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Hörspieldatenbank

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Titel: Kurze Geschichte des Traktors auf ukrainisch
Autor: Marina Lewycka
produziert in: 2009
produziert von: Autorenproduktion
Regie: Oliver Sturm
Bearbeitung: Claudia Kattanek
Übersetzer: Elfi Hartenstein
Inhalt: Das Buch wartet mit dem Titel eines Fachaufsatzes auf, mutet auf den ersten Seiten wie eine witzige, aber doch recht banale Geschichte an - und mausert sich schnell zu einem ebenso bewegenden wie tiefsinnigen Werk. Mit ihrem Erstling «Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch» ist der Autorin

Marina Lewycka ein wundervolles Debüt gelungen, das mittlerweile mit mehreren Preisen, wie zum Beispiel dem «British Book Award», prämiert wurde.

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach: Der 84 Jahre alte verwitwete Großvater einer aus der Ukraine stammenden Familie kündigt die baldige Eheschließung mit einer 36 Jahre alten Landsmännin an. Für die beiden Töchter ist der Fall klar: Geblendet von den üppigen Reizen des blonden Giftes merkt der Greis nicht, dass seine jugendliche Landsmännin nur auf eine Scheinehe aus ist. Ziel: die in England erworbenen Ersparnisse des Alten und die Einbürgerung.

Doch allen Warnungen zum Trotz ehelicht der Greis seine junge Liebe. Und die beiden hochgebildeten Emigranten-Töchter Nadeshda und Vera treffen auf eine Überlebenskünstlerin ihresUrsprungslandes, die drastisch geschminkt und in ebenso hautenge wie farbenfrohe Fummel gehüllt die Verheißungen des Westens zu erlangen sucht. Die weiteren Geschehnisse geben dem einander nicht sonderlich zugeneigten Geschwisterpaar zunächst recht. Der dralle Vamp Valentina mutiert zum ebenso gierigen wie verlotterten Hausdrachen und heimst Satinwäsche, Elektrogeräte und Edelwagen ein, bis das nach wie vor verzückte Großväterchen am Rande des Ruins steht.

Doch die drohende Pleite und sein zunehmend vermüllendes Heim kann den verliebten Mann ebenso wenig stoppen wie erste tätliche Übergriffe seiner zunehmend ruppigen Angetrauten. Enthusiastisch schreibt er an einer Abhandlung über die Geschichte des Traktors in der Ukraine, die Auswirkungen des landwirtschaftlichen Geräts auf die Menschen und den Einfluss von Stalinismus und Nationalsozialismus inklusive.

Fast gelingt es den verbündeten Schwestern, die Ehe des ungleichen Paares annullieren zu lassen. Doch die Familienkrise wirbelt Verdrängtes und Verschwiegenes auf, das die Geschehnisse in differenzierterem Licht erscheinen lässt. Erst der Blick auf die Dinge der Vergangenheit macht klar, dass den Großvater nicht nur ein Testosteronschub zu seinem milden Verhalten gegenüber der raffgierigen Angetrauten veranlasst.

Lewycka gelingt es, mit der einfachen Beschreibung von Situationen zu vermitteln, dass die Dinge meist komplizierter sind als sie scheinen. Seite für Seite fügt sie der eigennützigen Sirene und dem gequälten Greis Facetten hinzu, die aus dem klischeehaften Schwarz-Weiß-Start eine tiefgründige Erzählung wachsen lassen.

Eben noch Leser einer fröhlichen Burleske, ist man plötzlich mitten drin in einer Familiengeschichte und der Geschichte eines Landes, denen es an Tragik und Furchtbarem nicht mangelt. Ohne bei einfachen Klischees zu verweilen, beschreibt Lewycka die familiären Reibereien so realistisch und lebensklug, dass man sie deutlich vor sich sieht und am liebsten mitdiskutieren würde. Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie hat bereits Dutzende Romane verfasst, doch erst die «Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch» fand einen Verleger. Absolut zu Recht: Dieser Traktor ist auf der Überholspur unterwegs und das Mitfahren unbedingt zu empfehlen!
Sprecher:
offen
Shelly Kupferberg
Matthias Walter
Daten zu Marina Lewycka:Vita: Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie hat bereits Dutzende Romane verfasst, doch erst die "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" fand einen Verleger. Absolut zu Recht: Dieser Traktor ist auf der Überholspur unterwegs und das Mitfahren unbedingt zu empfehlen!
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  • Veröffentlicht
    11. Januar 2015
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