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Hörspieldatenbank

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Treffer 1 von insgesamt 14
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Titel: Das Ende der Paraden
Autor: Ford Madox Ford
produziert in: 2018
produziert von: BR
Laufzeit: 351 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Komponist: Klaus Buhlert
Übersetzer: Joachim Utz
Inhalt: Ein 7-teiliges Hörspiel.

I. Manche tun es nicht (Teile 1+2)
II. Keine Paraden mehr (Teile 3+4)
III. Der Mann, der aufrecht blieb (Teile 5+6)
VI. Zapfenstreich (Epilog) (Teil 7)

Christopher Tietjens ist ein Held vom alten Schlag, der wohl letzte verbliebene Gentleman im England des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die immer korrupter und unmoralischer werdende Gesellschaft - allen voran seine untreue Ehefrau Sylvia - machen es ihm zu nehmend schwer, seine noblen Ideale von Selbstlosigkeit und Zurückhaltung zu bewahren. So zieht Tietjens in den Ersten Weltkrieg und muss an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen: Als Soldat gegen die Deutschen, als Ehrenmann gegen die Intrigen seiner Frau.

Ford Madox Ford zeichnet mit seiner Tetralogie Das Ende der Paraden das Porträt einer Gesellschaft im Umbruch, vom Viktorianismus hin zur Moderne: Frauen kämpfen um das Recht zu wählen, die Elite verliert sich in Diskussionen um Rang und Namen, die Wirtschaft ist in Schieflage geraten, Ehe und Familie haben durch den allgemeinen Trend zur Untreue an Wert verloren - kurzum: es herrscht Orientierungslosigkeit in allen sozialen Schichten. Diese Orientierungslosigkeit bildet Ford Madox Ford durch seine Erzählweise ab, er vermischt Perspektiven, innere Monologe, Bilder und Erinnerungen, die umherfliegen wie Granatensplitter.

Im ersten Band, "Manche tun es nicht", ist der Rosenkrieg mit seiner Frau Sylvia, die zwischenzeitlich mit einem anderen durchgebrannt war, in vollem Gange.
Da bricht der Erste Weltkrieg aus und Christopher Tietjens meldet sich freiwillig, er flüchtet gleichsam an die Front und lässt die junge Valentine Wannop, in die er sich verliebt hat, zurück, ohne sich mit ihr eingelassen zu haben. Denn Tietjens gehört zu denen, die moralisch integer bleiben wollen, die es eben nicht tun.

"Keine Paraden mehr", der zweite Band, zeigt den Helden dann in Frankreich an der Front, inmitten von Waffenlärm, Schlamm und Blut, während seine Ehefrau sich vor der Presse inszeniert. Erst als ihr klar wird, dass Tietjens sich neu verliebt hat, versucht sie, ihn zu verführen und zurückzugewinnen.

Endgültig und unwiederbringlich zerfällt die alte Ordnung, privat wie gesellschaftlich, mit dem Ende des Krieges, dem Tag des Waffenstillstands, mit dem der dritte Band, "Der Mann, der aufrecht blieb", beginnt. Valentine und Christopher finden sich wieder und müssen nun nach vier Jahren Ausnahmezustand ihre Realität neu zusammensetzen und gestalten.

Als Epilog rekapituliert der vierte Band, "Zapfenstreich", schließlich aus der Sicht vieler verschiedener Figuren in Christopher Tietjens Umfeld, was sich in den vergangenen Jahren ereignet hat. Tietjens lebt zusammen mit Valentine, die ein Kind von ihm erwartet, seinem sterbenden Bruder Mark und dessen französischer Geliebter auf dem Familienanwesen. Der Bruder hat am Tag des Waffenstillstandes beschlossen, nie mehr zu sprechen. Diese Sprachlosigkeit angesichts der inneren und äußeren Umwälzungen des Systems ist symptomatisch für den gesamten Text und für die Zeit, in der er spielt.

Das nicht Gesagte oder nicht Sagbare ist auch die Herausforderung für die siebenteilige Hörspielproduktion, die Klaus Buhlert aus Ford Madox Fords vier Romanbänden inszeniert hat. Die Bruchstücke, Wortfetzen, Eindrücke und Vorstellungen verdichten sich immer wieder zu dynamischen Musiktableaus, die das Kriegsgetöse lautmalerisch hörbar machen, die Leitmotive hervorheben und so ihr eigenes akustisches Bild von Ford Madox Fords Welt zeichnen.
Sprecher:Jens Harzer (Erzähler)
Felix Goeser (Christopher Tietjens)
Bibiana Beglau (Sylvia Tietjens)
Stefan Merki (Macmaster)
Wiebke Puls (Mrs. Satterthwaite / Miss Wanostrocht / Dame)
Stefan Wilkening (Pater Consett / General O'Hara)
Manfred Zapatka (General Campion)
Anna Drexler (Valentine Wannop)
Caroline Ebner (Mrs. Wannop / Marie Léonie)
Jeanette Spassova (Mrs. Duchemin / Dienstmädchen)
Wolfram Koch (Hochwürden Duchemin / Colonel)
Wowo Habdank (Kutscher / Vorsteher / Stadtstreicher / Gunning)
Oliver Nägele (Polizist / Offizier / Colonel Gillum / Major)
Franz Pätzold (Mann / Ruggles / Kanadier / Pferdebursche / Perowne / Arzt)
Steven Scharf (Mr. Horsley / Mark Tietjens)
Shenja Lacher (Captain McKechnie)
Johannes Silberschneider (Colonel Levin)
Achim Buch (Cowley)
Moritz Kienemann (Sergeant Case / Lance-Corporal / Melder)
Joschka Walser (Sohn)
Daten zu Ford Madox Ford:vollständiger Name: Ford Hermann Hueffer
geboren: 17.12.1873
gestorben: 26.06.1939
Vita: Ford Madox Ford, eigentlich Ford Hermann Hueffer (* 17. Dezember 1873 in Merton, Surrey, England; † 26. Juni 1939 in Deauville, Calvados, Frankreich) war ein englischer Schriftsteller.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 21.01.2018
Datenquelle(n): dra
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YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: caribou (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 2 von insgesamt 14
Titel: Der Process
Auszeichnungen (1):Hörspiel des Monats: 12.2010
Autor: Franz Kafka
produziert in: 2010
produziert von: BR
Laufzeit: 621 Minuten
Genre: Horror
Regie: Klaus Buhlert
Inhalt: 1925, ein Jahr nach Kafkas Tod erschien im Berliner Verlag Die Schmiede der "Roman" "Der Prozess". Die Zusammenstellung dieser Erstausgabe besorgte Kafkas Freund Max Brod. Mit ihrer Veröffentlichung "avancierte Kafka zum Romancier mit Weltruhm" (Roland Reuß). "Der Process" aber ist Fragment geblieben. Kafka hinterließ eine nicht nummerierte, auf 16 Konvolute verteilte Handschrift. Doch dies hat bei einer breiten Leserschaft die Wahrnehmung eines geschlossenen Werks mit Anfang, Mitte und Ende nicht verhindert. Die Editionsgeschichte des "Romans" steht exemplarisch für Rezeptionsgewohnheiten und Erwartungen an Literatur. Mit der Wandlung solcher Konventionen und Haltungen eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Anerkennung offener literarischer Strukturen, komplizierter Entstehungsgeschichten und Schreibprozesse. Editionspraxis und Textforschung in Bezug auf Kafkas Werk veranschaulichen dies deutlich. Die BR-Hörspielproduktion "Der Process", die in ihrer Textgrundlage von den Handschriften Kafkas bzw. ihrer Umschrift ausgeht und sich auf die historisch-kritische Ausgabe des Verlags Stroemfeld/Roter Stern stützt, versteht sich als eine Auseinandersetzung mit dem Fragment gebliebenen Werk.


Josef K. wird der Prozess gemacht. Er weiß nicht wofür, jemand muss ihn verleumdet haben. Und dennoch akzeptiert K. die Sachlage. Er erkennt die beiden Wächter, die ihn in Gewahrsam nehmen wollen, als Autoritäten findet sich sogar ein zweites Mal unaufgefordert zum Verhör ein. Er will dem undurchdringlichen Gerichtswesen auf den Grund gehen und sucht fachkompetente Unterstützung beim Advokaten Huld, der Frau des Gerichtsdieners oder dem Gerichtsmaler Titorelli. Im Verhör beschimpft Josef K. das Gericht als Instanz absoluter Sinnlosigkeit und trifft damit womöglich seinen Kern und im selbstbetriebenen Fortgang des Prozesses verwirklicht sich schließlich ein Gesetzt, das nicht die Schuld sucht, sondern von ihr angezogen wird. Josef K. macht sich selbst den Prozess, stellt sich - dem Autor nicht unähnlich - unter einen Generalverdacht der Schuld. Am Ende fällt K. diesem Prozess zum Opfer und willigt in die Exekution ein. Schon eine kurze Handlungszusammenfassung läuft Gefahr, eine Erzählung linear und chronologisch-kausal nachvollziehbar zu machen, die für den Leser gerade gegensätzliche Erfahrungen bereit hält, nämlich Unauflösbarkeit von Leerstellen und Offenheit von Sinn. Noch weniger trägt sie der Entstehung des Werkes Rechnung, die weit entfernt ist von einer systematisch-linearen Vorgehensweise des Autors. Kafka hatte bei der Niederschrift zwar den Rahmen abstecken wollen, doch der Schreibprozess, der sich zwischen August 1914 und Januar 1915 erstreckte, verlief nie stringent. Der Autor arbeitete parallel an mehreren Kapiteln, schrieb unregelmäßig in verschiedenen Heften gleichzeitig und sortierte die einzelnen Textteile immer wieder in neue Konvolute um, ohne dabei eine verbindliche Reihenfolge festzulegen. Eine ebenso radikale wie überzeugende Umgangsform mit den Manuskripten fanden 1997 Roland Reuß und Peter Staengle in der historisch-kritischen Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte im Verlag Stroemfeld/Roter Stern. Dem Fragmentcharakter des Werkes und dem Schriftbild mit zahlreichen Korrekturen Rechnung tragend, werden die handschriftlichen Manuskriptseiten neben ihre typographische Umschrift gestellt und die überlieferten Konvolute als solche, nämlich in separaten Heften ohne endgültige Abfolge, publiziert. Diese Edition und ihr Konzept, die Variabilität eines Werkes transparent zu machen, ist Ausgangspunkt der BR-Hörspielproduktion, die sich dementsprechend nicht als Adaption oder Dramatisierung begreift.Insgesamt acht Schauspieler stellen sich mit ihren Interpretationen den Herausforderungen dieses Projekts. Reduktion und Konzentration der audiokünstlerischen Mittel sollen die Eigenarten des kafkaschen Stils und seiner Sprache hörbar machen. Wie bei den handschriftlichen Manuskripten und ihrer Edition im Medium Buch, so vermitteln sich in den akustischen Lesarten sprachliche Suchbewegungen. Der zwangsläufig linearen Anordnung der einzelnen Teile in der Sendung steht der Download im Hörspiel Pool gegenüber. Das Konzept, 16 files ohne eine eindeutige Reihenfolge anzubieten, entspricht dem der Ausgabe im Verlag Stroemfeld.
Sprecher:Samuel Finzi
Corinna Harfouch
Jeanette Spassova
Thomas Thieme
Milan Peschel
Manfred Zapatka
Rufus Beck
Jürgen Holtz
Daten zu Franz Kafka:geboren: 03.07.1883
gestorben: 03.06.1924
Vita: Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren, wo er fast sein ganzes Leben verbrachte. Nach dem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, absolvierte er ein einjähriges Rechtspraktikum und arbeitete schließlich bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung 1922 bei der Prager "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt". 1907 begann er mit dem Schreiben. Seine testamentarisch zur Verbrennung bestimmten Schriften blieben größtenteils erhalten. Neben den Romanen "Amerika" (1927), "Der Prozess" (1925) und "Das Schloss" (1926) sowie den Tagebüchern und Briefen sind es vor allem die Erzählungen, die Kafkas Ruhm begründet haben. Er starb am 3. Juni 1924 an einer Tuberkuloseerkrankung.
Hompepage o.ä.: http://www.franzkafka.de/franzkafka/home/
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 3 von insgesamt 14
Titel: Die letzte Flucht
Autor: Wolfgang Schorlau
produziert in: 2013
produziert von: NDR
Laufzeit: 110 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Leonhard Koppelmann
Bearbeitung: Hilke Veth
Inhalt: Berlin, Heidereutersee. Ein Angler findet die Leiche der 9-jährigen Jasmin am Ufer des Sees. Todesursache: zwei mit großer Wucht ausgeführte Schläge.

Die Indizien (Textilfasern und Sperma) verweisen eindeutig auf Bernhard Voss, Professor am Fachbereich Pharmakologie der Charité. Voss' Anwalt, von der Unschuld seines Mandanten überzeugt, engagiert den Privatermittler und Ex-Polizisten Dengler aus Stuttgart. - Hotel Adlon. Etwa zur gleichen Zeit wird Dirk Assmuss, hochrangiger Marketingspezialist eines großen Pharmakonzerns, entführt. Der Maskierte verlangt kein Lösegeld, nur Antworten auf seine Fragen zu den Geschäftspraktiken der Pharmaindustrie. Die Geisel gibt in ihrer wachsenden Verzweiflung schockierende Interna preis. Als dem Professor eine spektakuläre Flucht aus der Untersuchungshaft gelingt, beginnt eine aberwitzige Verfolgungsjagd quer durch Berlin.
Sprecher:Bernd Stegemann (Dirk Assmuss)
Maren Eggert (Kommareck)
André Szymanski (Schöttle)
Bernhard Schütz (Bernhard Voss)
Gabriela Maria Schmeide (Christine)
Frank Stöckle (Dengler)
Jeanette Spassova (Olga)
Tilo Werner (R. Voss)
Gerd Wameling (Lehmann)
Anne Weber (Biggi)
Wolf-Dietrich Sprenger (Schulz)
Stephan Schad (Polizist 1, Weber, Zentrale)
Jens Harzer (Henry)
Julia Riedler (Journalistin)
Hedi Kriegeskotte (Birgit)
Stefan Haschke (Justizbeamter)
Julian Greis (Mann)
Julia Riedler (Ansage Bahnhof)
Hanns Jörg Krumpholz (SEK-Leiter / Einsatzleiter)
Ole Schloßhauer (Polizist 2 / Arzt)
Julian Greis (Junger Mann / Barkeeper K-Bar)
Achim Hall (Taxifahrer)
Daten zu Wolfgang Schorlau:Vita: Wolfgang Schorlau geboren 1951 in Freiburg im Breisgau, lebt als freier Autor in Stuttgart. Bevor er zu schreiben anfing, hat er als Manager in der IT-Branche gearbeitet. Nun schreibt er Kriminalromane, die sich dicht an der sozialen und politischen Realität orientieren. 2006 erhielt er den Deutschen Krimipreis.
Erstsendung: 18.05.2013
Datenquelle(n): dra
dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 4 von insgesamt 14
Titel: Die Schlafwandler 3: 1918 - Huguenau oder die Sachlichkeit
Auszeichnungen (1):Hörspiel des Monats: 4.2009
Autor: Hermann Broch
produziert in: 2009
produziert von: BR
Laufzeit: 284 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Inhalt: Brochs erstes großes literarisches Werk, "Die Schlafwandler", entstand im Zeitraum zwischen 1928-31. Untergliedert in die Jahre 1888, 1903 und 1918 gewährt die Trilogie "Die Schlafwandler" Einblicke in drei zeitliche und gesellschaftliche Etappen in Deutschland: Von der ausklingenden 'Romantik' des späten 19. Jahrhunderts über die 'Anarchie' zur sogenannten 'Sachlichkeit' der Nachkriegsepoche verhandelt sie in diesem geschichtlichen Querschnittspanorama den 'Zerfall der Werte'.

Zentrale Figur im ersten Roman ist der junge Leutnant Joachim von Pasenow, Sohn eines wohlhabenden Gutsbesitzers, der aufgrund seiner militärischen Laufbahn in Berlin lebt. Dort beginnt Joachim die zunächst heimliche Liaison mit der böhmischen Prostituierten Ruzena und bricht damit die standesgemäßen Übereinkünfte und elterlichen Erwartungen, die Tochter des Nachbargutes zu ehelichen. Diese Überschreitung begeht Pasenow nicht aus einer bewusst rebellierenden Haltung heraus, sondern aus einer unbewussten, schlafwandlerischen Suche nach Lebenssinn. Den größten Halt in dieser Phase der Neuorientierung erfährt er im Bewahren der äußeren Form. Ritualisierte Umgangsformen und das Tragen der offiziösen Uniform ("in ihr ist eine bessere Ordnung der Dinge zu finden") sind Pasenows Anker, mit denen er sich vor der Entwurzelung zu schützen versucht. Seine Abneigung gegen das Zivilistische und die gleichzeitig von diesem ausgehende Anziehung äußert sich vor allem im Verhältnis zu Eduard von Bertrand, seinem ehemaligen Militärkameraden. Bertrands emanzipierter Lebensentwurf - er hat den militärischen Dienst quittiert und ist nun ein erfolgreicher und international wirkender Geschäftsmann - wird von Joachim einerseits als bedrohlich wahrgenommen, andererseits orientiert er sich an dessen Reden und Denken.

Joachim Pasenows Bruder Helmuth, der als Erstgeborener das elterliche Gut leitete, kommt in einem Duell ums Leben. Der alte Pasenow, ein gefürchteter Despot ("es gab Menschen, die ein merkwürdiges und unerklärliches Gefühl der Abneigung verspürten, wenn sie ihn über die Straßen Berlins daherkommen sahen, ja, die in ihrer Abneigung sogar behaupteten, dass dies ein böser alter Mann sein müsse"), verliert über den Tod des Bruders den Verstand und konfrontiert Joachim mit schweren Vorwürfen. Immer noch bestimmt von einem starken Gefühl der Desintegration und außerdem beeinflusst von der Ermunterung Bertrands, fügt sich Joachim den Hochzeitsplänen des Vaters und hält um die Hand der jungen Adligen Elisabeth Baddensen an. In Elisabeth sieht Joachim die Werte und traditionelle Religiosität seiner eigenen Herkunft verkörpert und durch eine Ehe mit ihr die endgültige Rückkehr in den Schoß des Vertrauten besiegelt.
Sprecher:Peter Kurth (Erzähler Huguenau)
Samuel Fintzi (Huguenau)
Hanns Zischler (Erzähler Wertezerfall/Broch)
Werner Wölbern (Erzähler Heilsarmee)
Jens Harzer (Erzähler Gödicke)
Cristin König (Erzähler H. Wendlung)
Jürgen Holtz (Major von Basenow)
Bernhard Schütz (Esch)
Sabine Orléans (Frau Esch)
Milan Peschel (Jaretzki)
Wolfram Koch (Flurschütz)
Manfred Zapatka (Kühlenbeck)
Jeanette Spassova (Schwester)
Felix von Manteuffel (Dr. Kessel)
Daten zu Hermann Broch:geboren: 01.11.1886
gestorben: 30.05.1951
Vita: Hermann Broch wurde am 1. November 1886 als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten in Wien geboren und ist am 30. Mai 1951 als Emigrant in New Haven, USA. gestorben. Er wechselte 1928 vom Textilfabrikanten zum Schriftsteller, studierte Mathematik, Philosophie und Psychologie. Seine Hauptwerke sind: "Die Schlafwandler" (Trilogie, 1931-1932); "Der Tod des Vergil" (Roman, 1945); "Die Schuldlosen" Roman in 11 Erzählungen (1950) sowie "Hofmannsthal und seine Zeit" (Essay, 1951).

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 19.04.2009
Datenquelle(n): dra
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YaGru
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Treffer 5 von insgesamt 14
Titel: Ein Held unserer Zeit
Autor: Michail Jurjevic Lermontov
produziert in: 2008
produziert von: HR; SWR; DLR
Laufzeit: 91 Minuten
Regie: Oliver Sturm
Bearbeitung: Elisabeth Panknin
Komponist: Andreas Bick
Übersetzer: Peter Urban
Inhalt: "Ein Held unserer Zeit, meine Herrschaften, ist in der Tat ein Porträt, aber nicht das eines einzelnen Menschen: Es ist ein Porträt, zusammengesetzt aus den Lastern unserer ganzen Generation, in ihrer vollen Entfaltung." Als Michail Lermontov sein Prosawerk "Ein Held unserer Zeit" schrieb, war er Anfang zwanzig, ein gestrandeter Soldat, verbannt in den Kaukasus, wo ein Großteil der Regimenter durch Krankheiten und Scharmützel mit den abtrünnigen Bergvölkern dahingerafft wurde. Die fünf Novellen seines Buchs, erzählt aus drei unterschiedlichen Erzählperspektiven, kreisen um die Person eines jungen Offiziers, Grigorij Alexandovic Pecorin, in dem man viele Züge von Lermontov selbst entdecken kann. Für die Nachfolgegeneration der russischen Autoren wurde er zum Typenvorbild eines ,überflüssigen` Menschen: "Ich habe nie genug: an den Kummer gewöhne ich mich genauso wie an den Genuss, und mein Leben wird von Tag zu Tag inhaltsleerer."
Sprecher:Martin Engler (Autor)
Gunter Schoß (Stabshauptmann)
Michael Rotschopf (Grigorij Aleksandrovic Pecorin)
Mark Schmal (Asamat)
Maxim Kowalewski (Kasbitsch)
Jeanette Spassova (Bela)
Peter Danzeisen (Diener)
Ingo Hülsmann (Grusnickij)
Hans Diehl (Doktor/Werner)
Caroline Junghanns (Princess/Prinzessin Mary)
Donata Höffer (Fürstin)
Linda Olsansky (Vera)
Michael Lucke (Dragonerhauptmann)
Oleg Kovtun (Mann, russisch)
Irina Potapenko (Frau, russisch)
Roland Heinemann (Stimme)
Daten zu Michail Jurjevic Lermontov:geboren: 15.10.1814
gestorben: 27.07.1841
Vita: Michail Jurjevic Lermontov (1814-1841) besuchte eine Militärschule, obwohl sein Hauptinteresse der Dichtung galt. Als er 1837 in seinem Gedicht "Der Tod des Dichters" Zar Nikolaus indirekt beschuldigte, verantwortlich für Puschkins Tod zu sein, wurde er in den Kaukasus strafversetzt. Er starb bei einem Duell.

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Erstsendung: 30.03.2008
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Treffer 6 von insgesamt 14
Titel: Galaveranstaltung - mal zornig, mal heiter
Autor: David Zane Mairowitz
produziert in: 2016
produziert von: RBB
Laufzeit: 54 Minuten
Regie: David Zane Mairowitz
Dramaturgie: Regina Ahrem
Inhalt: Eine Frauen-WG irgendwo in Deutschland. Morgens verlassen die Frauen die Wohnung und übergeben ihre Kinder in die Hände von Tessa, dem Kindermädchen. Wer sind diese Frauen? Was verbindet sie? Was machen sie, wenn sie nicht zuhause sind? Tessa fängt an, sich Fragen zu stellen. Und sie beginnt, den Kindern in Abwesenheit ihrer Mütter Geschichten zu erzählen. Geschichten, die auf unheimliche Weise immer blutrünstiger werden und von Bomben und Überfällen, von Gewalt und Widerstand handeln. Irgendwann muss Tessa feststellen, dass ihre Geschichten längst Wirklichkeit geworden sind und es daraus kein Entkommen mehr gibt. – Eine Geschichte aus dem Innern des Linksterrorismus im Deutschland der 1980er Jahre.
Sprecher:Anjorka Strechel
Jeanette Spassova
Jenny Schily
Katharina Schmalenberg
Nastassja Revvo
Miriam Goldschmidt
Jutta Wachowiak
Daten zu David Zane Mairowitz:geboren: 30.04.1943
Vita: David Zane Mairowitz (* 30. April 1943 in New York City) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller.
Er studierte englische Literaturgeschichte und Philosophie am Hunter College, New York und Theaterwissenschaft an der University of California in Berkeley. 1966 siedelte er nach Großbritannien über und arbeitete als freier Publizist und Schriftsteller. Neben seinen journalistischen Arbeiten hat er Kurzgeschichten und Theaterstücke verfasst. Seine Hörspiele und Features werden von zahlreichen Radiostationen in ganz Europa produziert. Für Planet aus Asche erhielt er 1996 den Prix Ostankino in Moskau, 1997 den Prix Italia für Der wollüstige Tango (BBC). Sein Stück Im Krokodilssumpf wurde Hörspiel des Monats Januar 2005 und "Best European Radio Drama of the Year 2005" beim größten europäischen Fernseh-, Radio- und Internetwettbewerb PRIX EUROPA. Seit 1966 lebt Mairowitz in Europa, heute in Avignon und Berlin.
Erstsendung: 11.11.2016
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Kulturradio (RBB)
letzte Bearbeitung: caribou (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 7 von insgesamt 14
Titel: Kurze Geschichte des Traktors auf ukrainisch
Autor: Marina Lewycka
produziert in: 2007
produziert von: MDR
Laufzeit: 69 Minuten
Regie: Oliver Sturm
Bearbeitung: Claudia Kattanek
Komponist: Gerd Bessler
Übersetzer: Elfi Hartenstein
Inhalt: Das Buch wartet mit dem Titel eines Fachaufsatzes auf, mutet auf den ersten Seiten wie eine witzige, aber doch recht banale Geschichte an - und mausert sich schnell zu einem ebenso bewegenden wie tiefsinnigen Werk. Mit ihrem Erstling «Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch» ist der Autorin

Marina Lewycka ein wundervolles Debüt gelungen, das mittlerweile mit mehreren Preisen, wie zum Beispiel dem «British Book Award», prämiert wurde.

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach: Der 84 Jahre alte verwitwete Großvater einer aus der Ukraine stammenden Familie kündigt die baldige Eheschließung mit einer 36 Jahre alten Landsmännin an. Für die beiden Töchter ist der Fall klar: Geblendet von den üppigen Reizen des blonden Giftes merkt der Greis nicht, dass seine jugendliche Landsmännin nur auf eine Scheinehe aus ist. Ziel: die in England erworbenen Ersparnisse des Alten und die Einbürgerung.

Doch allen Warnungen zum Trotz ehelicht der Greis seine junge Liebe. Und die beiden hochgebildeten Emigranten-Töchter Nadeshda und Vera treffen auf eine Überlebenskünstlerin ihresUrsprungslandes, die drastisch geschminkt und in ebenso hautenge wie farbenfrohe Fummel gehüllt die Verheißungen des Westens zu erlangen sucht. Die weiteren Geschehnisse geben dem einander nicht sonderlich zugeneigten Geschwisterpaar zunächst recht. Der dralle Vamp Valentina mutiert zum ebenso gierigen wie verlotterten Hausdrachen und heimst Satinwäsche, Elektrogeräte und Edelwagen ein, bis das nach wie vor verzückte Großväterchen am Rande des Ruins steht.

Doch die drohende Pleite und sein zunehmend vermüllendes Heim kann den verliebten Mann ebenso wenig stoppen wie erste tätliche Übergriffe seiner zunehmend ruppigen Angetrauten. Enthusiastisch schreibt er an einer Abhandlung über die Geschichte des Traktors in der Ukraine, die Auswirkungen des landwirtschaftlichen Geräts auf die Menschen und den Einfluss von Stalinismus und Nationalsozialismus inklusive.

Fast gelingt es den verbündeten Schwestern, die Ehe des ungleichen Paares annullieren zu lassen. Doch die Familienkrise wirbelt Verdrängtes und Verschwiegenes auf, das die Geschehnisse in differenzierterem Licht erscheinen lässt. Erst der Blick auf die Dinge der Vergangenheit macht klar, dass den Großvater nicht nur ein Testosteronschub zu seinem milden Verhalten gegenüber der raffgierigen Angetrauten veranlasst.

Lewycka gelingt es, mit der einfachen Beschreibung von Situationen zu vermitteln, dass die Dinge meist komplizierter sind als sie scheinen. Seite für Seite fügt sie der eigennützigen Sirene und dem gequälten Greis Facetten hinzu, die aus dem klischeehaften Schwarz-Weiß-Start eine tiefgründige Erzählung wachsen lassen.

Eben noch Leser einer fröhlichen Burleske, ist man plötzlich mitten drin in einer Familiengeschichte und der Geschichte eines Landes, denen es an Tragik und Furchtbarem nicht mangelt. Ohne bei einfachen Klischees zu verweilen, beschreibt Lewycka die familiären Reibereien so realistisch und lebensklug, dass man sie deutlich vor sich sieht und am liebsten mitdiskutieren würde. Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie hat bereits Dutzende Romane verfasst, doch erst die «Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch» fand einen Verleger. Absolut zu Recht: Dieser Traktor ist auf der Überholspur unterwegs und das Mitfahren unbedingt zu empfehlen!
Sprecher:
offen
Nadeshda: Lena Stolze
Vera: Elisabeth Trissenaar
Vater: Traugott Buhre
Valentina: Jeanette Spassova
Rechtsanwalt: Berndt Stübner
Dubov: Sergej Gladkich
Inspektorin der Einwanderungsbehörde: Danne Hoffmann
Rechtsanwätin: Liv-Juliane Barine
Detektiv: N.N.
Mutter: Conny Wolter
Wächter: Armin Dillenberger
Nachbarin: N.N.
Stanislav: Willi Telemann
Vater als Kind: Frowin Wolter
Mutter als Kind: Luise Selbmann
Vera Kind: Paula Dinnebier
Brüder Sovinko: Valentin Tornow
Brüder Sovinko: Caspar Bankert
Kishka: N.N.
Daten zu Marina Lewycka:Vita: Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie hat bereits Dutzende Romane verfasst, doch erst die "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" fand einen Verleger. Absolut zu Recht: Dieser Traktor ist auf der Überholspur unterwegs und das Mitfahren unbedingt zu empfehlen!
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Vorige/nächste Ausstrahlung:21.01.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 2 von 12)
27.01.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 3 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
28.01.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 3 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
03.02.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 4 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
04.02.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 4 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
Weitere Sendetermine10.02.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 5 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
11.02.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 5 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
17.02.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 6 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
18.02.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 6 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
24.02.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 7 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
25.02.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 7 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
03.03.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 8 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
04.03.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 8 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
10.03.2019 um 15:05 bei BR 2 (Folge 9 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
11.03.2019 um 20:05 bei BR 2 (Folge 9 von 12)  Phonostart Radio Cloud*
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Titel: Meister und Margarita
Autor: Michail Bulgakow
produziert in: 2014
produziert von: BR
Laufzeit: 648 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Komponist: Klaus Buhlert
Übersetzer: Alexander Nitzberg
Inhalt: Ein 12-teiliges Hörspiel.

Eine fantastische Abenteuergeschichte, eine Liebesgeschichte, eine philosophische Parabel über Gut und Böse sowie über die Macht und Ohnmacht der Kunst, eine Groteske über die russische Bürokratie – ein russischer Faust.

Eine fantastische Abenteuergeschichte, eine Liebesgeschichte, eine philosophische Parabel über Gut und Böse sowie über die Macht und Ohnmacht der Kunst, eine Groteske über die russische Bürokratie - ein "russischer Faust". Viele lasen den Roman nach seinem Erscheinen 1966/67 in der Sowjetunion und lernten ihn auswendig. Die verhexte Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja 302 b, in der Bulgakow selbst von 1921 bis 1924 lebte, wurde zur Pilgerstätte. Diese Wohnung ist auch ein zentraler Handlungsort des Romans, von dem aus der schwarze Magier Woland die Stadt Moskau auf den Kopf stellt. Er lässt Frauen plötzlich in Unterwäsche auf der Straße stehen, zaubert Geld herbei, das sich kurz darauf in Konfetti verwandelt und befördert lästige Personen binnen Sekunden in die Ferne - oder in die Psychiatrie . Auch seine Begleiter, allen voran ein großer, auf den Hinterbeinen gehender und sprechender Kater, stehen ihm, was ihre Scherze angeht, in nichts nach. In dieser phantastischen und grotesken Moskauer Teufelsgeschichte liegen Wahn und Wirklichkeit nah beieinander. Bulgakow zeichnet eine Gesellschaft, die haltlos und ohne Orientierung ist: Die Menschen stehen stundenlang in allgegenwärtigen Warteschlangen, leben in verdreckten Gemeinschaftswohnungen und sprechen eine Sprache des Misstrauens. Sie verlieren Körperteile, lösen sich auf, verschwinden, fallen ins Bodenlose. Tote werden zum Leben erweckt. Der Moskauer Handlungsstrang wird durch einen zweiten Strang unterbrochen, in dem es um die Verurteilung des Jeschua Ha-Nozri durch den römischen Prokurator Pontius Pilatus geht. Pilatus leidet an Migräne, misstraut den Menschen, liebt nur seinen Hund, hasst das schwül-heiße Jerschalajim und denkt daran, sich das Leben zu nehmen. Dass er diesen gutmütigen, aber auch unterhaltsamen jungen Mann zum Tod am Kreuz verurteilen soll, missfällt ihm. Er ist jedoch dazu verpflichtet - und so wird Jeschua auf den "Kahlen Berg" gebracht - in der russischen Literatur der Ort für Hexensabbat und Teufelstanz. Diese Erzählstränge unterscheiden sich sprachlich sehr deutlich und werden von Romanbeginn an miteinander verschränkt. Nach etwa zweihundert Seiten tritt der Urheber des Romans im Roman auf: der Meister, ein Ende dreißigjähriger, ehemaliger Schriftsteller. Einst hatte er als hochgebildeter Historiker in einem Moskauer Museum gearbeitet, jetzt aber sitzt er in der Irrenanstalt. Die Veröffentlichung einiger Kapitel seines Meisterwerks erregte jedoch so viel öffentliches Ärgernis, dass er in Wahnsinn verfiel. Seine Geliebte, die verheiratete wohlhabende Margarita, hat er seitdem nicht wiedergesehen. Sie vermissen einander - und so lässt sich die an Abenteuern interessierte Margarita auf einen faustischen Vertrag mit einem Assistenten Wolands ein. Der Teufel will in der Sadojawa 302 b, Wohnung 50, einen Ball geben und lässt dafür Margarita als Ballkönigin anwerben. Verjüngungscremes und eine Flugsalbe verwandeln Margarita in eine fliegende Hexe, die ihre heikle Aufgabe beim Ball so souverän meistert, dass ihr Woland das Wiedersehen mit ihrem geliebten Meister ermöglicht. "Meister und Margarita" zeigt das Diabolische im Alltag der Diktatur, wobei sich Bulgakows Kritik weniger gegen den Diktator Stalin richtete als gegen das bürokratische System der Sowjetunion, in dem er als Schriftsteller durch Zensur erniedrigt wurde. Bulgakow beschreibt diesen Kampf des Individuums als einen Hexentanz, der sich ausdrückt durch verfemte Literatur und menschliche Liebe, die den Tod zu überwinden vermag.

"Meister und Margarita – dieses Hörspiel wollte ich nicht aufnehmen – ich wollte es hören! Unbedingt! Am besten auf Russisch... Aber Russisch ist mir irgendwie abhanden gekommen – in meinem zweiten Leben in Westberlin. Ich hatte es vierzig Jahre nicht mehr sprechen wollen... Nix sprechen russisch... behauptet Woland im Roman – nachdem er am Patriarchenteich akzentfrei über Pilatus, Gott und die Welt geplaudert hat. Was also ist der Unterschied zwischen einer Fremdsprache und einer fremden Sprache?
Sprache schafft Hindernisse. Worte werden mißverstanden. Wenn aber Worte nichts mehr sagen, dann sollte man etwas mit ihnen tun – ich zum Beispiel muss sie immer wieder hören (am besten geht’s mit dem inneren Ohr!). Einen Ton für sie finden; einen akustischen Ort. Das belebt kalte Wortleichen manchmal. Bulgakow hat sich mit Meister und Margarita durch einen Riss in der Moskauer Alltagssprache gezwängt, zwischen einerseits Anbrüllen und andererseits Beten. Und er liebt alle seine Figuren, obwohl es – objektiv betrachtet – im Roman wenig Grund dafür gibt. Kann man das hörbar machen im Radio? Kann Bulgakows Roman (weit weg von russischer Alltags- und Kremlsprache) zur akustischen Arche ‚Poesija Russland‘ zusammen geschraubt werden? Nix sprechen russisch... Das Boot besteigen. Sich selbst retten. Und alle mitnehmen, die es möchten. Auch den Hörer."
Klaus Buhlert, Regisseur
Sprecher:Michael Rotschopf (Erzähler 1)
Manfred Zapatka (Erzähler 2)
Milan Peschel (Iwan / Ausländer)
Jeanette Spassova (Gella)
Samuel Finzi (Lichodejew)
Thomas Thieme (Woland)
Jens Harzer (Berlioz)
Margit Bendokat (Frau 1 / Annuschka)
Wolfram Berger (Korowjew)
Felix von Manteuffel (Prof. Strawinski / Prof. Kusmin / Portier)
Dietmar Bär (Ermittler)
Caroline Ebner (Frau 2)
Stephan Zinner (Mann 1 / Nikolaj Iwanowitsch)
Steffen Scheumann (Mann 2)
Johannes Silberschneider (Rjuchin / Kanawkin / Sokow)
Hendrik Arnst (Sagriwow / Fettwanst / Mogarytsch / Kandalupski)
Christiane Roßbach (Praskowja Fjodorowna / Xenia Nikitischna / Tofana)
Natali Seelig (Nepremenowa / Frau Semplejarow / Anna Richardowna / Petrakowa)
Wolfram Koch (Rimski)
Gottfried Breitfuß (Behemoth)
Hans Kremer (Bossoi / Pawel Iossifowitsch)
Lars Rudolph (Warenucha)
Karl Markovics (Meister)
Valery Tscheplanowa (Margarita)
Stefan Wilkening (Bengalski / Levi Matthäus)
Götz Schulte (Semplejarow / Dunchill / Poplawski / Archibald A.)
Werner Wölbern (Azazello)
Stephan Bissmeier (Lastotschkin)
Jaqueline Macauly (Fräulein / Natascha / Frieda)
Daten zu Michail Bulgakow:geboren: 15.05.1891
gestorben: 10.03.1940
Vita: Michail Afanassjewitsch Bulgakow (* 3. Mai (jul.) / 15. Mai 1891 (greg.) in Kiew, Russisches Kaiserreich; † 10. März 1940 in Moskau, Sowjetunion) war ein sowjetischer Schriftsteller. Er gilt als einer der großen Satiriker der russischen Literatur.

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Erstsendung: 28.09.2014
Datenquelle(n): dra
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YaGru
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Treffer 9 von insgesamt 14
Titel: Mosaik
Auszeichnungen (2):Hörspiel des Monats: 11.2005
Hörspiel des Jahres: 2005
Autor: Konrad Bayer
Klaus Buhlert
produziert in: 2005
produziert von: HR; DLF
Laufzeit: 64 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Komponist: Klaus Buhlert
Inhalt: »Als Konrad Bayer und die anderen Autoren der 'Wiener Gruppe' 1956 ihre ersten Gemeinschaftsarbeiten in Angriff nahmen, bearbeiteten sie alltägliches Sprachmaterial: Konversationslexika, Wörterbücher, Trivialliteratur, Dialekt. Ihre Montagen sollten keinen neuen, 'besseren' Sinn schaffen, sie sollten die Funktionsmechanismen der Sprache verdeutlichen; damit spielen. Sie zeigen so Verständnisgrenzen und demonstrieren in surrealen, kabarettistischen Wendungen, was passiert, wenn man diese Linien überschreitet - damit 'die wirklichkeit sich weiter aufbläht und zerplatzt'.

An dieser Methode orientiert sich mein Stück 'Mosaik', das sich aus einer akustischen Collage verschiedener Texte Bayers sowie von mir entworfener Szenen zusammensetzt. Bayer, der im Alter von 32 Jahren freiwillig aus dem Leben schied, wird beim Wort genommen, d.h. auseinander- und zusammenmontiert sowie fürs Hörspiel strukturell weitergeschrieben. Frei nach seinem Leitthema: 'es gibt nichts gemeinsames. nur die sprache schafft gemeinsamkeiten'. Denn, so schreibt Bayer, 'wir können in die welt nicht eindringen, wir haben nichts mit ihr zu tun, wir schaffen bilder von ihr, die uns entsprechen, wir legen methoden fest, um uns in ihr zu verhalten'«. (Klaus Buhlert)
Sprecher:
offen
Sprecher: Herbert Fritsch
Hörer: Bernhard Schütz
Bayer: Gottfried Breitfuß
Sekretärin: Jeanette Spassova
Animator: Lars Rudolph
Daten zu Konrad Bayer:geboren: 1932
gestorben: 1964
Vita: Konrad Bayer (1932-1964), geboren in Wien, begründete 1958 gemeinsam mit Oswald Wiener, Gerhard Rühm und Friedrich Achleitner ein literarisches Kabarett, aus dem sich die legendäre Dichtergemeinschaft "Wiener Gruppe" konstituierte. Er schrieb Gedichte, Balladen, Dialoge und Prosaarbeiten. Während der Arbeit an seinem zweiten Roman "Der Sechste Sinn" schied Konrad Bayer 1964 freiwillig aus dem Leben.
Daten zu Klaus Buhlert:geboren: 1950
Vita: Klaus Buhlert, geb. 1950, studierte Musik, Akustik und Informatik. An der TU Berlin lehrte er elektronische und Computer-Musik. Seine erste Bühnenmusik schrieb er 1983 für George Tabori. Er gehört zu den begehrtesten Komponisten der Hörspielabteilungen vieler Sender der ARD. Sein Hörspielregie-Debüt, „Hotels“ von Raoul Schrott, (BR) wurde 1995 zum „Hörspiel des Jahres“. Seitdem wirkt Klaus Buhlert als Komponist, Regisseur und Autor. Viele seiner über 80 Kompositionen für Theater, Film und Hörspiel wurden ausgezeichnet.
Erstsendung: 30.11.2005
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 10 von insgesamt 14
Titel: Sachalin - Die Insel
Auszeichnungen (1):Hörspiel des Monats: 11.2003
Autor: Anton Tschechow
produziert in: 2003
produziert von: DLF; HR
Laufzeit: 62 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Lothar Trolle
Komponist: Klaus Buhlert
Übersetzer: Gerhard Dick
Inhalt: 1890, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, unternimmt Tschechov seine beschwerliche Reise nach Sachalin, zu jener Insel der Verbannten vor der sibirischen Ostküste, zwischen Kamtschatka und Japan. Er will ein Buch über Sachalin schreiben und die Verhältnisse dort selbst in Augenschein nehmen. Um die geographischen, klimatischen und ökonomischen, die soziologischen und hygienischen Daten zusammentragen zu können, die er für dieses Buch benötigt, plant er, eine private Volkszählung durchzuführen und lässt 10.000 Karteikarten drucken, auf denen er nach Alter, Stand und religiöser Zugehörigkeit fragt. "Sachalin uninteressant finden", schreibt er, "kann nur eine Gesellschaft, die Menschen nicht zu Tausenden dorthin verbannt und nicht Millionen dafür ausgibt. Nach Australien in der Vergangenheit und Cayenne ist Sachalin der einzige Ort, wo man Kolonisierung durch Verbrecher studieren kann; ganz Europa interessiert sich dafür, und wir brauchen das nicht ...?"

Die Hörspielfassung von Lothar Trolle und Klaus Buhlert folgt den Überlegungen Cechovs, die Insel der Gefangenen als Gesellschaftsexperiment zu betrachten.
Sprecher:
offen
Erzähler: Manfred Zapatka
Kisljakow: Bernhard Schütz
Ärztin: Jeanette Spassova
Daten zu Anton Tschechow:vollständiger Name: Anton Pawlowitsch Tschechow
geboren: 29.01.1860
gestorben: 15.07.1904
Vita: Anton Pawlowitsch Tschechow (* 29. Januar 1860 in Taganrog, Russland; † 15. Juli 1904 in Badenweiler, Deutsches Reich) war ein russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker. Er entstammte einer kleinbürgerlichen südrussischen Familie und war Arzt von Beruf, betrieb Medizin jedoch fast ausschließlich ehrenamtlich. Gleichzeitig schrieb und publizierte er zwischen 1880 und 1903 insgesamt über 600 literarische Werke. International ist Tschechow vor allem als Dramatiker durch seine Theaterstücke wie Drei Schwestern, Die Möwe oder Der Kirschgarten bekannt. Mit der für ihn typischen, wertneutralen und zurückhaltenden Art, Aspekte aus dem Leben und der Denkweise der Menschen in der russischen Provinz darzustellen, gilt Tschechow als einer der bedeutendsten Autoren der russischen Literatur.

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Erstsendung: 08.11.2003
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Treffer 11 von insgesamt 14
Titel: Schöne Aussicht
ARD Radiotatort (Folge 2)
Autor: Volkmar Röhrig
produziert in: 2008
produziert von: MDR
Laufzeit: 54 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Götz Fritsch
Komponist: Mario Schneider
Inhalt: Der ARD-Radio Tatort aus dem LKA Magdeburg: Hauptkommissar Jost Fischer hat eine neue, für seine letzten Dienstjahre nicht gerade erwünschte Kollegin. Annika de Beer, Absolventin der Polizeischule in Meiningen mit dem ersten Praxisjahr in Würzburg.

Eine Leiche am Fuße des ehemaligen gräflichen Jagdhauses »Schöne Aussicht« ist das Letzte, was das Südharz-Städtchen Bleistedt gebrauchen kann. Eine Leiche in Bleistedt ist auch das Letzte, was Hauptkommissar Jost Fischer gebrauchen kann. Unangenehme Erinnerungen an einen ungelösten Fall kommen da hoch. Als das »Dream-Team« zu seinem ersten Fall eintrifft, sieht alles nach einem Unfall aus. Dennoch mietet sich Annika in der »Stasi-Schlösschen« genannten Villa ein und erfährt so manches von der Kellnerin Evi und dem ambitionierten Journalisten Arne Listewnik. Fischer dagegen kramt in den alten Akten »Bleistedt«. Doch während die beiden sich jeder auf seine Art durch den Kleinstadt-Klüngel wühlen, läuft im Hintergrund der Countdown zu einem perfiden Mord...
Sprecher:Hilmar Eichhorn (Hauptkommissar Jost Fischer)
Bianca Nele Rosetz (Kommissarin Annika de Beer)
Marie Gruber (Blümchen)
Hendrik Duryn (Arne Listewnik, Journalist)
Axel Wandtke (Friedbert Feigler)
Frauke Poolman (Johanna, seine Frau)
Veit Schubert (Horst Schenkendorff)
Jeanette Spassova (Evi, seine Kellnerin)
Günter Junghans (Frank Ott, Bürgermeister)
Gerald Schaale (Ulli Gruner)
Wolfgang Winkler (Betz, Wachtmeister)
Tilo Prückner (Claasen, Anwalt)
Thomas Neumann (Georg K1)
Götz Schulte (Donath)
Monika Pietsch (Verkäuferin)
Klaus-Dieter Bange (3-S-Mann)
Raschid D. Sidgi (Dealer)
Daten zu Volkmar Röhrig:geboren: 01.09.1952
Vita: Volkmar Röhrig wurde 1952 in Lützen bei Leipzig geboren. Nach verschiedenen Jobs, Armeedienst und Germanistikstudium war er als Dramaturg und Regieassistent in der Hörspielabteilung des DDR-Rundfunks tätig. Seit Mitte der 80er Jahre ist er freiberuflicher Autor, vor allem von Kinder- und Jugendbüchern. Er lebt heute in Würzburg und Leipzig. Hörspiele u.a.: "Die Heimat des Fußballers ist der Rasen", TV u.a. "Polizeiruf 110: Juninebel".

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Erstsendung: 17.02.2008
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Treffer 12 von insgesamt 14
Titel: Stillleben in einem Graben
Autor: Fausto Paravidino
produziert in: 2006
produziert von: MDR
Laufzeit: 60 Minuten
Regie: Steffen Moratz
Übersetzer: Georg Holzer
Laura Olivi
Inhalt: Sechs virtuos verwobene Monologe erzählen von einer Stadt in der norditalienischen Provinz. In der Nacht zum Sonntag fährt ein betrunkener Halbstarker ein Stück außerhalb seinen Wagen vor einen Baum. Als er aussteigt, findet er im Straßengraben die Leiche eines jungen Mädchens: nackt und brutal zugerichtet. Wie die Ermittlungen ergeben, heißt sie Elisa Orlando, ist zweiundzwanzig Jahre alt, lebt noch bei ihren Eltern - der Vater ist Ingenieur, die Mutter Lehrerin - und erlangte erst vor kurzem durch einen Gedichtwettbewerb eine gewisse lokale Berühmtheit. Der Bluttest allerdings verweist ins Drogenmilieu: Elisa muss noch kurz vor ihrem Tod Kokain genommen haben. Inspektor Salti, kettenrauchend, magenkrank und nicht nur auf legale Untersuchungsmethoden fixiert, setzt seinen "Lieblingsdealer" unter Druck. Er erfährt, dass der Freund der Toten ebenfalls zu dessen Abnehmern gehörte und jetzt auf der Flucht ist. Doch so gern Salti den Mörder in den einschlägigen Kreisen finden würde, die Spur führt nicht nur zum Straßenstrich, sondern auch zu einer jungen Illegalen aus Osteuropa, der Elisa noch kurz vor ihren Tod begegnet war. Und er muss einsehen, dass seine kleine Stadt nicht nur an ihren Rändern kaputtgeht.
Sprecher:Henning Peker (Boy)
Leonard Lansink (Cop)
Martina Gedeck (Mother)
Martin Olbertz (Dealer)
Jeanette Spassova (Bitch)
Florian Lukas (Boyfriend)
Daten zu Fausto Paravidino:Vita: Fausto Paravidino, geboren 1976 in Genua, gilt derzeit als das "Wunderkind" des italienischen Theaters. Nach Abschluss der Schauspielschule arbeitete er zusammen mit einer von ihm gegründeten Theatergruppe als Schauspieler, Regisseur und Autor in Rom. Mehrere seiner bislang acht Theaterstücke wurden auch in Deutschland erfolgreich nachgespielt, so "Zwei Brüder" und "Genua 01" (als Hörspiel vom WDR 2004 produziert).
Erstsendung: 16.04.2006
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Treffer 13 von insgesamt 14
Titel: Urfaust
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
produziert in: 2007
produziert von: MDR
Laufzeit: 87 Minuten
Regie: Leonhard Koppelmann
Bearbeitung: Heide Böwe
Komponist: Uwe Hilprecht
Inhalt: Die widerspruchsvollen und lückenhaften Szenen des "Urfaust" wurden erst lange nach Goethes Tod bekannt. Seitdem haben sie sich neben der reifen, endgültigen Form des Faust-Dramas als leidenschaftliches Bekenntnis des jungen Dichters und Ausdruck eines die ganze Epoche bestimmenden Lebensgefühls behauptet. Goethe verfasste sie in den Jahren 1772-75. Im "Urfaust" ist bereits die Wandlung der Faust-Gestalt und der problematische Kern der späteren Dichtung klar zu erkennen. Faust erscheint nicht mehr als der "Magier" des Volksbuches, als der Teufelsbündler und Hexenmeister, sondern als der "dämonische Mensch", der seinem eigenen inneren Gesetz folgen muss, an der Begrenztheit und Bedingtheit des Irdischen scheitert und unvermeidlich in tiefe Schuld gerät. Allerdings hat die Erlösungsidee im "Urfaust" noch keinen Niederschlag gefunden. Die Problematik der Faust-Gestalt tritt hier zurück hinter die Gretchen-Tragödie, die der Dichter unter dem Eindruck erschütternder persönlicher Erlebnisse niederschrieb.
Sprecher:
offen
Faust: Ulrich Matthes
Mephistopheles: Sven-Eric Bechtolf
Margarethe: Katharina Schüttler
Geist: Traugott Buhre
Wagner: Thomas Neumann
Student: Philipp Hochmair
Frosch: Lars Rudolph
Brander: Oliver Materlik
Siebel: Meigl Hoffmann
Alten: Thomas Schmidt
Marthe: Astrid Meyerfeldt
Liesgen: Jeanette Spassova
Verse männlich: Winnie Böwe
Verse männlich: Stefan Kaminski
Daten zu Johann Wolfgang von Goethe:geboren: 28.08.1749
gestorben: 22.03.1832
Vita: Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), geadelt 1782, war ein deutscher Dichter. Er forschte und publizierte außerdem auf verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. Ab 1776 bekleidete er am Hof von Weimar unterschiedliche politische und administrative Ämter.

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Erstsendung: 20.03.2007
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Treffer 14 von insgesamt 14
Titel: Vom Nachteil, geboren zu sein
Autor: E. M. Cioran
produziert in: 2013
produziert von: SWR
Laufzeit: 71 Minuten
Regie: Kai Grehn
Bearbeitung: Kai Grehn
Komponist: Helmut Oehring
Übersetzer: François Bondy
Inhalt: In der griechischen Mythologie foltert König Midas den Satyr Silenos, um endlich in Erfahrung zu bringen, was für des Menschen Wohl das Beste sei. Die Antwort wurde u. a. von Aristoteles überliefert: »Das Allerbeste ist für dich gänzlich unerreichbar: nicht geboren zu sein, nicht zu sein, nichts zu sein.«

E. M. Ciorans Aphorismenbuch »Vom Nachteil, geboren zu sein" nimmt direkten Bezug auf die »Weisheit des Silenos«: seine 1973 erschienenen »Miniessays« sind Wirklichkeitskritik, die sich jedoch eine letzte Instanz der Wahrheit, die Intimität des Einzelnen, offenhält. Einzig möglicher Ausdruck des Versuchs, dem »Rausch der Auswegslosigkeit« Gestalt zu geben, sind bei Cioran Musik und Poesie. Formulierbare "Wahrheit" beginnt für ihn in dem Augenblick, in dem sie sich selbst aufhebt. "Letzteres", schreibt Kai Grehn, "ist für mich der Anknüpfungspunkt für eine Hörspielarbeit nach Ciorans Buch »Vom Nachteil, geboren zu sein«. 101 Aphorismen dieses großstädtischen Einsiedlers werden 99 Schauspielern in den Mund gelegt. Die „Spezies Mensch“ selbst ist es, die vom Nachteil spricht, geboren zu sein, wobei jeder einzelne Aphorismus von einem anderen Sprecher interpretiert wird, die „Intimität des Einzelnen“ erfährt, um durch den nächsten Sprecher sogleich wieder aufgehoben zu werden usw. usf.

Ciorans Denken war und bleibt ein Skandalon. Dem Werk dieses Außenseiters und aus Prinzip Gescheiterten eine Hörspielarbeit zu widmen, scheint mir Pflicht und Kür zugleich."
Sprecher:Florian Anderer
Kathi Angerer
Hendrik Arnst
Paula Beer
Bibiana Beglau
Benjamin Berger
Luise Berndt
Johanna Bittenbinder
Sebastian Blomberg
Bärbel Bolle
Niels Bormann,
Jule Böwe
Maximilian Brauer
Heinz-Josef Braun
Margarita Breitkreiz
Volker Bruch
Matthias Buss
Jean-Pierre Cornu
Brigitte Cuvelier
Maren Eggert
Josephine Ehlert
Lars Eidinger
Alexander Fehling
Samuel Fintzi
Georg Friedrich
Pippa Galli
Robert Gallinowski
Claudia Geisler
Christian Grashof
Claudia Graue
Bernd Grawert
Olivia Grigolli
Robert Gwisdek
Jörg Hartmann
Franz Hartwig
Irm Hermann
Jonas Hien
Fabian Hinrichs
Brigitte Hobmeier
Marc Hosemann
Thomas Huber
Eva Irion
Ueli Jäggi
Peter Jordan
Mario Klischies
Wolfram Koch
Eva Maria Kurz
Vincent Leittersdorf
Christoph Letkowski
Ulli Lommel
Inka Löwendorf
Felix von Manteuffel
Dagmar Manzel
Matthias Matschke
Annika Meier
Marcus Melzwig
Sarah Sophia Meyer
Birgit Minichmayr
Christopher Nell
Josef Ostendorf
Mira Partecke
Milan Peschel
Uli Plessmann
Trystan Pütter
Anne Ratte-Polle
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Judith Rosmair
Lars Rudolph
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Marianne Sägebrecht
Alexander Scheer
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Jannik Schümann
Katharina Schüttler
Sebastian Schwarz
Michael Schweighöfer
Marie-Lou Sellem
Jeanette Spassova
Lilith Stangenberg
Lore Stefanek
Ernst Stötzner
Bettina Stucky
Christine Urspruch
Sebastian Urzendowsky
Ulrich Voß
Axel Wandtke
Harald Warmbrunn
Jens Wawrczeck
Kathrin Wehlisch
Angela Winkler
Dolores Winkler
Luise Wolfram
Doris Wolters
Franziska Wulf
Almut Zilcher
Vokalensemble Stuttgart
Daten zu E. M. Cioran:geboren: 08.04.1944
gestorben: 20.06.1995
Vita: Emil M. Cioran (1911-1995) Geboren 1911 in Siebenbürgen, Rumänien, gilt Cioran als radikalster Skeptiker und Kulturkritiker unter den französischen Essayisten und Dichterphilosophen des 20. Jahrhunderts. Zeitweise von der faschistischen Bewebung angezogen, hat er sich später für seine Verirrungen entschuldigt. Von 1933 bis 1935 hielt sich Cioran in Berlin auf. 1937 zog er nach Paris, wo er den Rest seines Lebens in einer kleinen Mansardenwohnung verbrachte. Seine frühen Werke verfasste er in rumänischer, die nach 1945 entstandenen in französischer Sprache.

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Erstsendung: 28.11.2013
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(Statistiken zu Auszeichnungen)
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  • Veröffentlicht
    11. Januar 2015
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