvados, Frankreich) war ein englischer Schriftsteller.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 21.01.2018
Datenquelle(n): dra
dra
dra
dra
dra
dra
dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: caribou (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 4 von insgesamt 30
Titel: Das schweigende Mädchen
Autor: Elfriede Jelinek
produziert in: 1982
produziert von: ORF-OÖ
Laufzeit: 59 Minuten
Regie: Leonhard Koppelmann
Inhalt: Im Anfang war das Wort. Zumindest im Anfang der christlichen Heilsgeschichte wie sie vom Evangelisten Johannes überliefert ist. Das Gegenteil davon, nämlich das Schweigen, steht bei Elfriede Jelinek im Anfang einer pervertierten Heilsgeschichte. Was nicht heißt, dass die Autorin nicht doch beim Wort, bei der Sprache und vielfach Geschriebenem ankommen würde. Seit dem 6. Mai 2013 läuft in München der sogenannte NSU-Prozess, einer der wichtigsten Gerichtsprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dabei geht es um zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde und zwei Sprengstoffanschläge, die der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ zugeschrieben werden. Mehr als zwölf Jahre konnte die Gruppe demnach diese Verbrechen relativ unbehelligt von zuständigen Ermittlern und Behörden ausführen. Vor dem Oberlandesgericht in München steht die mutmaßlich letzte Überlebende dieser Gruppe, Beate Zschäpe, und schweigt. Diejenige, die demzufolge detailliert über die Verbrechen der Gruppe sprechen könnte, verweigert sich, bleibt stumm. Gegen dieses Schweigen setzt Jelinek das Sprechen. Stimmen der Anklage, der Befragung und Abwägung genauso wie Stimmen der Verdrängung, der Beschönigung und Überhöhung. Auf der Grundlage von Prozessprotokollen, Ermittlungsakten, Medienberichten, mythologischen und religiösen Motiven entfaltet Jelinek ein Jüngstes Gericht, in dem sich Perspektiven überlagern, die Geschichte der Zwickauer Zelle zur Erzählung über zwei tote Erlöser und die sie gebärende schweigende Jungfrau und zur Antithese der biblischen Heilsgeschichte wird. Ein Tribunal gegen das Schweigen, das Nicht-Wissen, das Wegschauen, das sich zugleich selbst entlarvt als verstrickt in dieses Nicht-Wissen und Wegschauen. Zu Wort kommen ein vielstimmiges Volk, verkündende Engel, unwissende Propheten, ein fragender Richter, der Menschensohn, die Jungfrau Maria und Gott höchst selbst. Dazwischen auch die Stimme der Autorin, die anklagt, spricht und schreibt, aber „die Wahrheit schon gar nicht“. Allesamt treten sie vor, um eine Geschichte zu befragen, in der sich Nicht-Wissen und Wissen-Wollen unheilvoll verschränken und deren Wurzeln weit ins Unbewusste der deutschen Seele hineinreichen.

„Wenn ihr dran bleibt an meinem Wort, dann müsst ihr womöglich noch meine Jünger werden, nein, das seid ihr noch nie, diese Gefahr besteht nicht, eine andre Gefahr besteht, dass ihr nämlich die Wahrheit erkennen werdet und die Wahrheit euch freimachen wird, wie die Jungfrau die Briefe mit Marken freigemacht hat. So frei! Freier geht’s nicht. Aber von mir könnt ihr sowas nicht erwarten. Ich schreibe keine Briefe mehr und die Wahrheit schon gar nicht.“ (Elfriede Jelinek)
Sprecher:Peter Pasetti
Elisabeth Schwarz
Daten zu Elfriede Jelinek:geboren: 20.10.1946
Vita: Elfriede Jelinek, geb. 1946 in Mürzzuschlag/ Steiermark, aufgewachsen in Wien. Lyrik, Prosa, Theatertexte, Libretti, Drehbücher, Hörspiele. BR-Hörspiele u.a. "Jackie" (2004, Hörspielpreis der Kriegsblinden), "Bambiland" (2005), "Sportchor" (2006), "Ulrike Maria Stuart" (2007), "Bukolit" (2009), "Rechnitz" (2011), "Neid" (2011), "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall".(2013), "Die Schutzbefohlenen" (2014).
Hompepage o.ä.: http://www.elfriedejelinek.com/
Erstsendung: 11.09.2015
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 5 von insgesamt 30
Titel: Der arme Spielmann
Autor: Franz Grillparzer
produziert in: 1993
produziert von: RIAS
Laufzeit: 90 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Peter Kaizar
Bearbeitung: Brita Kettner
Inhalt: 1848 erscheint die Erzählung "Der arme Spielmann", an der Franz Grillparzer fast 20 Jahre gearbeitet hat und in der er sich mit Musik, Künstlerdasein und dem Scheitern bürgerlicher Existenz auseinandersetzt. Ein Schlüsselwerk, das seine kenntnisreiche Liebe zur Musik, er spielte Klavier und Geige und bewunderte das Genie Schuberts, ebenso wie tragische Facetten und Brüche seines Lebens nachzeichnet. "Es gibt keinen zweiten großen Dichter, der sich so liebevoll und ernstlich mit der Musik befasst, so tiefe Blicke in ihr Wesen getan hätte, wie Grillparzer" urteilt der einflussreiche Musikkritiker Eduard Hanslik.

Bei einem Kirchweihfest in der Brigittenau wird der Erzähler der Geschichte auf Jakob, einen Geiger, aufmerksam und erfährt seine tragische Lebensgeschichte. Die Musik, das Geigenspiel ist für Jakob Herausforderung, Zuflucht und Trost. Als er, Sohn eines strengen und ehrgeizigen Vaters bei einer Prüfung versagt, wird er von der Familie entfernt, verliebt sich wenig später in Barbara. Die Erbschaft des Vaters eröffnet beiden eine gemeinsame Zukunft, doch Jakob wird um sein Vermögen betrogen. Barbara heiratet einen Fleischer. Jakob bleibt mit seiner Geige verarmt und vereinsamt zurück. Eine Überschwemmung verwüstet die Stadt und wird auch für den Spielmann schicksalshaft.

Ein Lied, "Der Leiermann" aus Schuberts Winterreise, verbindet in diesem von Peter Kaizar inszenierten Hörspiel die unglückliche Liebesgeschichte Jakobs mit der existenziellen Suche nach dem Universum der Musik.
MusikerToni Burger (Geige) Peter Kaizar (Keyboards)
Daten zu Franz Grillparzer:geboren: 15.01.1791
gestorben: 21.01.1872
Vita: Franz Grillparzer (* 15. Januar 1791 in Wien; † 21. Januar 1872 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller, der vor allem als Dramatiker hervorgetreten ist. Aufgrund der identitätsstiftenden Verwendung seiner Werke, vor allem nach 1945, wird er auch als österreichischer Nationaldichter bezeichnet.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 17.11.2018
Datenquelle(n): ORF
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 6 von insgesamt 30
Titel: Der ewige Spießer
Autor: Ödön von Horváth
produziert in: 1963
produziert von: RB
Laufzeit: 52 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Bernadette Sonnenbichler
Bearbeitung: Katarina Agathos; Bernadette Sonnenbichler
Inhalt: "Es soll nun versucht werden, in Form eines Romans einige Beiträge zur Biologie dieses werdenden Spießers zu liefern. Der Verfasser wagt natürlich nicht zu hoffen, daß er durch diese Seiten ein gesetzmäßiges Weltgeschehen beeinflussen könnte, jedoch immerhin."
Aus: Der ewige Spießer

Wandlungsgeschichten
Es sind Wandlungsgeschichten unter dem Einfluss der Zeit, die Ödön von Horváth in seinem dreiteiligen Roman Der ewige Spießer erzählt. Im München des Jahres 1929 ist der Erste Weltkrieg noch nicht lange vorbei. Die Wirtschaftskrise macht sich im Alltag bemerkbar und radikale rechte wie linke Ideologien breiten sich aus.

Durchschnittsmenschen
Dazwischen Durchschnittsmenschen wie Alfons Kobler, Anna Pollinger und Josef Reithofer. Teil 1: Herr Kobler wird Paneuropäer. Als er im Schellingsalon seinen Freunden von einer Reise zur Weltausstellung in Barcelona erzählt, hat Alfons Kobler noch keine klare Vorstellung von der paneuropäischen Idee. Und auch die Begegnung mit dem geschwätzigen Wiener Journalisten Schmitz auf der langen Zugreise bleibt diesbezüglich eher theoretisch. Erst als Kobler in Barcelona seine mühsam eroberte Geliebte an den kapitalen Mister A. Kaufmann verliert, ist er restlos überzeugt, dass es gilt, Grenzen zu überwinden. Im europäischen Zusammenschluss gegen die rohe amerikanische Übermacht liegt die Zukunft. Nicht nur in Liebesdingen. Ein wenig diffus noch ist diese neue Perspektive und vielleicht doch auch gegen den unbestreitbar konservativen Kern der eigenen Seele sprechend, jedoch immerhin. Teil 2: Fräulein Pollinger wird praktisch. Weil sie ihre Arbeit verliert, bleibt ihr nichts anderes übrig, wird ihr gesagt. Beim nächsten Rendezvous, einer Autofahrt an den Starnberger See, sagt Anna Pollinger vor dem ersten Kuss also „Umsonst gibt es nichts!“ und verhandelt. Sie hat dann zwar keine Gefühle dabei, jedoch immerhin. Danach hält sie ein Fünfmarkstück in der Hand. Teil 3: Herr Reithofer wird selbstlos. Obwohl er ein Mistvieh ist und im Arbeitsamt in der Thalkirchener Straße mit Anna Pollinger auf ein ebensolches trifft, muss doch auch einmal etwas Gutes getan werden in diesen schlimmen Zeiten. Als Josef Reithofer Anna, die ihn noch kurz vorher ausnehmen wollte, eine Stelle als Näherin vermitteln kann, tut er es. Reithofer ist jetzt ein selbstloses Mistvieh, immerhin! Große Wirkungen haben bekanntlich kleine Ursachen. Und große Ideen auch.

Orientierungslosigkeit
In seiner ersten selbständigen Prosaveröffentlichung aus dem Jahr 1930 ist Ödön von Horváth scharfer Beobachter eines neuen Menschentyps. Kleinbürger, die lernen, zu überleben, sich anzupassen, Privates und Politisches zusammen zu denken, auch wenn dabei so manche gedankliche Schieflage entsteht. In ihrer zwischen Dialekt und angelesenen Floskeln changierenden Sprache entlarven sie ihre Orientierungslosigkeit ebenso, wie sie ihr so leicht von außen beeinflussbares Bewusstsein demaskieren.

Der werdende Spießer
Ödön von Horváth ging es mit dem Roman aber nicht um Parodie oder beißende Satire. Vielmehr hoffte auch er auf die bekanntlich großen Wirkungen durch kleine Ursachen. Und weil er dabei im werdenden Spießer zugleich den ewigen Spießer erkannte, hat so manche Charakterisierung im Roman bis heute nichts an Aktualität verloren.
Sprecher:Ruth Bunkenburg (Inge)
Erika Rumsfeld (Fro Meier)
Hans Jürgen Ott (Junger Mann)
Bernd Wiegmann (Markmann)
Rudolf Weber-Lange (Stimme aus dem Radio)
Daten zu Ödön von Horváth:vollständiger Name: Edmund Josef von Horváth
geboren: 09.12.1901
gestorben: 01.06.1938
Vita: Edmund Josef von Horváth (bekannt als Ödön von Horváth; * 9. Dezember 1901 in Sušak, heute ein Stadtteil von Rijeka; † 1. Juni 1938 in Paris) war ein auf Deutsch schreibender österreichisch-ungarischer Schriftsteller. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Stücke Geschichten aus dem Wiener Wald, Glaube Liebe Hoffnung und Kasimir und Karoline sowie durch seine zeitkritischen Romane Der ewige Spießer, Jugend ohne Gott und Ein Kind unserer Zeit.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 18.01.2015
Datenquelle(n): dra
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dra
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YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: caribou (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 7 von insgesamt 30
Titel: Die Blendung
Autor: Elias Canetti
produziert in: 1968
produziert von: SDR; NDR
Laufzeit: 65 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Inhalt: Eine mehrteilige "Comédie humaine an Irren" sollte es werden, doch von dem ursprünglichen Pandämonium, bevölkert von Typen wie dem religiösen Fanatiker, dem Wahrheitssucher oder dem Phantasten blieb allein "der Büchermensch" übrig: Peter Kien. Er ist Protagonist von Elias Canettis erstem und einzigen Roman Die Blendung, der 1931 entstand, 1935 im Wiener Verlag Herbert Reichner erschien, dem Autor aber erst in den 60er Jahren breite Anerkennung einbrachte. Erzählt wird der Weg des Privatgelehrten und Sinologen Peter Kien in den Wahnsinn. Kien, der seit Jahren nur noch für und in seiner riesigen Privatbibliothek lebt, ein "Kopf ohne Welt" - so der Titel des ersten Teils -, wird von seiner geldgierigen Haushälterin Therese Krumbholz, die ein Faible für Bücher vortäuscht, zur Heirat verführt. Die Ehe gestaltet sich als Kampf zweier Wahnwitziger, in dem Kien den Kürzeren zieht, aus der Wohnung vertrieben wird und in der Wiener Halbwelt landet. Konfrontiert mit einer "Kopflosen Welt" begegnet Kien dort dem Kleinkriminellen und Schachfanatiker Fischerle, der es auch nur aufs Geld abgesehen hat. Im dritten Teil "Welt im Kopf" tritt der Bruder Georg auf den Plan, wirft Therese mit ihrem Liebhaber, dem gewalttätigen Hausverwalter Pfaff, aus der Wohnung und versorgt den Professor wieder mit Geld. Im furiosen Schlusskapitel setzt der wahnsinnig gewordene Kien seine Bibliothek und sich selbst in Brand: ein Autodafé unter schallendem Gelächter.

Angesichts des Nomadenlebens der Jugendzeit, angesichts von Massenaufläufen und der Inbrandsetzung des Wiener Justizpalastes durch demonstrierende Arbeiter im Jahr 1927 und angesichts der emotionalen Kälte der Großstadtmenschen im gehetzten Berlin der 20er Jahre war Elias Canetti klar geworden: "Die Welt war zerfallen, und wenn man den Mut hatte, sie in ihrer Zerfallenheit zu zeigen, war es noch möglich, eine wahrhafte Vorstellung von ihr zu geben." Statt beschönigender Ästhetisierung oder singulärem Erzählerstandpunkt wollte Canetti mit Extremfiguren und Außenseiterexistenzen Schlaglichter auf die Welt, auf "Figuren am Rande des Irrsinns" werfen. Die "wahrhafte Vorstellung" von einer chaotischen Welt gestaltete er in Die Blendung demnach als minutiöse Nachzeichnung einzelner, unvereinbarer Wahnwelten. Schonungslos führt der Text in brachiale Kosmen der Verblendung und die Privatmythen der Figuren sind Ausdruck von Welt- und Selbstentfremdung, deren "realistische" Darstellung in Entmenschlichung, ins Animalische, in die Groteske mündet.

Die Mischung aus Erzählung, innerem Monolog, erlebter Rede und aus vom Autor aus seinem tatsächlichen Erfahrungsumfeld aufgegriffenen Dialogen vermittelt diesen Wahnsinn auch als einen sprachlichen, der gegenseitige Verständigung unmöglich werden lässt. In der literarischen Tradition eines Johann Nestroy, Karl Kraus oder Franz Kafka führt Canetti den Kampf zwischen Geist und Wirklichkeit bis zum Zusammenbruch abendländischer Ratio, der auch das faschistische Desaster vorzeichnet.
Sprecher:Dieter Borsche (Männerstimme A & P)
Louise Martini (Frauenstimme B & Q)
Daten zu Elias Canetti:geboren: 25.07.1905
gestorben: 14.08.1994
Vita: Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Bulgarien; † 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache und Literaturnobelpreisträger 1981.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 24.08.2014
Datenquelle(n): ORF
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YaGru
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Treffer 8 von insgesamt 30
Titel: Die Kapuzinergruft
Autor: Joseph Roth
produziert in: 2002
produziert von: NDR
Laufzeit: 89 Minuten
Regie: Harald Krewer
Bearbeitung: Helmut Peschina
Inhalt: Die Kapuzinergruft, Grabstätte der österreichischen Kaiser, ist Symbol der vergangenen Donaumonarchie. Der 1938 erschienene Roman Joseph Roths spielt kurz vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg; er endet mit dem "Anschluß" Österreichs an das Deutsche Reich 1938. Die Hauptfiguren sind - wie im "Radetzkymarsch" - Angehörige der Trotta-Familie, die in dem allgemeinen Umbruch nach dem Krieg 1918 entwurzelt und mittellos wurden. Dem voraus ging für die Trottas ein Aufstieg über mehrere Generationen, der aus dem slowenischen Sipolje über die österreichisch-ungarische Armee bis in die Machtsphäre des Kaisers Franz Joseph und des Erzherzogs und Thronfolgers Franz Ferdinand führte. Der Erzähler jedoch, der von seinem Leben außerhalb dieser adligen Kreise und von seinem Weg aus der Welt berichtet, stemmt sich gegen die Zeit, verzweifelt, aussichtslos und anrührend. "Im heutigen Österreich und in den ehemaligen Kronländern wird es nur noch wenige Menschen geben, in denen der Name unseres Geschlechts irgendeine Erinnerung hervorruft. In den verschollenen Annalen der alten österreichisch-ungarischen Armee aber ist unser Name verzeichnet, und ich gestehe, dass ich stolz darauf bin, gerade deshalb, weil diese Annalen verschollen sind. Ich bin nicht ein Kind dieser Zeit, ja, es fällt mir schwer, mich nicht geradezu ihr Feind zu nennen.." (Joseph Roth, Die Kapuzinergruft).
Sprecher:Bettina Engelhardt (Die Sehende)
Matthias Haase (Der Augenarzt)
Christian Redl (Der 1. Blinde)
Nina Weniger (Junge Frau)
Wolf-Dietrich Sprenger (Der Alte)
Dietmar Mues (Sergeant)
Leslie Malton (Frau des 1. Blinden)
Jens Wawrczeck (Chef der Diebe)
Andreas Grothgar (Der Schreiber)
Konstantin Graudus (Lautsprecherstimme)
Peter Lohmeyer (Der Dieb)
MusikerAnne Harvey-Nagl (Geige) Lorenz Raab (Trompete) Christoph Walder (Horn) Clemens Wenger (Klavier) Max Nagl (Saxophon, Klarinette)
Daten zu Joseph Roth:vollständiger Name: Moses Joseph Roth
geboren: 02.09.1894
gestorben: 27.05.1939
Vita: Moses Joseph Roth (* 2. September 1894 in Brody, Ostgalizien; † 27. Mai 1939 in Paris) war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist.
Joseph Roth hat seine Herkunft zum Gegenstand vielfacher Verschleierungen und Mystifikationen gemacht. Vor allem die Person seines Vaters erschien in mehrfachen schillernden Umgestaltungen: Er sei der außereheliche Sohn eines österreichischen Offiziers, eines polnischen Grafen, eines Wiener Munitionsfabrikanten. All diesen Erzählungen ist gemeinsam der frühe Verlust des Vaters. Dementsprechend zieht sich der Vaterverlust, und in übertragener Form der Verlust des Vaterlandes, nämlich der österreichischen Monarchie, als roter Faden durch Roths Werk.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 28.03.2012
Datenquelle(n): dra
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letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 9 von insgesamt 30
Titel: Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.
Autor: Elfriede Jelinek
produziert in: 1978
produziert von: WDR
Laufzeit: 15 Minuten
Regie: Leonhard Koppelmann
Inhalt: Wer in München durch die Maximilianstraße flaniert, begegnet ausgestelltem Luxus, Selbstinszenierung und einer Welt der Mode, die sich selbst zu feiern weiß. Es herrscht das Diktat des schönen Scheins, das Schimmern der Fassaden, deren vorgebliche Einmaligkeit heute jedoch oft nur noch ein Abglanz vergangener Zeiten ist. Identitätsstiftende Originale wie der Modezar Rudolph Mooshammer sind verschwunden - auch wenn er in Jelineks Text als Untoter sein Unwesen treibt - und wurden abgelöst von global agierenden Labels, geleitet von Designern, die längst nicht mehr sie selbst sind. Ein Zersetzungsprozess hat begonnen, der auch den Einzelnen erfasst, und vielleicht ist ja sogar die Stadt, in der die Straße liegt, bloß eine Schimäre - obwohl sie nach eigener Auskunft leuchtet. Elfriede Jelinek flaniert in Die Straße. Die Stadt. Der Überfall. durch das Münchner Passagenwerk und verwebt Schilderungen der Modemeile, Anspielungen auf Geschichte und aktuelle Ereignisse der Stadt sowie zahlreiche mythologische Motive zu einem Text, in dessen stimmlicher und akustischer Vielschichtigkeit nicht zuletzt immer wieder die Stimme der Autorin aufzutauchen scheint.

"Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Menschen in einem Chanel- Kostüm gesehen, außer mich selbst, zur Hälfte, denn ich habe im Ausverkauf einmal eine Chanel-Jacke gekauft, das erste Hauptstück meiner Vermummung. Ich habe diese Jacke einmal zu einer Versammlung der Kommunistischen Partei getragen, doch diese Menschen lassen sich nicht einmal von Millionen Toten provozieren, wie also von einer einzigen kleinen Jacke? Hab mich gefreut wie eine Schneekönigin, da ich die Herkunft von Herrschaft begriffen hatte und diese natürlich sofort ausüben wollte, wenn auch unmerklich, denn die unmerkliche ist die wahre Herrschaft. Das ist damals alles verpufft, obwohl Provokation auf dieser Textilbombe draufgeschrieben stand, mit so goldenen Knöpfen, in Blindenschrift, explodiert in einem unmerklichen Verpuffungsvorgang, weil die Kommunisten vielleicht schon gehört haben, daß es Chanel gibt, sie würden es auch erkennen, wenn sie es sehen, das Chanel-Kostüm, allerdings nur dann, wenn es wirklich aussieht wie ein Chanel-Kostüm, notfalls auch an der falschen Person, denn das berühmte rosa Chanel-Kostüm Jackie Kennedys war nicht echt, mein Anteil am Kostüm schon, ihres nicht!"
Sprecher:Mauricio Kagel
Klaus Schöning
Daten zu Elfriede Jelinek:geboren: 20.10.1946
Vita: Elfriede Jelinek, geb. 1946 in Mürzzuschlag/ Steiermark, aufgewachsen in Wien. Lyrik, Prosa, Theatertexte, Libretti, Drehbücher, Hörspiele. BR-Hörspiele u.a. "Jackie" (2004, Hörspielpreis der Kriegsblinden), "Bambiland" (2005), "Sportchor" (2006), "Ulrike Maria Stuart" (2007), "Bukolit" (2009), "Rechnitz" (2011), "Neid" (2011), "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall".(2013), "Die Schutzbefohlenen" (2014).
Hompepage o.ä.: http://www.elfriedejelinek.com/
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Treffer 10 von insgesamt 30
Titel: Die Zauberflöte
Autor: Emanuel Schikaneder
Wolfgang Amadeus Mozart
produziert in: 1957
produziert von: ORF-OÖ
Laufzeit: 234 Minuten
Regie: Leonhard Koppelmann
Bearbeitung: Leonhard Koppelmann
Komponist: Karl Peter Pietsch
Inhalt: Ein Hörspiel nach dem gleichnamigen Libretto von Wolfgang Amadeus Mozart.

Was ist Mozarts bekanntestes Werk - ein Mysterienspiel, ein Märchen, eine Freimaurer-Oper, ein humanistisch-utopisches Lehrstück? Worum geht es in der Zauberflöte? Die Zauberflöte ohne die Musik Mozarts ermöglicht einen neuen Blick auf die Handlung der Oper. Unabhängig von den Deutungen mancher Operninszenierungen zeigt die neue, wortgetreu am Libretto Emanuel Schikaneders ausgerichtete Hörspielfassung der Zauberflöte auch jene Inhalte, die von Mozarts faszinierender Musik gleichsam verborgen werden ...
Sprecher:Robert Lindner (Paul Cox)
Ilse Petri (Mrs. Chataway)
Arthur Popp (Mr. Peacock)
Wolfgang Hebenstreit (Inspektor Carter)
Rudi Joksch (Assistent Collins)
Rolf Döring (Sergeant)
Liesl Kienast (Margit Simmons)
Gustav Elger (Henry Montague)
Gustav Dieffenbacher (Fitzgerald)
Kurt Vogel (Pit Fitzgerald)
Alfons Kral (Nat)
MusikerPeter Kaizar (Keyboards, Samples) Anton Burger (Violine, Mandoline, E-Violine, E-Mandoline) Wolfgang Tockner (Keyboards, Orgel, E-Gitarre) Patrice Héral (Perkussion) Georg Graf (Querflöte) Georg Mittermayr (Blockflöte)
Daten zu Wolfgang Amadeus Mozart:geboren: 27.01.1756
gestorben: 05.12.1791
Vita: Wolfgang Amadeus Mozart, mit vollständigem Taufnamen: Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart (* 27. Jänner 1756 in Salzburg, Fürsterzbistum Salzburg, HRR; † 5. Dezember 1791 in Wien, Habsburgermonarchie, HRR), war ein Salzburger Musiker und Komponist der Wiener Klassik. Sein umfangreiches Werk genießt weltweite Popularität und gehört zum Bedeutendsten im Repertoire klassischer Musik. Er selbst nannte sich meist Wolfgang Amadé Mozart.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 07.10.2017
Datenquelle(n): ORF
YaGru
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Treffer 11 von insgesamt 30
Titel: Evi hat Angst vorm Kindergarten
Autor: Hermann Moers
produziert in: 1986
produziert von: BR
Regie: Hartmut Kirste
Bearbeitung: Linde v. Keyserlingk
Inhalt: Es geht um die angstvollen Vorstellungen eines Kindes in Erwartung eines neuen, ihm nicht vertrauten Ereignisses. Zudem berührt das Spiel die Rolle des Mannes in der Familie. Zumindest in Ausnahme-Situationen, wie hier die Abwesenheit der Mutter wegen einer Entbindung, muß der Mann sein Einfühlungsvermögen in die Belange des Kindes beweisen.
Sprecher:Christina Wilczek (Schlafmütze)
Jürgen Arndt (Dichter)
Josef Manoth (Wortschlucker)
Gerd Eichen (Dicker Herr)
Yvonne Brosch (Mama)
Peter Bertram (Zeitverkäufer)
Inge Schulz (Fischhändlerin)
Isolde Barth (Das Lied)
Daten zu Hermann Moers:geboren: 31.01.1930
Vita: Hermann Moers (* 31. Januar 1930 in Köln) ist ein deutscher Schriftsteller.

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Erstsendung: 21.05.1987
Datenquelle(n): dra
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Treffer 12 von insgesamt 30
Titel: Geahnt, aber verborgen - Worum es in der Zauberflöte wirklich geht
Autor: Wolfgang Amadeus Mozart
produziert in: 1977
produziert von: HR
Laufzeit: 16 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Leonhard Koppelmann
Inhalt: "Die Zauberflöte" - ohne W. A. Mozart.

Was ist Mozarts bekanntestes Werk - ein Mysterienspiel, ein Märchen, eine Freimaurer-Oper, ein humanistisch-utopisches Lehrstück? Worum geht es in der Zauberflöte? Die Zauberflöte ohne die Musik Mozarts ermöglicht einen neuen Blick auf die Handlung der Oper. Unabhängig von den Deutungen mancher Operninszenierungen zeigt die neue, wortgetreu am Libretto Emanuel Schikaneders ausgerichtete Hörspielfassung der Zauberflöte auch jene Inhalte, die von Mozarts faszinierender Musik gleichsam verborgen werden ...
Sprecher:Max Grothusen (Herr Weigand)
Ernst Jacobi (Sein Sohn Manfred)
Harald Dietl (Herr Pohrmann)
Daten zu Wolfgang Amadeus Mozart:geboren: 27.01.1756
gestorben: 05.12.1791
Vita: Wolfgang Amadeus Mozart, mit vollständigem Taufnamen: Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart (* 27. Jänner 1756 in Salzburg, Fürsterzbistum Salzburg, HRR; † 5. Dezember 1791 in Wien, Habsburgermonarchie, HRR), war ein Salzburger Musiker und Komponist der Wiener Klassik. Sein umfangreiches Werk genießt weltweite Popularität und gehört zum Bedeutendsten im Repertoire klassischer Musik. Er selbst nannte sich meist Wolfgang Amadé Mozart.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 07.10.2017
Datenquelle(n): ORF
YaGru
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Treffer 13 von insgesamt 30
Vorige/nächste Ausstrahlung:10.02.2019 um 18:00 bei Bremen Zwei  Phonostart Radio Cloud*
11.02.2019 um 19:04 bei WDR 3 (Folge 1 von 2)  Phonostart Radio Cloud*
11.02.2019 um 21:00 bei Bremen Zwei  Phonostart Radio Cloud*
12.02.2019 um 19:04 bei WDR 3 (Folge 2 von 2)  Phonostart Radio Cloud*
Titel: Gehen
Autor: Thomas Bernhard
produziert in: 1967
produziert von: WDR
Laufzeit: 160 Minuten
Regie: Barbara Schäfer
Bearbeitung: Barbara Schäfer
Inhalt: Auf regelmäßigen Spaziergängen berichtet Oehler, der früher mit Karrer ging, einem Dritten, warum Karrer verrückt geworden und nach Steinhof in die Anstalt hinaufgekommen ist. Für Karrer war das Gehen Anlass und Ausdruck seiner Denkbewegung. Denkvorgänge, in denen Karrer sich klarwerden wollte über die Beziehung des Denkens zu den Gegenständen, über das Verhältnis von Bewegung und Stillstand. Thomas Bernhard schrieb 1971 diese radikale Reflexion über das Leben, seine Widrigkeiten, Aussichtslosigkeiten, seine Möglichkeiten.

"Es ist ein ständiges zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Kopfes Denken und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Hirns Empfinden und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Charakters Hinundhergezogenwerden."
Sprecher:Hansjörg Felmy (Steve Gardiner)
Horst Michael Neutze (Jimmy Morton)
Hans Caninenberg (Wilfred Morton)
Werner Rundshagen (Inspektor Gordon)
Ursula von Reibnitz (Mrs. McGirn)
Marianne Rogée (Mädchen)
Matthias Ponnier (Junge)
Maria Krasna (Miss Whylie)
Jochen Schmidt (Wachtmeister McKenzie)
Lothar Ostermann (Sergeant)
Nicole Heesters (Delia Dewar)
Josef Meinertzhagen (Mann)
Eric Schildkraut (Stimme)
Daten zu Thomas Bernhard:geboren: 09.02.1931
gestorben: 12.02.1989
Vita: Thomas Bernhard (1931-1989), der "große Unbequeme der österreichischen Literatur", schrieb Lyrik, Prosa und Dramen. Deutschlandradio produzierte "Das Kalkwerk" (Deutschlandradio Kultur/Südwestrundfunk 2001), der Deutschlandfunk produzierte "Beton" (Deutschlandfunk/Österreichischer Rundfunk 2005).
Hompepage o.ä.: http://www.thomasbernhard.org/
Erstsendung: 25.02.2011
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Treffer 14 von insgesamt 30
Titel: Liebe Tante Mutz
Autor: Erna Schmidt
produziert in: 1982
produziert von: ORF-OÖ
Laufzeit: 34 Minuten
Regie: Gerhard Eisnecker
Inhalt: Eine Familie versucht, Kontakt zu einer Verwandten, der alten Tante "Mutz", herzustellen, scheitert aber immer wieder infolge ihrer eigenen Bequemlichkiet und der geringen Intensität ihrer Bemühungen. Die Familie, andere Verwandte und die Wohnungsnachbarn kümmern sich im Grunde wenig um die alte Frau. Manchmal schreibt jemand einen Brief oder eine Glückwunschkarte zu einem bestimmten Anlaß. So merkt niemand, daß die alte Dame schon seit Wochen tot in ihrer Wohnung liegt...

Ein wesentliches Problem - die Kontaktarmut, die zwischenmenschlichen Kommunikationsschwierigkeiten - wird in diesem Hörspiel behandelt.
Sprecher:Günther Sauer
Hans Helmuth Dickow
Heinz Filges
Ulli Hoffmann
Erwin Bigus
Franz Robeert Wagner
Dieter Naumann
Renate Schmidt
Erstsendung: 01.12.1981
Datenquelle(n): ORF
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Treffer 15 von insgesamt 30
Titel: Männer am Jahrtausendende
Autor: Wolfgang Maria Siegmund
produziert in: 2010
produziert von: SWR; HR
Laufzeit: 47 Minuten
Regie: Nikolaus Scholz
Komponist: HCD
Inhalt: Ein Fremder, der in seinem Beruf nur mit Zahlen zu tun hat, entflieht zur Jahreswende in eine Traumwelt, die er sich selbst erschafft. Er schlüpft für eine Nacht in die Rolle des Malers Vincent van Gogh und bestellt sich bei einer Begleitagentur eine Frau, die ihn auf seinem Weg begleiten soll. Er will seinen Spaß haben und weiß am Ende dieser Nacht doch nicht, ob er all das real erlebt oder nur geträumt hat.
Sprecher:Sandra Bayrhammer
Markus Meyer
Daten zu Wolfgang Maria Siegmund:geboren: 1956
Vita: Wolfgang Siegmund, geb.1956, Mitglied der Grazer Autorenversammlung, bis 1980 Mitherausgeber der Zeitschrift "Nebelhorn", hat bislang Beiträge in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften publiziert, der Süddeutsche Rundfunk wie auch der ORF haben Texte von ihm gesendet, bei Leykam erschien sein erster Lyrikband unter dem Titel "Der verdünnte Pazifik". Neben dem Theodor-Körner-Preis 1984 hat Siegmund bereits zahlreiche Stipendien erhalten.
Erstsendung: 25.08.1998
Datenquelle(n): ORF
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Treffer 16 von insgesamt 30
Vorige/nächste Ausstrahlung:20.01.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 2 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
21.01.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 2 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
27.01.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 3 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
28.01.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 3 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
03.02.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 4 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
Weitere Sendetermine04.02.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 4 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
10.02.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 5 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
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25.02.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 7 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
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31.03.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 12 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
01.04.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 12 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
Titel: Meister und Margarita
Autor: Michail Bulgakow
produziert in: 2014
produziert von: SRF
Laufzeit: 104 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Übersetzer: Alexander Nitzberg
Inhalt: Ein 12-teiliges Hörspiel.

Eine fantastische Abenteuergeschichte, eine Liebesgeschichte, eine philosophische Parabel über Gut und Böse sowie über die Macht und Ohnmacht der Kunst, eine Groteske über die russische Bürokratie – ein russischer Faust.

Eine fantastische Abenteuergeschichte, eine Liebesgeschichte, eine philosophische Parabel über Gut und Böse sowie über die Macht und Ohnmacht der Kunst, eine Groteske über die russische Bürokratie - ein "russischer Faust". Viele lasen den Roman nach seinem Erscheinen 1966/67 in der Sowjetunion und lernten ihn auswendig. Die verhexte Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja 302 b, in der Bulgakow selbst von 1921 bis 1924 lebte, wurde zur Pilgerstätte. Diese Wohnung ist auch ein zentraler Handlungsort des Romans, von dem aus der schwarze Magier Woland die Stadt Moskau auf den Kopf stellt. Er lässt Frauen plötzlich in Unterwäsche auf der Straße stehen, zaubert Geld herbei, das sich kurz darauf in Konfetti verwandelt und befördert lästige Personen binnen Sekunden in die Ferne - oder in die Psychiatrie . Auch seine Begleiter, allen voran ein großer, auf den Hinterbeinen gehender und sprechender Kater, stehen ihm, was ihre Scherze angeht, in nichts nach. In dieser phantastischen und grotesken Moskauer Teufelsgeschichte liegen Wahn und Wirklichkeit nah beieinander. Bulgakow zeichnet eine Gesellschaft, die haltlos und ohne Orientierung ist: Die Menschen stehen stundenlang in allgegenwärtigen Warteschlangen, leben in verdreckten Gemeinschaftswohnungen und sprechen eine Sprache des Misstrauens. Sie verlieren Körperteile, lösen sich auf, verschwinden, fallen ins Bodenlose. Tote werden zum Leben erweckt. Der Moskauer Handlungsstrang wird durch einen zweiten Strang unterbrochen, in dem es um die Verurteilung des Jeschua Ha-Nozri durch den römischen Prokurator Pontius Pilatus geht. Pilatus leidet an Migräne, misstraut den Menschen, liebt nur seinen Hund, hasst das schwül-heiße Jerschalajim und denkt daran, sich das Leben zu nehmen. Dass er diesen gutmütigen, aber auch unterhaltsamen jungen Mann zum Tod am Kreuz verurteilen soll, missfällt ihm. Er ist jedoch dazu verpflichtet - und so wird Jeschua auf den "Kahlen Berg" gebracht - in der russischen Literatur der Ort für Hexensabbat und Teufelstanz. Diese Erzählstränge unterscheiden sich sprachlich sehr deutlich und werden von Romanbeginn an miteinander verschränkt. Nach etwa zweihundert Seiten tritt der Urheber des Romans im Roman auf: der Meister, ein Ende dreißigjähriger, ehemaliger Schriftsteller. Einst hatte er als hochgebildeter Historiker in einem Moskauer Museum gearbeitet, jetzt aber sitzt er in der Irrenanstalt. Die Veröffentlichung einiger Kapitel seines Meisterwerks erregte jedoch so viel öffentliches Ärgernis, dass er in Wahnsinn verfiel. Seine Geliebte, die verheiratete wohlhabende Margarita, hat er seitdem nicht wiedergesehen. Sie vermissen einander - und so lässt sich die an Abenteuern interessierte Margarita auf einen faustischen Vertrag mit einem Assistenten Wolands ein. Der Teufel will in der Sadojawa 302 b, Wohnung 50, einen Ball geben und lässt dafür Margarita als Ballkönigin anwerben. Verjüngungscremes und eine Flugsalbe verwandeln Margarita in eine fliegende Hexe, die ihre heikle Aufgabe beim Ball so souverän meistert, dass ihr Woland das Wiedersehen mit ihrem geliebten Meister ermöglicht. "Meister und Margarita" zeigt das Diabolische im Alltag der Diktatur, wobei sich Bulgakows Kritik weniger gegen den Diktator Stalin richtete als gegen das bürokratische System der Sowjetunion, in dem er als Schriftsteller durch Zensur erniedrigt wurde. Bulgakow beschreibt diesen Kampf des Individuums als einen Hexentanz, der sich ausdrückt durch verfemte Literatur und menschliche Liebe, die den Tod zu überwinden vermag.

"Meister und Margarita – dieses Hörspiel wollte ich nicht aufnehmen – ich wollte es hören! Unbedingt! Am besten auf Russisch... Aber Russisch ist mir irgendwie abhanden gekommen – in meinem zweiten Leben in Westberlin. Ich hatte es vierzig Jahre nicht mehr sprechen wollen... Nix sprechen russisch... behauptet Woland im Roman – nachdem er am Patriarchenteich akzentfrei über Pilatus, Gott und die Welt geplaudert hat. Was also ist der Unterschied zwischen einer Fremdsprache und einer fremden Sprache?
Sprache schafft Hindernisse. Worte werden mißverstanden. Wenn aber Worte nichts mehr sagen, dann sollte man etwas mit ihnen tun – ich zum Beispiel muss sie immer wieder hören (am besten geht’s mit dem inneren Ohr!). Einen Ton für sie finden; einen akustischen Ort. Das belebt kalte Wortleichen manchmal. Bulgakow hat sich mit Meister und Margarita durch einen Riss in der Moskauer Alltagssprache gezwängt, zwischen einerseits Anbrüllen und andererseits Beten. Und er liebt alle seine Figuren, obwohl es – objektiv betrachtet – im Roman wenig Grund dafür gibt. Kann man das hörbar machen im Radio? Kann Bulgakows Roman (weit weg von russischer Alltags- und Kremlsprache) zur akustischen Arche ‚Poesija Russland‘ zusammen geschraubt werden? Nix sprechen russisch... Das Boot besteigen. Sich selbst retten. Und alle mitnehmen, die es möchten. Auch den Hörer."
Klaus Buhlert, Regisseur
Sprecher:Ueli Jäggi (Franz Musil)
Mathias Gnädinger (Polizeileutnant Linder)
Barbara Sauser (Francesca Rossi)
Michael Schacht (Philip Maloney)
Dieter Stoll (Herr Bärtschi)
Silvia Jost (Frau Bärtschi)
Karin Pfammatter (Frau Zander)
Martin Hug (Herr Zander)
Wanda Wylowa (Mäggie)
Lorenz Nufer (Ferri)
Dirk Glodde (Katzler)
Graham F. Valentine (Kingsley)
Beat Schlatter
Daniel Rohr
Sara Maurer
Andrea Bettini
Ruth Gundacker
Jesse Inman
Lukas Kubik
Jean-Michel Räber
Renate Giess
Jean-Luc Wicky
Daten zu Michail Bulgakow:geboren: 15.05.1891
gestorben: 10.03.1940
Vita: Michail Afanassjewitsch Bulgakow (* 3. Mai (jul.) / 15. Mai 1891 (greg.) in Kiew, Russisches Kaiserreich; † 10. März 1940 in Moskau, Sowjetunion) war ein sowjetischer Schriftsteller. Er gilt als einer der großen Satiriker der russischen Literatur.

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Erstsendung: 28.09.2014
Datenquelle(n): dra
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YaGru
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Treffer 17 von insgesamt 30
Titel: Opus 111
Autor: Gert F. Jonke
produziert in: 1990
produziert von: ORF
Laufzeit: 10 Minuten
Regie: Gert Jonke
Inhalt: Auf einem Erinnerungspaziergang werden zwei Brüder im Dachboden eingeschlossen. Mit vielen Hoffnungen haben sie einst diese Hochschule besucht, nun haben sie Gelegenheit Bilanz zu ziehen über zwei Leben, die sich nicht so entwickelt haben, wie das die jungen Zöglinge einst erwarteten. Der eine ist Komponist geworden, schlägt sich aber nur mühsam durchs Leben. Der zweite verdient sein Geld mit dem Transport von Musikinstrumenten. Inmitten von 111 Klavieren, der Spende eines sonderbaren Förderers an die Hochschule, breiten die zwei Brüder ihre Lebenswege voreinander aus ...
Daten zu Gert F. Jonke:vollständiger Name: Gert Friedrich Jonke
geboren: 08.02.1946
gestorben: 04.01.2009
Vita: Gert Friedrich Jonke (* 8. Februar 1946 in Klagenfurt; † 4. Jänner 2009 in Wien) war ein österreichischer Lyriker, Dramatiker, Erzähler und Hörspielautor.

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Erstsendung: 20.03.1994
Datenquelle(n): ORF
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Treffer 18 von insgesamt 30
Titel: Seerauch
Autor: Mischa Zickler
produziert in: 1987
produziert von: SDR
Laufzeit: 57 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Petra Feldhoff
Dramaturgie: Natalie Szallies
Inhalt: Sie nennen sich "PSI-Kader" - Privacy, Security, Intelligence - und sehen sich als eine Mischung aus Wikileaks, Chaos Computer Club und Bürgerrechtsbewegung. Doch, als die fünf Deutschen ein Video ins Internet stellen, lösen sie Ungeahntes aus.

Denn die Bilder von angeblich in Afghanistan folternden Bundeswehrsoldaten lassen das offizielle Deutschland zurückschlagen. Auf der Flucht vor der Polizei wird ein Mitglied des PSI-Kaders erschossen, während sich die anderen über den Bodensee nach Österreich retten und um Asyl bitten.

Die Folge ist eine schwere Krise zwischen den beiden Ländern, die sogar militärisch zu werden droht. Als immer mehr Leute sterben, deckt die österreichische Geheimdienstchefin gemeinsam mit dem deutschen Verfassungsschutz eine Verschwörung auf, die bis in höchste Berliner Regierungskreise reicht.
Sprecher:Vadim Glowna (Professor Saroff)
Michael Thomas (Birkenheimer)
Helga Grimme (Elke)
Werner Rundshagen (Frönich)
Gustav Gromer (Reporter)
Claus Plänkers (Rundfunkmoderator)
MusikerEnrico Delamboye (Dirigent)
Erstsendung: 18.05.2017
Datenquelle(n): dra
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YaGru
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Treffer 19 von insgesamt 30
Titel: Unser lieber Nachbar Dr. Fuchs
Autor: Bernhard Aichner
produziert in: 2002
produziert von: ORF-T
Laufzeit: 54 Minuten
Regie: Martin Sailer
Komponist: Johannes Sigl
Inhalt: Mehr als drei Jahre Haft hat der ehemalige Frauenarzt Dr. Fuchs wegen Vergewaltigung abgebüßt. Unschuldig, wie er immer wieder betonte. Nun erhält er Besuch von Frau Liebermann, einer Ermittlerin.

Sie rollt, während die beiden Schnaps miteinander trinken, den Fall neu auf, zumal es mittlerweile Zeugenaussagen zugunsten des Mediziners gibt. Doch das Gespräch Liebermanns mit Dr. Fuchs wird immer mehr zum Duell der beiden, denn noch ein anderes Verbrechen liegt im Dunkeln. Und es scheint nicht ausgeschlossen, dass sich das Opfer zum Täter gewandelt hat. Schließlich hätte Dr. Fuchs in der Einsamkeit seiner Zelle genügend Zeit gehabt, einen perfekten Plan zu entwerfen.

Bernhard Aichner variiert in seinem Zweipersonenstück ein in der Kriminalliteratur wohlbekanntes Sujet: Gibt es das perfekte Verbrechen? Bald weiß man nicht mehr, was Wahrheit ist und was Lüge. Bald geht es nur mehr um die Frage, wer wen womit am besten täuscht.
Sprecher:Gerhard Kasal (Fred Kohlmann vulgo Audi vulgo der Clown)
Katrin Bene (Iris, Freds Frau & Der Seiltänzer)
Angelica Ladurner (Duda, die Schmetterlingsfrau)
Alexander Kratzer (Kater Rufus)
Thomas Gassner (Herr Melzer & Der Buschauffeur)
FLuka Oberhammer (Frau Rosner & Die Meise)
Christian Dolezal (Die Stimme)
Daten zu Bernhard Aichner:geboren: 1972
Vita: Der Tiroler Autor und Fotograf Bernhard Aichner (geb. 1972) ist mit den Thrillern "Totenfrau" und "Totenhaus" zum internationalen Bestsellerautor geworden, dessen Bücher in viele Sprachen übersetzt wurden. Allein die rasch ausverkaufte Erstauflage von "Totenfrau" betrug 50.000 Stück, weitere derartige Auflagen folgten. Neben Erzählungen, Romanen und Theaterstücken schreibt Aichner auch Hörspiele.
Erstsendung: 05.08.2012
Datenquelle(n): ORF
YaGru
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Treffer 20 von insgesamt 30
Titel: Unterwerfung
Autor: Michel Houellebecq
produziert in: 1982
produziert von: ORF-NÖ
Laufzeit: 57 Minuten
Genre: Science Fiction
Regie: Leonhard Koppelmann
Bearbeitung: Leonhard Koppelmann
Übersetzer: Norma Cassau
Bernd Wilczek
Inhalt: »Houellebecq trifft den Nerv der Zeit, die Angst vor dem Islam. Aber er bedient nicht die Ängste. Im Gegenteil. Er spießt sie auf.« Ruthard Stäblein in DIE TAGESZEITUNG »Soumission« ist ein radikaler Genreroman. Das Genre: Social Fiction. Radikal, weil nichts weniger als der Untergang unserer libertär-kapitalistischen Konsumgesellschaft im Mittelpunkt steht. Frankreich im Jahr 2022: Die Partei der ›Muslimbrüder‹ entscheidet unter der Führung des charismatischen Ben Abbes die Stichwahl um die französische Präsidentschaft gegen die rechtsnationalen ›Identitären‹ unter Marine Le Pen für sich. Um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, haben das liberale wie konservative bürgerliche Lager und die Sozialisten den islamischen Politiker Ben Abbes unterstützt. Ein schleichender aber gleichwohl radikaler Gesellschaftswandel ist die Folge. Im Zentrum der Geschichte steht François – Mitte vierzig und nach seinen libertären Ausschweifungen gekennzeichnet vom 'Ennui'. Er arrangiert sich (oder kollaboriert) am Ende mit den Annehmlichkeiten der neuen, demokratisch gewählten islamischen Regierung. Als Literaturprofessor an der Sorbonne ist sein Spezialgebiet der Schriftsteller Joris-Karl Huysmans, ein Exponent der französischen Décadence-Literatur des späten 19. Jahrhunderts. Huysmans Leben und Werk erzählt vom aufgeklärten und sich verfeinernden Geist, dessen Identität sich immer mehr auflöst und nirgendwo Legitimitität findet. Selbstmord oder die Rettung im ästhetischen Katholizismus war hier die konsequente Schlussfolgerung. Genauso wie Huysmans willigt François ein in die Herrschaftsform einer religiös motivierten Domestizierung, die sich dieses Mal Islam nennt und in wörtlicher Übersetzung »Unterwerfung« bedeutet. Schließlich folgt auf jede Revolution eine Phase der Restauration; und die gut situierte der 1968er-Generation mündet eben in die ab dem Jahre 2022. »Wie jeder gute Genreroman ist auch ›Unterwerfung‹ voll drastischer Effekte, ironischer Wendungen und beißender Kritik am Zeitgeist. Und wie es sich für gute (Social)Science Fiction gehört, ist die Zukunft auch hier eigentlich nur eine entrückte Gegenwart: Ich möchte in meiner Hörspielfassung das Gegenwärtige in Houellebecqs Dystopie – oder Utopie, je nach Standpunkt! – mit dokumentarischen Mitteln erzählen. Konterkariert wird dieser Fake-Dokumentarismus von dem atmosphärischen Ästhetizismus, den François‘ Auseinandersetzung mit Huysmans auszeichnet.« (Leonhard Koppelmann)
Sprecher:Thomas Stroux (Günter)
Hanns Krassnitzer (Vater)
Adelheid Picha (Barbara)
Marion Degler (Andrea)
Dolores Schmidinger (Marlene)
Ingrid Burkhard (Rosy)
Bibiana Zeller (Elisabeth)
Daten zu Michel Houellebecq:geboren: 26.02.1956
Vita: Michel Houellebecq, geboren 1956 in La Réunion, lebt zur Zeit in Irland. Er ist Preisträger des Grand Prix National des Lettres. 1998 wurde ihm für das Buch "Elementarteilchen" der Prix Novembre zugesprochen. Es wurde inzwischen in 22 Sprachen übersetzt und hat eine Millionenauflage erreicht. "Plattform" ist nach "Ausweitung der Kampfzone" (Hörspiel des Monats August 2000) und "Elementarteilchen" (Hörbuch des Monats Oktober 2001) der dritte Roman Houellebecqs, den der WDR als Hörspiel produziert.
Hompepage o.ä.: http://www.houellebecq.info/

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Erstsendung: 08.10.2015
Datenquelle(n): dra
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  • Veröffentlicht
    11. Januar 2015
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