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Hörspieldatenbank

Willkommen zur umfangreichsten deutschsprachigen Hörspieldatenbank

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Vorige/nächste Ausstrahlung:07.04.2019 um 18:20 bei SWR 2  Phonostart Radio Cloud*
Titel: Auf einem einzigen Blatt Papier
Autor: Mirna Funk
produziert in: 1994
produziert von: WDR
Laufzeit: 59 Minuten
Regie: Stefanie Ramb
Komponist: The Lied
Inhalt: Jonathan ist ein Mann, der kein Gestern und kein Morgen hat. Dessen gesamtes Leben auf einem einzigen Blatt Papier stattfindet, das immer wieder gelöscht und neu beschrieben wird. Jonathan hat Israel, das Land, indem er geboren ist, noch nie verlassen. Er kann es nicht verlassen, weil er sich selbst nicht bewohnt. Er hat quasi keinen Körper, mit dem er reisen könnte. Keinen Körper, mit dem er Dinge schaffen könnte. Keinen Körper, um mit anderen in Kontakt zu treten. Er ist ein Lufthauch. Eine Sphäre. Er existiert nur als Reaktion. Es gibt von ihm ausgehend keine Aktion. Nichts, das aus ihm heraus agiert. Er reagiert nur auf Dinge, Menschen und Situationen. Sein Leben findet parallel zu all dem statt, was heute die moderne Welt mit ihren zahlreichen Möglichkeiten, dem Netzwerken, dem Reisen und dem sich selbst Entdecken ausmacht. Dieser Mann ist ein Gegenentwurf zur gegenwärtigen Gesellschaft und doch erfahren wir viel durch ihn über ebendiese Gesellschaft.

"Wir leben in einer Zeit, in der sich alles um persönliche Weiterentwicklung dreht, in der jeder Einzelne davon überzeugt ist, er könne alles tun und jeder sein. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen glauben, immer wieder neu anfangen zu können. Ja, dass es viele verschiedene Leben in diesem einen gibt. Und wir leben in einer Zeit, in der wir fest davon überzeugt sind, dass wir frei sind. Auch Jonathan, der Protagonist meines Hörspiels, ist überzeugt davon, frei zu sein. Immer, wenn sein Leben nicht so läuft, wie er es sich wünscht, beginnt er einfach von vorn. So glaubt er jedenfalls. Er gibt sich einen neuen Namen, kleidet sich neu ein, beginnt einen neuen Job und eine neue Beziehung. Er verändert sein gesamtes Setting und denkt, dass nun alles anders wird. Aber das wird es nicht. Weil wir nicht neu beginnen können. Weil wir uns, unsere Traumata und unsere Geschichte mitschleppen. Ein ganzes Leben lang. Denn wir werden uns nicht los. Niemals." (Mirna Funk)
Sprecher:Nicole Heesters (Herta)
Karin Anselm (Luise)
Jochen Schroeder (Paul)
Christian Redl (Lindau)
Hans Caninenberg (Diener)
Samy Orfgen (Frau Golinski)
Daten zu Mirna Funk:geboren: 1981
Vita: Mirna Funk, geb. 1981 in Ost-Berlin, Schriftstellerin und Journalistin. Artikel und Essays für verschiedene Magazine und Zeitungen. Auszeichnungen u. a. Uwe-Johnson-Preis, 2015. Roman Winternähe (2015).
Hompepage o.ä.: https://mirnafunk.com/

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 23.09.2018
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: caribou (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 2 von insgesamt 11
Titel: Das Ende der Paraden
Autor: Ford Madox Ford
produziert in: 2001
produziert von: MDR; WDR
Laufzeit: 12 Minuten
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Komponist: Peter Kaizar
Übersetzer: Joachim Utz
Inhalt: Ein 7-teiliges Hörspiel.

I. Manche tun es nicht (Teile 1+2)
II. Keine Paraden mehr (Teile 3+4)
III. Der Mann, der aufrecht blieb (Teile 5+6)
VI. Zapfenstreich (Epilog) (Teil 7)

Christopher Tietjens ist ein Held vom alten Schlag, der wohl letzte verbliebene Gentleman im England des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die immer korrupter und unmoralischer werdende Gesellschaft - allen voran seine untreue Ehefrau Sylvia - machen es ihm zu nehmend schwer, seine noblen Ideale von Selbstlosigkeit und Zurückhaltung zu bewahren. So zieht Tietjens in den Ersten Weltkrieg und muss an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen: Als Soldat gegen die Deutschen, als Ehrenmann gegen die Intrigen seiner Frau.

Ford Madox Ford zeichnet mit seiner Tetralogie Das Ende der Paraden das Porträt einer Gesellschaft im Umbruch, vom Viktorianismus hin zur Moderne: Frauen kämpfen um das Recht zu wählen, die Elite verliert sich in Diskussionen um Rang und Namen, die Wirtschaft ist in Schieflage geraten, Ehe und Familie haben durch den allgemeinen Trend zur Untreue an Wert verloren - kurzum: es herrscht Orientierungslosigkeit in allen sozialen Schichten. Diese Orientierungslosigkeit bildet Ford Madox Ford durch seine Erzählweise ab, er vermischt Perspektiven, innere Monologe, Bilder und Erinnerungen, die umherfliegen wie Granatensplitter.

Im ersten Band, "Manche tun es nicht", ist der Rosenkrieg mit seiner Frau Sylvia, die zwischenzeitlich mit einem anderen durchgebrannt war, in vollem Gange.
Da bricht der Erste Weltkrieg aus und Christopher Tietjens meldet sich freiwillig, er flüchtet gleichsam an die Front und lässt die junge Valentine Wannop, in die er sich verliebt hat, zurück, ohne sich mit ihr eingelassen zu haben. Denn Tietjens gehört zu denen, die moralisch integer bleiben wollen, die es eben nicht tun.

"Keine Paraden mehr", der zweite Band, zeigt den Helden dann in Frankreich an der Front, inmitten von Waffenlärm, Schlamm und Blut, während seine Ehefrau sich vor der Presse inszeniert. Erst als ihr klar wird, dass Tietjens sich neu verliebt hat, versucht sie, ihn zu verführen und zurückzugewinnen.

Endgültig und unwiederbringlich zerfällt die alte Ordnung, privat wie gesellschaftlich, mit dem Ende des Krieges, dem Tag des Waffenstillstands, mit dem der dritte Band, "Der Mann, der aufrecht blieb", beginnt. Valentine und Christopher finden sich wieder und müssen nun nach vier Jahren Ausnahmezustand ihre Realität neu zusammensetzen und gestalten.

Als Epilog rekapituliert der vierte Band, "Zapfenstreich", schließlich aus der Sicht vieler verschiedener Figuren in Christopher Tietjens Umfeld, was sich in den vergangenen Jahren ereignet hat. Tietjens lebt zusammen mit Valentine, die ein Kind von ihm erwartet, seinem sterbenden Bruder Mark und dessen französischer Geliebter auf dem Familienanwesen. Der Bruder hat am Tag des Waffenstillstandes beschlossen, nie mehr zu sprechen. Diese Sprachlosigkeit angesichts der inneren und äußeren Umwälzungen des Systems ist symptomatisch für den gesamten Text und für die Zeit, in der er spielt.

Das nicht Gesagte oder nicht Sagbare ist auch die Herausforderung für die siebenteilige Hörspielproduktion, die Klaus Buhlert aus Ford Madox Fords vier Romanbänden inszeniert hat. Die Bruchstücke, Wortfetzen, Eindrücke und Vorstellungen verdichten sich immer wieder zu dynamischen Musiktableaus, die das Kriegsgetöse lautmalerisch hörbar machen, die Leitmotive hervorheben und so ihr eigenes akustisches Bild von Ford Madox Fords Welt zeichnen.
Sprecher:Erzähler: Oliver Stern
Marta-Maria: Holdine Wolter
Der dicke Vater: Johann Adam Oest
Carmen Dudel: Maria Happel
Professor Kuttelpfanne: Hermann Lause
Der Zweinullsieben: Hermann Beyer
Manolo: Manolo Palma
Zeitungsfrau: Monika Pietsch
Kinder: Caspar Bankert
Kinder: Sarah Bötscher
Kinder: Maximilian Dinnebier
Kinder: Nina Gummich
Kinder: Julian Hanns
Kinder: Clara Hofmann
Kinder: Constanze Hummel
Kinder: Charlotte Suckow
Kinder: Frowin Wolter
Daten zu Ford Madox Ford:vollständiger Name: Ford Hermann Hueffer
geboren: 17.12.1873
gestorben: 26.06.1939
Vita: Ford Madox Ford, eigentlich Ford Hermann Hueffer (* 17. Dezember 1873 in Merton, Surrey, England; † 26. Juni 1939 in Deauville, Calvados, Frankreich) war ein englischer Schriftsteller.

Diese Informationen zum Autor/der Autorin stammen ganz oder teilweise aus der Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Erstsendung: 21.01.2018
Datenquelle(n): dra
dra
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YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: caribou (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 3 von insgesamt 11
Titel: Der Junge, der Gedanken lesen konnte
Autor: Kirsten Boie
produziert in: 1930
Genre: Kinderhörspiel
Regie: Hans Helge Ott
Bearbeitung: Angela Gerrits
Dramaturgie: Jörg-Peter von Klarenau
Inhalt: Verwirrendes passiert im Leben des 10-jährigen Valentin: Er entdeckt an sich die Fähigkeit, Gedanken anderer Leute lesen zu können. Dieses Talent beunruhigt ihn, doch dann kommt es ihm zugute: Valentin erfährt, wer hinter einem gemeinen Diebstahl steckt, der auf dem Friedhof passiert ist. Ob die Polizei ihm glaubt? Doch es ist nicht allein kriminalistisches Interesse, das Valentin immer wieder auf den Friedhof lockt. Gemeinsam mit seinem neuen Freund Mesut begegnet er dort liebenswerten und skurrilen Menschen, die sich - jeder auf seine Weise - mit dem Tod auseinandersetzen und die sich auf dem Friedhof sehr wohl zu fühlen scheinen. Aber darf man auf einem Grab picknicken? Und sogar eine Party feiern? Kirsten Boies unterhaltsame und vielschichtige Erzählung wird als Hörspiel lebendig. Die Buchvorlage ist bei Oetinger erschienen.
Daten zu Kirsten Boie:geboren: 19.03.1950
Vita: Kirsten Boie wurde am 19.3.1950 in Hamburg geboren. Dort absolvierte sie auch Schule und Studium, mit Ausnahme eines Studienjahres an der englischen Universität Southampton mit einem Auslandsstipendium der Hamburger Universität. Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Englisch Promotion in Literaturwissenschaft. Tätigkeit als Lehrerin an einem Hamburger Gymnasium, auf eigenen Wunsch Wechsel an eine Ganztagsgesamtschule.
Hompepage o.ä.: http://www.kirsten-boie.de/
Erstsendung: 15.05.2016
Datenquelle(n): dra
dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Westdeutscher Rundfunk, Köln
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 4 von insgesamt 11
Titel: Die Traumnovelle
Autor: Arthur Schnitzler
produziert in: 2001
produziert von: SRF
Laufzeit: 49 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Katja Langenbach
Inhalt: Glaubst du an die Treue? Warum? Warum nicht? Glaubst du, dass du deinen Partner wirklich kennst? Warum hast du geheiratet? Haben Ehe und Leidenschaft etwas miteinander zu tun? Ist es legitim, in einer Beziehung Geheimnisse vor dem anderen zu haben? Die Beziehung von Fridolin und Albertine wird unerwartet von Fragen, Ängsten und Zweifeln erschüttert. Ein Maskenball ist der Auslöser. Ein Fest, bei dem beide ein heftiges erotisches Verlangen in sich entdecken, das in ihrem Ehe-Alltag nicht befriedigt wird. Für beide beginnt eine (alp-)traumhafte Reise durch die Nacht auf der Suche nach dem Kern der Liebe, nach sich selbst und dem anderen. Im Verlauf von zwei rauschhaften Tagen entfernen sie sich maximal voneinander, um sich am Ende wiederzufinden. Arthur Schnitzler untersucht mit seiner 1926 erschienenen Traumnovelle die Gewalt, mit der zurückgehaltene sexuelle Wünsche unvermittelt ans Tageslicht drängen, analysiert den Druck der schwindenden körperlichen Leidenschaft in Langzeitbeziehungen und zeigt die existentielle Krise in der Lebensmitte zweier Menschen, in der die gewonnenen Sicherheiten ihres gemeinsamen Lebens plötzlich brüchig werden. Im Hörspiel werden die in der Erzählung angelegten Schichten von Traum und Realität, männlicher und weiblicher Perspektive, Erinnerung und Gegenwart, Lüge und Wahrheit noch erweitert um zeitgenössische Diskurse über das sexuelle Begehren. Hier kommen sowohl psychologische, soziologische und philosophische Stimmen zu Wort als auch die persönlichen Antworten von Paaren, die über ihren Beziehungsalltag befragt wurden.
Sprecher:Leo P. Decastels: Michael Maassen
Johannes Warstein: Michael Wittenborn
Samoa: Herlinde Latzko
Daten zu Arthur Schnitzler:geboren: 15.05.1862
gestorben: 21.10.1931
Vita: Geboren am 15. Mai 1862 in Wien; gestorben am 21. Oktober 1931 in Wien. Sein Vater Johann Schnitzler, aus einer einfachen jüdischen Familie stammend, kam über Budapest nach Wien, heiratete in eine prominente Familie ein und wurde ein angesehener Arzt als Leiter der Allgemeinen Poliklinik. Sein Sohn Arthur besuchte von 1871 bis 1879 das Akademische Gymnasium und studierte ebenfalls Medizin (Promotion 1885). Er arbeitete an der Zeitschrift 'Internationale Klinische Rundschau' mit und interessierte sich schon früh für Psychologie. Als Sekundararzt bei dem Psychiater Theodor Meynert setzte er Hypnose und Suggestion experimentell ein. Anschließend war er bis 1888 Assistent und Sekundararzt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und später Assistent seines Vaters an der Poliklinik, danach eröffnete er eine Privatpraxis, die er mit zunehmender literarischer Tätigkeit immer mehr einschränken mußte, aber nie ganz aufgab. Schnitzler wird häufig als literarisches Pendant Sigmund Freuds bezeichnet. In seinen Dramen und Novellen, die oft die revolutionäre Erzähltechnik des 'Inneren Monologs' verwenden, bringt Schnitzler das Unterbewusstsein seiner Figuren unmittelbar und drastisch zum Vorschein. Aufgrund seiner kompromißlosen Darstellung war Schnitzler immer wieder heftigen Angriffen ausgesetzt; sein Einakterzyklus »Der Reigen« (1900 als Privatdruck) provozierte den Vorwurf der Pornographie und weil er das militärische Ritual des Duells im »Leutnant Gustl« (1899) lächerlich gemacht und damit den militärischen Ehrenkodex verletzt hatte, wurde dem Dichter sein Reserveoffiziersrang als "k.u.k. Oberarzt in Evidenz" aberkannt. Nach der Trennung von seiner Frau Olga 1921 erzog Schnitzler Sohn Heinrich und Tochter Lili alleine. Lilis Selbstmord im Jahr 1928 erschütterte ihn tief. Er starb drei Jahre später an den Folgen eines Gehirnschlags.
Erstsendung: 24.08.2018
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 5 von insgesamt 11
Titel: Die Überfahrt
Autor: Alice Munro
produziert in: 2015
produziert von: BR
Laufzeit: 340 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Irene Schuck
Bearbeitung: Irene Schuck
Komponist: zeitblom
Dramaturgie: Thomas Fritz
Übersetzer: Heidi Zerning
Inhalt: Die Erzählerin auf der Suche nach ihren Vorfahren: Am 4. Juni 1818 gehen im Hafen von Leith drei Generationen der Familie Laidlaw (die Brüder Andrew und Walter, ihre Schwester Mary, ihr Vater James und Andrews hochschwangere Frau Agnes mit ihrem knapp zweijährigen Sohn, der ebenfalls James heißt) an Bord eines Schiffes, das sie aus Schottland in die Neue Welt bringen wird. Vor Jahren ist James junior, der dritte der Brüder, nach Nova Scotia ausgewandert, und jetzt folgen sie ihm nach an die kanadische Atlantikküste, um sich dort anzusiedeln. Mary, klein, kränklich schüchtern, hat nichts lieber, als den kleinen James auf ihrer Hüfte herumzutragen, schon damit er sich an Deck nicht verläuft. Walter versteckt sich gern in einem abgelegenen Winkel des überfüllten Seglers, um Tagebuch zu schreiben. Dort spürt ihn Nettie auf, eine Zwölfjährige "aus den Kajüten", wo die Bessergestellten einquartiert sind. Bald weicht sie ihm nicht mehr von der Seite. Agnes wird von einer Tochter entbunden, Isabel, und kann sich die Aufmerksamkeit des Wundarztes nicht erklären. Der alte James erzählt und erzählt Geschichten aus der Vergangenheit. Und während sie noch ihr altes Leben verabschieden, hat, umgeben von Wasser, das neue bereits begonnen.
Sprecher:Brigitte Hobmeier
Stefan Hunstein
Jonas Minthe
Wolfgang Pregler
Johannes Silberschneider
Edmund Telgenkämper
Stefan Wilkening
Elfriede Jelinek
Daten zu Alice Munro:geboren: 10.07.1931
Vita: Alice Munro (geborene Alice Ann Laidlaw; * 10. Juli 1931 in Wingham, Ontario, Kanada) ist eine kanadische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin, deren Werk mehr als 150 Kurzgeschichten umfasst.

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Erstsendung: 29.11.2015
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 6 von insgesamt 11
Titel: Die Wand
Autor: Cristin König
produziert in: 1959
produziert von: SDR
Laufzeit: 87 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Cristin König
Komponist: Otto Erich Schilling
Dramaturgie: Martina Müller-Wallraf
Inhalt: Nele ist gestorben. Ihrem Freund Robert und ihren Ex-Mann Leo hat sie einen Koffer vermacht mit scheinbar belanglosen Dingen und Papieren. Doch zwischen all dem wertlosen Kram entdecken die Männer plötzlich eine Anleitung, eine Bank zu auszurauben. Trauen sich die beiden das zu?

Zur selben Zeit in einem Café sitzt eine Frau, die die Männer bei ihrem Abenteuer per Videoüberwachung beobachtet. Es ist Nele. Was bezweckt sie mit ihrer Anleitung zum Bankraub, dem Vortäuschen des eigenen Todes? Alles entpuppt sich als ausgetüftelte Konstruktion, die Nele für und mit Freund Robert ausgeheckt hat, um Leo loszuwerden. Und obwohl der Plan ihrem Genie entspringt, obwohl sie die Fäden in der Hand hält und das Wissen, gerät Nele ins Stolpern. Über ihre Unsicherheit, über ihre Vergangenheit und ihre Aussichten. Die Macht will nicht auf ihre Seite wechseln. Die Rache wird scheitern.
Sprecher:Gertrud Kückelmann (Hero)
Heinz Woester (Oberpriester)
Michael Degen (Leander)
Joachim Engel-Denis (Naukleros)
Max Mairich (Tempelhüter)
Karin Schlemmer (Janthe)
Lina Carstens (Heros Mutter)
Ludwig Anschütz (Heros Vater)
Daten zu Cristin König:geboren: 1965
Vita: Cristin König, geboren 1965 in Trier, Schauspielerin, Theater-Drehbuch-Hörspiel-Autorin, Regisseurin. Als Schauspielerin mit festen und freien Engagements an großen deutschsprachigen Bühnen; 2011 Regiedebüt am Maxim Gorki Theater Berlin; "Lila und Fred" ist ihr erstes Hörspiel in Eigenregie.
Erstsendung: 23.06.2018
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 7 von insgesamt 11
Titel: Die Weiße Frau
ARD Radiotatort (Folge 117)
Autor: Robert Hültner
produziert in: 2004
produziert von: HR
Laufzeit: 51 Minuten
Genre: Krimi
Regie: Ulrich Lampen
Komponist: Werner Cee
Dramaturgie: Katarina Agathos
Inhalt: Eigentlich ist Dienstgruppenleiter Raab nicht so leicht aus der Fassung zu bringen. Als jedoch eine Brucker Bürgerin auf der Wache erscheint und allen Ernstes beteuert, bei einer nächtlichen Fahrt durch ein abgelegenes Waldstück ein Gespenst gesehen zu haben, hegt er Zweifel, ob sein Gegenüber wirklich noch alle Tassen im Schrank hat.

Nur wenige Tage später aber wird die Nacht-Streife zu einem Verkehrsunfall beordert, dessen Verursacher stammelnd berichtet, von einer plötzlich am Waldrand aufgetauchten, in ein weißes Totenhemd gehüllten Frau zu Tode erschreckt worden zu sein. Nun kommen die Brucker Beamten nicht mehr umhin, sich mit diesem bizarren Fall doch ausführlicher zu beschäftigen. Auch, weil längst fantastische Gerüchte umher schwirren, die immer mehr Esoteriker, selbsternannte Parapsychologie-Experten und sensationslüsterne TV-Teams anziehen.

Senta und Rudi haben mit Übersinnlichkeit zwar nichts am Hut, finden aber ebenfalls keine Erklärung für diese rätselhaften Vorgänge. Die Spurensuche vor Ort bleibt ohne Ergebnis. Auch der beiläufig in Erfahrung gebrachte Umstand, dass der Ort der Geister-Sichtung vor etwa zehn Jahren Schauplatz eines tödlichen Verkehrsunfalls war, hilft den Ermittlern zunächst nicht weiter.

Das Blatt wendet sich, als sie sich nach einer weiteren Erscheinung der „Weißen Frau“ auf die Lauer legen, dabei aber keinen Geist, sondern eine Frau aus Fleisch und Blut stellen, die sich mehr als verdächtig verhält.
Sprecher:Nora Hickler (Jana)
Jan-Henning Voigt (Phil)
Andreas Wellano (Egbert)
Andrea Wolf (Janas Mutter)
Hartmut Volle (Janas Vater)
Walter Renneisen (Ronni)
ergänzender Hinweis: Ton und Technik: Gerhard Wicho, Daniela Röder
Regieassistenz: Stefanie Ramb
Daten zu Robert Hültner:geboren: 1950
Vita: Robert Hültner, geb. 1950 im Chiemgau. Autor, Regisseur, Filmrestaurator. Studium an der Filmhochschule München. Auszeichnungen u.a. Dt. Krimipreis 1996 u. 1998, Friedrich-Glauser-Preis 1998. Kriminalromane: „Walching“ (1993), „Ende der Ermittlungen“ (2007); Theaterstücke: „Schikaneder“ (2004); Autor aller zehn bisherigen ARD Radio Tatorte des BR.
Erstsendung: 13.12.2017
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)ARD Mediathek
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 8 von insgesamt 11
Titel: Dorfdisco
Autor: Lisa Sommerfeldt
produziert in: 1949
produziert von: SDR
Laufzeit: 45 Minuten
Genre: Gegenwartskritik
Regie: Susanne Krings
Dramaturgie: Natalie Szallies
Inhalt: Plötzlich ist Mandy wieder da. In ihrem Heimatort, einem Kaff im Osten. Ein Jahr lang war sie weg. Wollte Karriere machen beim Film. Gelandet ist sie in einer Soap, ausgenutzt von einem Bruce, der Nacktfotos von ihr ins Netz stellt. Dann lieber zurück in die Provinz.

Jetzt ist sie also wieder hier. "Mal schauen", wie sie zu ihrem Bruder Till sagt. Der hat es überhaupt noch nie hier raus geschafft. Und bevor man über neue Perspektiven nachdenken kann, muss man erst mal mit den Altlasten aufräumen: Früher, da hatte die Familie eine Kneipe, das "Filou". Dann ist die Mutter mit ihrem Liebhaber abgehauen in den Westen. Hat nie wieder was von sich hören lassen. Behauptet jedenfalls der Vater, der das Ganze so sehr vergessen will, dass er jetzt immer alles vergisst. Nachdem die Kneipe pleite war, wollten Mandy und Till einen Club daraus machen. Aber dann ist Mandy abgehauen. Wie ihre Mutter, sagt der Vater. Aber vielleicht kann man dieses ganze dämliche Alles-wiederholt-sich-und-nie-wird-was-besser doch mal durchbrechen? Wenn man den Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart akzeptiert, hat die Zukunft vielleicht doch noch eine Chance.
Sprecher:Kunibert Gensichen (Prolog und Epilog)
Harald Baender (Fortunio)
Elsa Pfeiffer (Großmutter)
Herbert Fleischmann (Livio)
Edith Heerdegen (Miranda)
Erstsendung: 11.11.2018
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Westdeutscher Rundfunk, Köln
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 9 von insgesamt 11
Titel: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman
Autor: Laurence Sterne
produziert in: 1982
produziert von: ORF-ST
Laufzeit: 57 Minuten
Genre: Historisch; Biografie
Regie: Karl Bruckmaier
Bearbeitung: Karl Bruckmaier
Übersetzer: Michael Walter
Inhalt: Laurence Sternes Tristram Shandy ist ein einzigartiges Werk in der Literaturgeschichte: Erschienen zwischen den Jahren 1759 und 1767, experimentiert Sterne in diesem neunbändigen Roman selbstbewusst mit der Form. In einer Zeit, als der Roman selbst noch nicht klar definiert oder gar etabliert ist, lotet Sterne bereits dessen Grenzen aus, spielt mit der Wirkung auf seine Leser und lässt wie nebenbei fragwürdig erscheinen, wie er überhaupt erzählen kann, wovon er vorgibt, erzählen zu wollen: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Verspricht der Titel nämlich eine wohlgeordnete und fein aufbereitete, womöglich auf ein Ziel hin erzählte Lebensgeschichte, so enttäuscht der Erzähler diese Erwartungen sofort. Eine stringente Biografie beinhalten die neun Bände sicherlich nicht.
Stattdessen prägt den Roman eine assoziative Struktur: Vor und zurück blickt der Erzähler, der sich nicht an eine Chronologie halten mag; ebenso wechselt sein Gestus – von beißender Satire oder einem spöttischen Ton bis zu pathetischen Beschreibungen. Und auch optisch verrät Sternes Roman, dass er sich nicht an das hält, was seine Gattung bisher auszeichnete. Das Vorwort leitet die Geschichte nicht ein, es wird stattdessen nachgereicht, mitten in der Erzählung. Und die wiederum ist gespickt mit Auffälligkeiten: mit Auslassungen, Reihen von Sternchen-Symbolen, oder mit ganzen Kapiteln, die fehlen. Andere Seiten sind dafür ganz in schwarz gehalten, gefüllt mit Druckerschwärze, nicht mit sinnerfüllten Zeichen. All das sind Hinweise darauf, dass die Ordnung hier bewusst gebrochen wird, dass Autor und Erzähler Freigeister sind, die weniger an einer Biografie interessiert sind als an der bis heute bestehenden Frage, ob sich eine solche erzählen lässt. Vom Leben dieses vermeintlichen Protagonisten und Ich-Erzählers, Tristram Shandy, liest man entsprechend wenig – seiner Zeugung wird ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie seiner Geburt, von der erst im dritten Band berichtet wird. Sehr einprägsame und detailreiche Beschreibungen gelten dagegen anderen Figuren: allen voran Tristrams Vater und seinem Onkel Toby – zwei äußerst eigenwillige, bisweilen schrullige Charaktere, die der Erzähler aber nie so sehr dem Lächerlichen preisgibt, dass sie darüber ihre liebenswerte Note verlieren, ganz Karikatur werden.
Nietzsche galt Sterne deshalb als „der freieste Schriftsteller aller Zeiten“, gegen ihn, so schreibt er in Menschliches Allzumenschliches II, seien „alle anderen steif, vierschrötig, unduldsam und bäuerisch-geradezu“. Mit dieser Haltung hat Sterne die Geschichte des Romans geprägt und ist zu einer Instanz für folgende Schriftstellergenerationen geworden. Auch in Deutschland blickten Autoren bewundernd auf den schreibenden Pfarrer aus England und seinen Tristram: Goethe und Zelter etwa tauschten im Briefwechsel ihre Lektüreeindrücke aus, und Lessing ließ sich zu der Aussage bewegen, er würde Sterne gerne fünf seiner Lebensjahre abtreten, wenn dieser sie nur schreibend verbringen wolle. Eine erste Übersetzung ins Deutsche folgte entsprechend früh, 1769. Auf der Übertragung von Michael Walter basiert nun die Bearbeitung für das Radio von Karl Bruckmaier. Dessen Ziel es ist, „den Hörgewohnheiten des 21. Jahrhunderts ebenso Rechnung zu tragen wie den zeitlosen, den klassischen Qualitäten dieses Urtexts aller Genreverletzungen.“
Sprecher:Horst Klaus (Hauderer)
Franz Steiner (Sentner)
Lisbeth Legat-Gruber (Agnes Hauderer)
Helfried Edlinger (Poldl Sentner)
Ernst Prassel (Anton Zangl)
Gudrun Archan (Hilde Zangl)
Christian Pölzl (Fredi Zangl)
Fini Walter (Wirtin)
Edmund Marx (Ferdl)
Hermann Schweighofer (Sepp)
Daten zu Laurence Sterne:geboren: 24.11.1713
gestorben: 18.03.1768
Vita: Laurence Sterne, geb. am 24.11.1713 im irischen Clonmel, Sohn eines Offiziers. 1724 Tod des Vaters, Aufnahme durch seinen Onkel. Studium der Theologie in Cambridge. Ab 1738 Pfarrer in Sutton in der Nähe von York, wo er 20 Jahre als Landgeistlicher arbeitet. 1741 Heirat mit Elisabeth Lumley. 1759 erregt er in York und London mit den ersten beiden Bänden von Tristram Shandy Aufmerksamkeit. 1760 Übersiedlung nach London. Pendeln zwischen London und Coxwold, wo er eine Pfarrei erhält. Zweieinhalbjähriger Aufenthalt in Frankreich, von dem er alleine, ohne seine Frau nach London zurückkehrt. 1765 Reise nach Neapel. Am 18.03.1768 stirbt er in London an Tuberkulose. Werke: The life and opinions of Tristram Shandy (1759–67), Sermons (1760 ff.), Sentimental journey through France and Italy (1768), Letters to his most intimate friends (1775).

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Erstsendung: 11.10.2015
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Treffer 10 von insgesamt 11
Titel: Lenz
Autor: Georg Büchner
produziert in: 1964
produziert von: RB
Laufzeit: 69 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Ulrich Lampen
Komponist: Jobst Philipp
Inhalt: "Den 20. Januar 1778 kam er hierher." Er, das ist Jakob Michael Reinhold Lenz, Pfarrerssohn, Theologe, Dichter des Sturm und Drang. Hierher, das ist das elsässische Dorf Waldersbach in den Vogesen. Dort lebt der pietistische Pfarrer, Reformpädagoge und Seelenarzt Johan Friedrich Oberlin. Zu ihm kommt der Dichter Lenz auf Anraten eines Freundes. Lenz erhofft sich von der Begegnung mit Oberlin und seiner Familie Linderung seiner psychischen Leiden. Oberlin führt Buch über den Aufenthalt des Dichters, über die Tage der Besserung, über die wiederkehrenden Anfälle und die letztliche Übergabe des Gastes in professionelle Obhut in Straßburg nach knapp drei Wochen. Nüchtern, beobachtend, sachlich: Ein Krankenbericht.

"Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen." So beginnt Georg Büchner die Erzählung Lenz, die 1836 unter anderem auf der Grundlage von Oberlins Bericht entsteht. Schon dieser Anfang, in dem sich die Psyche der Titelfigur unmittelbar in den Naturbeschreibungen spiegelt, zeigt an: Lenz ist hier mehr als ein Krankheitsfall. Er wird zur literarischen, d.h. exemplarischen Figur. Sein Innenleben wird bestimmende Kraft der Erzählung. Sein Schwanken zwischen emotionalem Aufruhr und innerer Taubheit, seine Wechsel zwischen überbordender Euphorie und äußerster Hilflosigkeit sind Ausdruck eines Gefühls existenzieller Ohnmacht und Heimatlosigkeit. Zwar gibt es bei Büchner durchaus Hinweise auf konkrete biografische Erfahrungen, die Jakob Michael Reinhold Lenz in die psychische Instabilität treiben. Die Ansprüche des Vaters etwa, denen Lenz, seinen eigenen Bedürfnissen als Dichter folgend, nicht gerecht wird. Schuldgefühle aufgrund unglücklicher Liebesbeziehungen. Religiöse Zweifel.

Doch in Lenz geht es nicht um ein biografisches Porträt oder um psychologische Diagnose. Es geht um die sprachliche Anverwandlung eines Lebensgefühls, um die Auslieferung an eine Verzweiflung an der Welt, der kaum etwas entgegenzusetzen ist. Auch wenn Lenz dies in der Erzählung immer wieder versucht: als er mit einer Kirchenpredigt zurück zu Gott und in die Dorfgemeinschaft finden will. Als er im Gespräch mit einem Freund die eigene künstlerische Programmatik verteidigt. Oder als er ganz im Wahn um die Wiedererweckung eines gestorbenen Mädchens kämpft. Am Ende aber scheitert er: "die Welt, die er hatte nutzen wollen, hatte einen ungeheuren Riß, er hatte keinen Haß, keine Liebe, keine Hoffnung, eine schreckliche Leere, und doch eine folternde Unruhe, sie auszufüllen. Er hatte Nichts."
Sprecher:Hans Helmut Dickow (Andreas Kragler)
Maria Häussler (Anna Balicke)
Leonard Steckel (Karl Balicke)
Katharina Brauren (Amalie Balicke)
Wolfgang Forester (Friedrich Murk)
Josef Dahmen (Babusch, Journalist)
Wolfgang Engels (Glubb, Schnapshändler)
Burghild Schreiber (Marie)
Eva-Maria Bauer (Auguste)
Walter Zibell (Kellner)
Gustav Rothe (Bulltrotter)
Horst Michael Neutze (Manke)
Johannes Schauer (Besoffener)
Daten zu Georg Büchner:vollständiger Name: Karl Georg Büchner
geboren: 17.10.1813
gestorben: 19.02.1837
Vita: Karl Georg Büchner (* 17. Oktober 1813 in Goddelau, Großherzogtum Hessen; † 19. Februar 1837 in Zürich) war ein hessischer Schriftsteller, Mediziner, Naturwissenschaftler und Revolutionär. Er gilt trotz seines schmalen Werkes – er starb bereits im Alter von 23 Jahren – als einer der bedeutendsten Literaten des Vormärz. Teile seines Werkes zählen zur Exilliteratur.

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Erstsendung: 15.04.2017
Datenquelle(n): dra
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Titel: Versuchter Selbstmord durch Verschlucken von Stecknadeln
Autor: Ernst Büchner
produziert in: 1924
produziert von: NORAG - Nordische Rundfunk AG (Hamburg)
Genre: Historisch; Biografie
Regie: Ulrich Lampen
Dramaturgie: Peter Liermann
Inhalt: Als am 20. Februar 1823 morgens um acht eine junge Frau den Assessor Dr. Ernst Büchner, Mediziner und Vater von Georg Büchner, mit der Bitte aufsucht, ihr den Magen aufzuschneiden, da sie allerhand Steck-, Strick- und Stopfnadeln gegessen habe, um sich aus Liebeskummer das Leben zu nehmen, kann er sich des Lachens kaum erwehren.

Doch die Geschichte sollte sich als wahr erweisen. Mit nahezu aufreizender Nüchternheit schildert Ernst Büchner diesen äußerst kuriosen klinischen Fall 1823 im 6. Band der "Zeitschrift für die Staatsarzneikunde". Durch Verabreichung von allerhand Emulsionen und Pillen gelang es, die Patientin schadlos zu halten, indem sie sämtliche Nadeln wieder ausschied. Als Zweifel an der Geschichte seiner Patientin auftauchten, unternahm Ernst Büchner selbst Versuche an einem eigens dafür angeschafften Dachshund. Pedantisch wurde protokolliert, was der Hund wann zu fressen bekam, wie viele Stecknadeln unter seine Nahrung gemischt waren und wann wie viele davon wieder ausgeschieden wurden. Schließlich wurde der Hund erschlagen und sein Magen geöffnet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der junge Georg, zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt, Zeuge dieser Unternehmung wurde. Schon nach kurzer Zeit erschien die Dame erneut und behauptete 200 weitere Stecknadeln gegessen zu haben; als Büchner das bezweifelte, erklärt die Frau sich bereit, vor Zeugen beliebig viele Stecknadeln zu essen. In Einvernehmen mit Eltern und Freunden wird sie schließlich für sechs Tage eingeschlossen und Tag und Nacht beobachtet. Ein makabres Menschenexperiment nimmt seinen Lauf.

Für die Büchner-Forschung findet die berühmte Erbsen-Szene des "Woyzeck" in der Nadelgeschichte ihren Ausgangspunkt. Man erinnere sich: Woyzeck hat sich gegen Geld als Versuchsobjekt der Wissenschaft angedient und darf monatelang nur Erbsen essen.
Daten zu Ernst Büchner:Vita: Karl Ernst Büchner, 1786 in Reinheim als Sohn eines Amtschirurgen geboren, trat zunächst in den niederländischen Sanitätsdienst ein und erhielt eine Ausbildung zum Regimentsarzt, zog anschließend mit den Truppen Napoleons fünf Jahre durch Europa. 1815 wurde er in Gießen promoviert; 1817 wurde er Medizinalassessor, 1854 Obermedizinalrat. Er starb 1861 in Darmstadt.
Erstsendung: 21.09.2014
Datenquelle(n): dra
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Scriptversion 9.4.0 vom 07.06.2018
1550582868
  • Veröffentlicht
    11. Januar 2015
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