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Hörspieldatenbank

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Hörspiel-Kalender
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Treffer 1 von insgesamt 14
Kriterien: Regisseur entspricht 'Eran Schaerf'- Suche nach Treffer irgendwo im Feld
Titel: 1001 Wirklichkeit Fortsetzungen eines unabgeschlossenen Romans
Autor: Eran Schaerf
Jacqueline Kahanoff
produziert in: 2014
produziert von: BR; Berlin Documentary Forum, Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Laufzeit: 115 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Bearbeitung: Andrea Thal
Inhalt: Tamra ist jüdischer Herkunft, in Indien geboren, besitzt einen britischen Pass und landet als Teenager im kolonisierten Kairo der 1930er Jahre, wo ihr Vater Geschäfte macht. Marcel Proust und George Sand sollen sie beflügeln, ja trösten, z.B. darüber, dass sie mit Khadri eine Liebe, aber keine Zukunft haben kann - weil er Ägypter moslimischer Herkunft ist? Und was ist Tamra? Kolonisatorin oder Kolonisierte? Tamra würde sagen: weder das eine noch das andere; Sie vielleicht: sowohl das eine wie das andere.

Jacqueline Kahanoff (1917-79) hat den Roman Tamra nicht abgeschlossen, vielleicht, weil er sich immer wieder in die Wirklichkeit fortgesetzt hat. Auf der Straße und im Buch, in Kairo und in Paris, in der Bibel und im Fernsehen - wie Tamra ist Kahanoff zwischen nahen und fernen Wirklichkeiten zerrissen. Was im Roman erfunden erscheint, wirkt in narrativen Essays und journalistischen Arbeiten der Autorin biografisch und dokumentarisch. Im Sprung zwischen Erzählformaten entwickelt Kahanoff das Modell einer Gesellschaft von Minoritäten, für den sie den Begriff Levantinismus, an dem die Erinnerung der historischen Kolonialgewalt haftet, wiederaneignet. Die kulturelle Verflechtung der Einwanderungsgesellschaft ist Kern des levantinischen Modells, dessen Erzählung die Weltereignisse nicht allein nach Abraham oder nach Jesus oder nach Mohammed datiert ... "wenn Gott nur ein bisschen eine Frau wäre."

Die levantinische Zuhörerin Kahanoff gehört mehreren Gemeinschaften an und kann nur im Überqueren der Grenzen zwischen Generationen, Klassen, Geschlechtern, Medien und staatlichen Territorien, Bericht erstatten. Dem Bild des Nationalstaats, der - so schreibt sie 1968 - durch Einwanderungen in Folge des Untergangs des Empires ohnehin bereits dabei ist, sich zu levantisieren, hält sie das Bild eines so definierten levantinischen Gesellschaftsmodells entgegen.

Orson Welles' fiktive Live Sendung War of the Worlds (1938) bewirkte in den USA neben Verwirrung über den Wahrheitsgehalt von Nachrichten und Hörspiel auch Vorschriften, die Live-Formate im Hörspiel verbieten. Demnach wären Hörspiele der inszenierten Fiktion und Nachrichten der Dokumentation verpflichtet. hör!spiel!art.mix ist ein knapp 2-stündiges, mit Hörspiel, Livebeiträgen und ohne Unterbrechung für die stündlichen Nachrichten programmiertes Format. Welches Erzählformat dokumentiert eine bestehende Gesellschaftsform, welche bringt eine neu hervor? Mit dieser Frage wird Tamra in 1001 Wirklichkeit fortgesetzt, um die Relevanz von Kahanoffs levantinischem Modell im postkolonialen Europa zu proben.
Sprecher:Pauline Boudry
Matthias Haase
Elfriede Jelinek
Christoph Jöde
Lara Körte
Leonhard Koppelmann
Bettina Lieder
Stephanie Metzger
Eva Meyer
Jonas Minthe
Uriel Orlow
Janina Sachau
Samuel Streiff
Katja Strippel
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 30.05.2014
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 2 von insgesamt 14
Titel: Die Stimme des Hörers
Auszeichnungen (2):Hörspiel des Monats: 3.2002
Hörspiel des Jahres: 2002
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2002
produziert von: BR; ZKM; intermedium 2
Laufzeit: 78 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: "Hier ist 'Die Stimme des Hörers', ein von einem automatischen Moderator betriebener Rundfunksender für Höreranrufe. 'Die Stimme des Hörers' sendet abwechselnd auf gekauften und nicht in Betrieb genommenen Frequenzen. Sie finden den Sender, indem Sie beim Zuhören auf der FM-Skala auf und ab wandern. Wenn es keine Anrufe gibt, schaltet der automatische Moderator um auf Sendersuche. In diesem Fall werden Sie hören, was immer in Ihrem Empfangsbereich zu finden ist. 'Die Stimme des Hörers' ist für den Inhalt der gesendeten Beiträge nicht verantwortlich. Die Sprache der Sendung, der Stil und die Länge des Gesprochenen hängen von den Hörern ab. Identifizieren Sie sich als ich, sie, er oder es - 'Die Stimme des Hörers' ist für die Wiedergabe von identifizierenden Angaben nur begrenzt eingerichtet. Ihr Beitrag wird nicht aufgezeichnet. Zwei Programme assistieren dem automatischen Moderator und können von Ihrem Beitrag aktiviert werden: das Register und der Index. Das Register beinhaltet Daten wie Namen von Personen, Orten, Kriegen, Zeitungen, sowie Szenario-Funktionen. Gelegentlich ersetzt das Register die Wiedergabe der Namen durch die Angabe Soundso, fügt zu den von Ihnen erwähnten Daten Alternativen hinzu, oder informiert Sie über weitere Nutzungsmöglichkeiten der 'Stimme des Hörers'. Der Index ist auf die Erkennung von Wortwiederholungen oder Wortkombinationen programmiert. Wenn er sie als einen Versuch erkennt, Ihrerseits eine Diskussion zu programmieren, meldet er die wiederholten Wörter und beginnt erneut mit dieser Ansage. Unmittelbar darauf wechselt 'Die Stimme des Hörers' die Frequenz. Die 'Stimme des Hörers' ist ein adressenloser Ort am Rande der Demokratie. Das Zielpublikum ist per definitionem nicht vorhanden. Der Sender wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Visacard-Inhaber-Clubs und der Gastarbeiter-Gesellschaft für Visa-Antragsteller. Um weitere Spenden wird nicht aufgerufen. Die 'Stimme des Hörers' im FM-Wechsel." (Die Stimme des Hörers, Ansage)
Sprecher:Peter Veit
ergänzender Hinweis: Laut dra ist dieses Hörspiel 40 Minuten lang, diese Fassung enthält ca. 2 Minuten Anmoderation, so dass ich davon ausgehe, dass die Fachquellen mal wieder nicht alles wissen ...
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 23.03.2002
Datenquelle(n): YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 3 von insgesamt 14
Titel: Die ungeladene Zeugin
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2011
produziert von: BR
Laufzeit: 43 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: "Wer? Ein israelischer Aktivist. Internationaler Presse zufolge handelt es sich jedoch um Robin Hood. Was? Ein Versuch, Militärbulldozer daran zu hindern, Häuser von palästinensischen Beduinen zu zerstören, Ausschreitung und Teilnahme an einer verbotenen Versammlung, sagt die Anklage. Wo? In Print- und Onlinemedien, teilweise auch in den von Israel besetzten Gebieten, in einem Distriktgericht in Jerusalem oder an der Grenze zwischen Märchen und Berichterstattung. Wo? In der israelischen Nachrichtenagentur gibt es keine "besetzten Gebiete". Es gibt "verwaltete Gebiete", "Judäa und Samaria", "die Gebiete" - hilfreiche Termini, um die Vorstellung zu bewahren, dass Israelis die Opfer sind und stets in Selbstverteidigung handeln. Wann? Das geht zurück auf die offiziellen Richtlinien der israelischen Rundfunkbehörde, die 1972 zusammengestellt und seitdem dreimal aktualisiert wurden. Darin wurde auch festgelegt, dass der Terminus "Ost-Jerusalem" nicht mehr gebraucht werden darf. Wo? Das frage ich mich auch. Folgt man der israelischen Presse, darf wohl der Aktivist in den besetzten Gebieten nicht agiert haben, folgt man der internationalen Presse, wäre er in einem Volksmärchen besser aufgehoben. Wie? Er legte sich vor die Bulldozer auf den Boden. Warum? Nicht aus politischer Überzeugung, aus Anstandsgefühl, sagt er. Woher? Er kam aus dem Irak nach Israel. Hintergründe? Die Sprache bedeckt nicht genau den Bereich, den sie bezeichnet - und stellenweise bedeckt sie ihn mit mehreren Falten. Manche Termini werden gebraucht, um einen Gegenstand zu verschleiern, andere werden nicht gebraucht, um seine Existenz zu leugnen. Zusammenhänge? Perverse Verbindungen zwischen Zensur und Poesie. Nähere Einzelheiten? Einen israelischen Aktivisten als "Robin Hood der Westbank" zu bezeichnen, setzt lediglich jene israelische Politik fort, die die Zukunft der palästinensischen Territorien als Volksmärchen erzählt, sagt Rotkäppchen in einem Interview. Wer? Rotkäppchen, die Märchenfigur. Wann? Nachdem sie begonnen hat, außerhalb von Märchenformaten zu agieren.



Wo? Bereits in einer italienischen Version des Rotkäppchen-Märchens gelingt es der Protagonistin durch eine List, sich selbst zu retten, statt dem Jäger überantwortet zu sein. Als bei ihrer Animation für eine US amerikanische Action-Comedy ein Fehler auftritt, beginnt das Mädchen sich in Tagesaktualitäten einzumischen. Wie? Sie findet Gefallen an der Vorstellung, dass sie die Rolle des Opfers nicht mehr zu spielen hat. Ob sie bei dem Prozess gegen den israelischen Aktivisten die ungeladene Zeugin spielen wird, teilte der Bayerische Rundfunk nicht mit. Hört sich das wie Nachrichten an? Vielleicht ist es ein Hörspiel." (Eran Schaerf)
Sprecher:Achim Bogdahn
Marina Marosch
Silvie Sperlich
Peter Veit
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 4 von insgesamt 14
Titel: Doppelbesetzung
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2015
produziert von: BR
Laufzeit: 51 Minuten
Genre: Klangkunst
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Die Stimme des Hörers ist ein Sender für Hörer*innenanrufe, der von einem Software-Programm betrieben wird. In seinem Online-Studio bietet der Sender Hörer*innen an, Geschichten aus ihrem Alltag auf Sendung wiederaufzuführen. Dieses Angebot wird von den Hörer*innen unterschiedlich aufgenommen – als die Möglichkeit, eine versäumte Sendung nachzuholen, sich auf eine Zeitreise zu begeben oder der Zeit ganz und gar zu entfliehen. Eine der Hörerinnen verspricht sich von diesem Angebot die Gelegenheit, ihre Geschichte hinter sich zu lassen. Wie jedes Softwareprogramm meldet sich Die Stimme des Hörers, sobald Anwendungen Risiken enthalten.     "Wenn Sie ihre Geschichte verlassen, können bei der Aufnahme Fehler auftreten [...] Fehler 567: Doppelbesetzung. Sie sind diejenige, die berichtet, und diejenige, von der berichtet wird." Die Stimme des Hörers Auf Sendung erfährt die wiederaufführende Hörerin, dass sie ihre Geschichte nur verlassen kann, um in einer anderen zu sein. Sie wird doppelt besetzt – von ihrer alten und von ihrer neuen Geschichte. Doppelbesetzung erzählt von dieser Begegnung des menschlichen Gedächtnisses mit dem Cyberradio als Aufführungsort.
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 04.09.2015
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 5 von insgesamt 14
Titel: Europa von weitem
Autor: Eva Meyer
Eran Schaerf
produziert in: 1999
produziert von: BR
Laufzeit: 73 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Komponist: Inge Morgenroth
Inhalt: In einem Museum soll eine Ausstellung stattfinden mit dem Titel: 'Porträts einbalsamierter junger Frauen'. Es werden Frauen gesucht, die in die Rolle der Museumsexponate schlüpfen sollen. Die Darstellerinnen arbeiten sich ein, sie beginnen, eigene Geschichten zu entwickeln, sie 'werden' die dargestellten Personen. Über dieser Debatte verwirrt sich die anfangs reale Situation immer mehr. Es kommt zu unerwarteten Konfrontationen und Widersprüchen zwischen der eigenen Erinnerung und den vorgegebenen Bildern. Die Frauen werden zu Projektionen, die sich zu verschiedenen Zeiten zwischen Amerika und dem Nahen Osten aufhalten und - von weitem - Europa heißen. Doch schon mit der Benennung wird die Grenze zwischen Vorstellung und Wirklichkeit durchlässig. Nun sind sie Medien-Doubles von Europäerinnen, die zwischen ihrer Repräsentation als Frau und ihrer tatsächlichen Existenz wechseln. Bin ich Europäerin oder stelle ich sie dar oder stelle ich dar, wie ich eine darstelle? So aber läßt sich Geschichte nicht erzählen. Die Frauen geben schließlich ihre Rolle als Identitätsträger auf. Als Werbeträger vermarkten sie ihre Projektion, damit sich endlich die Geschichte abspielen kann... "Doch woran halten sich Europäer, die keinem europäischen Staat angehören? Sicher nicht an den Mythos eines vergangenen Europas, sondern an das Erfinden eines zukünftigen" (Eva Meyer und Eran Schaerf). 'Europa von weitem' wurde zugleich als Film realisiert.
Sprecher:Eva Meyer
Daten zu Eva Meyer:geboren: 1950
Vita: Eva Meyer wurde 1950 in Freiburg geboren. Sie lebt heute in Berlin und ist Schriftstellerin, Philosophin und Filmemacherin. Einige ihrer Werke sind "Versprechen. Ein Versuch ins Unreine" (1984), "Die Autobiographie der Schrift" (1989) oder "frei und direkt" (2010).
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 21.11.1999
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 6 von insgesamt 14
Titel: FM-Scenario - Die Stimme des Hörers - Benutzerinnen
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2014
produziert von: BR
Laufzeit: 56 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Seit Januar 2013 ist fm-scenario.net online. Das öffentlich zugängliche Online-Studio bietet Benutzerinnen an, Fragmente aus Eran Schaerfs Hörspielarbeit zu neuen Erzählungen zusammenzustellen. Eine Auswahl von acht englisch- und deutschsprachigen Benutzerinnen-Montagen aus dem Online-Studio bildet den Kern dieser Sendung. Sie wurden zusammengestellt von Transmedia-Figaro, bastian_996, still searching, cut 1, Curation compilation, drawn person, im bild und Jean. Kennzeichnend für diese Erzählungen ist ihre Kombinatorik, die sich die Kombinatorik vorhandener Medienlandschaften aneignet, um Begriffe wie 'aktuell', 'live', oder 'Ereignis' in Frage zu stellen. Um die Kombinatorik des Radios und das mit ihr einhergehende Montageprinzip der Wirklichkeit zu verstehen, genügt es, zwei aufeinander folgende Nachrichtensendungen zu hören. Bei der zweiten Sendung kommt bald das Gefühl auf, einen Teil davon in der Sendung davor bereits gehört zu haben. Die wiederholte Meldung aktualisiert die erste, stellt zugleich das besprochene Ereignis in den Kontext anderer Meldungen und - je nach Tageszeit - anderer Sendungen. Folgte am Vormittag auf die Nachricht eine Verkehrsinfo, so ist es abends eher ein Konzert. Der Reihenfolge von Sendungen liegt ein abstrakter Montagebegriff zugrunde, da sie in Unkenntnis ihres konkreten Inhalts festgelegt werden - sie sind Programm. Da der Veröffentlichungskontext einer Meldung Teil der Meldung ist, nehmen Programmleiter an der Autorschaft jedes gesendeten Inhalts teil. Diesen Montagebegriff, der mit Programmgestaltung zusammenfällt und jede Autorin eine Co-Autorin werden lässt, führt das Projekt FM-Scenario wieder auf. Wenn Hörerinnen auf fm-scenario.net Fragmente aus unterschiedlichen (fiktiven) Sendungen in eine Reihenfolge setzen, sind sie Programmgestalterinnen. Eran Schaerf geht es dabei um das narrative Potential, das in der Kombination von Sendeformaten und in der Co- Autorschaft von einander unbekannten Autorinnen und Hörerinnen liegt. Die dabei entstehenden Montagen können als Radioerzählungen bezeichnet werden. Nicht weil sie von dem fiktiven Radiosender Die Stimme des Hörers erzählen oder von einem weniger fiktiven Sender wie dem Bayerischen Rundfunk gesendet werden, sondern weil der Montagebegriff des Radios diesen Erzählungen immanent ist. Nach FM-Scenario heißt Radiohören nicht diese oder jene Sendung hören, sondern über Sendungen hinaus und in andere hinein hören.
Sprecher:Pauline Boudry
Peter Veit
Samuel Streiff
Franziska Ball
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 11.04.2014
Datenquelle(n): dra
YaGru
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 7 von insgesamt 14
Titel: fm-scenario - Sendesprache - verdeckte Operation - Ansage - Fehler
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2013
produziert von: BR
Laufzeit: 48 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Dieses Hörspiel wird nach den Nachrichten gesendet, dazwischen könnte folgendes Gespräch stattfinden:

Niklas Luhman: Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien. Eran Schaerf: Und woher wissen die Massenmedien das, was sie wissen? Bürgerjournalist (der nicht genannt werden möchte): Von uns. Eran Schaerf: Wer sind wir? Die Stimme des Hörers: Sender und Hörer zugleich. Wir sind die Nicht-Genannten.

"Bekannt für seine Höreranrufe, die von einem automatischen Moderator moderiert werden, bietet Die Stimme des Hörers nun seinen Hörern die Möglichkeit, eigene Nachrichten zu generieren. Wer sich dafür noch auf der einen oder anderen Pressekonferenz informieren will, aber keinen Presseausweis besitzt, kann sich durch eine Programmfunktion namens Maske einen Zugangscode erstellen und unbemerkt dabei sein. 'Es handelt sich um eine Art Radio-Ticker des Bürgerjournalismus', sagt ein Sprecher des Verbands Europäischer Nachrichtenagenturen, der nicht genannt werden möchte. 'Das ist in Zeiten der Krise der Nachrichtenmedien durchaus sinnvoll. Fragwürdig ist jedoch, dass Die Stimme des Hörers keinerlei Hierarchie zwischen Informationsquellen anstrebt. Hörer werden Berichterstatter und umgekehrt - jeder hat Zugang zu dem Cloud Server des Senders, kann sich dort bedienen, eigene Berichte verfassen und ist bereits während seiner Suche auf Sendung.'"

Das hört sich wie Demokratie an. Sie scheitert spätestens, wenn sie Programm wird und von dem automatischen Moderator eine Stimme erhält: "Ich verstehe Sie nicht. Sie sprechen in einem unbekannten Format. Sie haben das Format Nachrichten eingestellt und sprechen von sich. Oder wollten Sie eine private Nachricht verfassen?"

Während Die Stimme des Hörers eine Fiktion bleibt, in der die Montage der Wirklichkeit durch die Massenmedien wiederaufgeführt wird, bietet das Online-Studio fm-scenario.net Nutzerinnen die Möglichkeit, narrativer Module aus Eran Schaerfs Hörspielarbeit zu ihrer eigenen Version der Stimme des Hörers zusammenzustellen.

fm-scenario - Sendesprache - verdeckte Operation - Ansage - Fehler wurde von Inke Arns, künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein Dortmund, zusammengestellt. Das Hörspiel bildet gleichzeitig den Ausgangspunkt für Eran Schaerfs Ausstellung im Hartware MedienKunstVerein, Dortmund (16. Februar bis 1. April).

fm-scenario - Die Stimme des Hörers ist ein intermediales Projekt, das sich über die Website, Sendungen, Ausstellungen und Publikationen realisiert. Eine Kooperation von: BR Hörspiel und Medienkunst; A Production e. V., Berlin; Hartware MedienKunstVerein, Dortmund; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Les Complices, Zürich; Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt; ZKM, Karlsruhe; Kulturstiftung des Bundes
Sprecher:Peter Veit
Franziska Ball
Pauline Boudry
Achim Bogdahn
Marina Marosch
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 22.02.2013
Datenquelle(n): dra
Audiopool-Angebot: (*)Bayerischer Rundfunk, München
letzte Bearbeitung: YaGru (X)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 8 von insgesamt 14
Titel: fm-scenario - szenischer Alltag - Geschlecht - Rotkäppchen - Realitätswettlauf
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2002
produziert von: BR
Laufzeit: 36 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Eine Hörerin (kann auch ein Hörer sein) loggt sich bei der Stimme des Hörers ein - einem Radiosender für Höreranrufe, der von einem automatischen Moderator betrieben wird. Um die Registrierung erfolgreich abzuschließen, fehlt dem Programm noch die Angabe zum Geschlecht. "Zeit überschritten", meldet das Programm, "Sie haben sich weder mit männlichem noch mit weiblichem Geschlecht registriert. Wollen Sie für ein neutrales Objekt gehalten werden? Ja. Nein. Weiter." Lange kann der automatische Moderator auf die Angabe nicht warten - wir sind auf Sendung und auf Sendung gilt: pausenlos. Die Angabe aber lässt auf sich warten. Dass jemand länger als soundso viele Sekunden brauchen würde, um das eigene Geschlecht anzugeben, war bei der Programmierung des Moderators offenbar nicht vorgesehen. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als auf Sendersuche zu gehen. So wurde er für den Fall programmiert, dass sich kein Hörer meldet: er sucht den Empfangsbereich nach Sendungen ab und sendet sie mit. Das ist zwar illegal, aber in der Fiktion noch gestattet. Es folgen Nachrichten (Charaktertrainer des BND sagt vor Gericht aus), Anrufe weiterer Hörer (Überprüfen Sie Ihren Zugriff auf die Welt) oder das Gespräch zwischen Mutter und Kind (Mama, warum hast du mich als Rotkäppchen verkleidet?). Würde der Moderator verstehen, was er zur Sendung bringt, würde er auch verstehen, dass Geschlecht keine Sache der Angabe ist, sondern Aufführung von Rollen. Gelegentlich handelt es sich dabei um eine publikumslose Aufführung. Die Welt ist vielleicht eine Bühne, doch für so manche Aufführung werden die Eintrittskarten nie gedruckt (das würden der Charaktertrainer und Rotkäppchens Mutter auch gar nicht wollen). Der Moderator versteht nicht die Welt, die er zu moderieren programmiert wurde. Das ermöglicht ihm, seine Macht über die Hörerin auszuüben, die ihn samt seiner Geschlechtskategorien los zu werden versucht. Dazu kann er nur sagen: dafür bin ich nicht programmiert. Während Die Stimme des Hörers eine Fiktion bleibt, in der die Montage der Wirklichkeit durch die Massenmedien wiederaufgeführt wird, bietet das Online-Studio fm-scenario.net Nutzerinnen die Möglichkeit, narrativer Module aus Eran Schaerfs Hörspielarbeit zu ihrer eigenen Version der Stimme des Hörers zusammenzustellen. " fm-scenario - Realitätswettlauf" wurde von Margit Rosen, Kuratorin am ZKM Karlsruhe, aus www.fm-scenario.net zusammengestellt. fm-scenario - Die Stimme des Hörers ist ein intermediales Projekt, das sich über die Website, Sendungen, Ausstellungen und Publikationen realisiert. Eine Kooperation von: BR Hörspiel und Medienkunst; A Production e. V., Berlin; Hartware MedienKunstVerein, Dortmund; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Les Complices, Zürich; Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt;
Sprecher:Achim Bogdahn
Pauline Boudry
Marina Marosch
Silvie Sperlich
Peter Veit
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 21.06.2013
Datenquelle(n): dra
letzte Bearbeitung: YaGru (X)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 9 von insgesamt 14
Titel: fm-scenario - Vielleicht-Identität - Darstellerlose Aufführung
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2013
produziert von: BR
Laufzeit: 58 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Im Englischen wird die Bühne im Theater gewöhnlich vom Standpunkt des Zuschauers beschrieben, im Französischen vom Standpunkt des Schauspielers. Wenn beide Beschreibungskonventionen im Spiel sind, wie im fm-scenario, entsteht ein Konflikt: "Der Bühnenraum kann nicht dargestellt werden - er entsteht", sagt Peter Steckroth am Ende eines Interviews mit Eran Schaerf, das so begann:

Auf der Website fm-scenario.net bist du mit über 200 Audiofragmenten konfrontiert. Daraus hast du 27 gewählt und dieses Hörspiel zusammengestellt - wie bist du bei der Auswahl vorgegangen?

Zuerst einmal chaotisch. Ich ließ mich treiben und verbrachte Stunden beim Hören. Dann ergab sich der Zufall, dass ich auf Module stieß, die ich bereits gehört hatte. So begann ich mich mit dem einen oder anderen Modul anzufreunden. Mich trieb der Gedanke an, dass die Kombination von Modulen nicht nur den Charakter einer möglichen Narration versprach, sondern ich mich plötzlich selbst in der unvorhersehbaren aktiven Rolle wiederfand, als Hörer und Sprecher zugleich.

Hatte diese Hörer-Sprecher-Rolle Einfluss darauf, wie du dir ein Thema vorgenommen hast?

Ein Thema wäre eine Sackgasse. Die Sprache der fm-scenario-Module funktioniert eher über Verweise, wie die Orientierung in einer Stadt über Merkmale. Du wirst nach deiner Identität gefragt, deinem Aufenthaltsort oder ob du "in der Sendung wohnen" möchtest. Stadt, Bühne, Sendung ... Beim Zuhören wandert man in deiner Montage durch Räume und Standpunkte - Kann man von einem Ort des Geschehens sprechen?

Ich denke da an die Bühne im Französischen und Englischen und höre die Module aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Das lässt den Wechsel von Kartografie über Verortung zu Identitätsfragen zu. Der Raumwechsel ist das Geschehen. Wenn auf die Ullsteinhaus-Reportage Larissa Reissners, die die Mechanismen der Illustrierten offenlegt, ein nicht darstellbarer Raum folgt, entsteht ein Verhältnis zwischen der Raumkonstruktion in Illustrierten und dem Raum des Hörers. Ist die Illustrierte die Bühne, oder steht der Hörer ebenfalls darauf?

fm-scenario - Vielleicht-Identität - Darstellerlose Aufführung wurde von Peter Steckroth, Künstler und Mitglied der Gruppe Jochen Schmith, zusammengestellt. Das Hörspiel bildet den Ausgangspunkt für Eran Schaerfs Ausstellung im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt (14. September-10. November 2013).
Sprecher:Franziska Ball
Achim Bogdahn
Pauline Boudry
Marina Marosch
Silvie Sperlich
Peter Veit
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 13.09.2013
Datenquelle(n): dra
letzte Bearbeitung: YaGru (X)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 10 von insgesamt 14
Titel: fm-scenario/...
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2012
produziert von: BR
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Willkommen im fm-scenario.net - dem Online-Studio der Stimme des Hörers. Die Sendung, die Sie hören wollen, konnte nicht fertig gestellt werden. Sie ist auf Ihre Mitwirkung angewiesen. Im Online-Studio finden Sie Fragmente, die in dieser Sendung vorkommen können: Höreranrufe, Features, Hörfilme, Nachrichten & Blog- Post. Der Verlauf der Sendung hängt von Ihrer Montage ab. Loggen Sie sich ein und stellen Sie Ihren Mix zusammen.

fm-scenario.net ist ein öffentlich zugängliches Online-Studio, ein Passwort ist nicht erforderlich. Im Online-Studio können Nutzerinnen ihre eigene Version der Stimme des Hörers zusammenstellen, downloaden, mit anderen Nutzerinnen teilen und zur Sendung bringen. Ab dem 15. August ist fm-scenario.net online. Eine der Nutzerinnen-Montagen, die bis zum 30. August auf fm-scenario.net gespeichert werden, wird am Samstag, den 1. September, 15 Uhr 05 ausgestrahlt. Ihre Montage wird ausgestrahlt. Für die heutige Sendung wurde die Montage einer anderen Nutzerin ausgewählt. Weitere Sendetermine von Nutzerinnen-Montagen werden in der nächsten Ausgabe des Programmhefts vom BR/Hörspiel und Medienkunst bekanntgegeben.

Beachten Sie, dass es sich bei Montagen, die auf fm-scenario gemacht werden, um Radiogeschichten handelt. Das heißt nicht viel mehr als dass Sie möglicherweise das eine oder andere Fragment bereits schon einmal gehört haben. Wenden Sie deshalb nicht gleich die Funktion an. Was neu ist, was alt, ist in Massenmedien lediglich eine Frage der Kombination. Machen Sie sich an die Montage und erleben Sie selbst, wie eine Nachricht vom Ende einer Geschichte der Beginn einer anderen sein kann. Aktuell ist, was sich recyceln lässt.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie auf fm-scenario.net gehen, werden Sie gefragt, wo Sie sind. Wählen Sie <Exit>. Ansonsten beginne ich erneut mit dieser Ansage. Ich kann nichts dafür, ich wurde auf Wiederholung eingestellt. Willkommen im fm-scenario.net - dem Online-Studio der Stimme des Hörers. Die Sendung, die Sie hören wollen --
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
letzte Bearbeitung: YaGru (X)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 11 von insgesamt 14
Titel: Heute ist Mittwoch, der 10. Dezember
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2009
produziert von: BR
Laufzeit: 46 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Zwei Minuten Stille im Radio, ihre Vorgeschichte und ihre Folgen. Vielleicht waren es auch drei Minuten, jedenfalls war es pünktlich 9 Uhr morgens und manche HörerInnen erwarteten die Nachrichten. Heute würden sie den Sender wechseln oder ins Netz gehen, aber es ist 1990 und in Deutschland gibt es gerade mal einen Privatsender und wenig im Netz. Konnte deshalb die Nachricht, dass es keine Nachrichten gab, eine Nachricht werden? Ja, aber nicht allein. Dazu gehört das Zusammenspiel zwischen den Erwartungshaltungen der Hörer, dem Selbstbild des Senders und nicht zuletzt der Berufsethik eines Nachrichtensprechers. "Heute ist Mittwoch der 10. Dezember" sagten am Tag der Aufnahme des Hörspiels zahlreiche Nachrichtensprecher zu Beginn ihrer Sendungen. Das sagen sie so. Gertrude Stein sagt, "die Irländerin kann sagen, dass heute jeder Tag ist, Caesar kann sagen, dass jeder Tag heute ist und sie sagen, jeder Tag ist wie sie sagen." Sagen wir so, der 10. Dezember ist der 13. September, besonders wenn nichts gesagt wird. "München. Sprecher schlief ein, keine Nachrichten im Bayerischen Rundfunk. Der Vater eines 2jährigen Kindes habe eine unruhige Nacht gehabt, da der Nachwuchs an einer fiebrigen Erkältung leide und mehrfach aufgewacht sei." (dpa-Meldung vom 13.9.1990) Mit seinem neuen Hörspiel führt Eran Schaerf seine Auseinandersetzung mit den medialen Konstitutionen des Rundfunks fort. Bereits in seiner als Hörspiel des Jahres 2002 ausgezeichneten BR-Produktion "Die Stimme des Hörers" entwickelt er ein selbstreflexives Spiel mit dem Medium, indem er einen ortlosen automatischen Moderator einsetzt, der Höreranrufe sowie Sendematerial von Fremdstationen wiedergibt. Dabei führt er den Hörer durch den Frequenzwechsel zwischen Manipulation, Fiktion und Realität und eröffnet ihm den Raum für die irritierende Ungewissheit dazwischen. Damit entwickelt "Die Stimme des Hörers" eine Reflexion der eigenen Hörgewohnheiten und medialen Inszenierungen von Öffentlichkeit. Der automatische Moderator erhält seine Stimme von dem Nachrichtensprecher Peter Veit, der auch in Schaerfs folgenden hörspielästhetischen Verhandlungen des Radios immer wieder zu hören ist. So in "Sie hörten Nachrichten" (BR 2005), in dem die Wirklichkeit zu einer Montage von Möglichkeiten wird, um die Grenzen der Genres - der Nachrichten und des Hörspiels, der Wirklichkeit und der Fiktion - auszudehnen. Auch in Schaerfs im Februar dieses Jahres urgesendetem Nachrichten-Hörspiel "Nichts wie Jetzt" (BR 2009) hat Peter Veit eine Rolle übernommen. Mit "Heute ist Mittwoch der 10. Dezember" machen sich Eran Schaerf und Peter Veit daran, ausbleibende Nachrichten und ihre Kontextualisierungen wieder zu erzählen, wieder aufzuführen, wieder auszustrahlen.
Sprecher:Peter Veit
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 26.07.2009
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 12 von insgesamt 14
Titel: Ich hatte das Radio an
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2016
produziert von: BR
Laufzeit: 31 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Komponist: Normal Love
Pauline Boudry
Ben Kaan
Inhalt: Das Hörspiel Ich hatte das Radio an ist ein Mitschnitt aus einem zukünftigen, post-redaktionellen Radiosender. Die Rolle der Nachrichtenredaktion übernimmt dabei ein Software-Programm, das Nachrichten aus einem Nachrichtenpool zusammenstellt. Wie Google weiß das Programm, wofür sich der Hörer interessiert, und stellt - je nach Ortung des Hörers - die Nachrichten zusammen, die für den betreffenden Empfangsradius des Hörers aktuell sein sollen. Das Prinzip ist also nicht: "ein Brand nebenan ist interessanter als ein Krieg weit weg", sondern: Schlagwörter, Tags und Links. "Kritiker des programmierten Nachrichtenpools", heißt es in dem Hörspiel, "unterstellen dem Sender eine zeitübergreifende thematische Zusammenstellung von Meldungen, die historische Ereignisse unterschiedlichster Epochen zufallsautomatisch ins Verhältnis zueinander setzt." Ja, die Vergangenheit meldet sich wieder und auch Mauricio Kagel, der Gegenwart zur Zufallskultur erklärte.
Sprecher:Tim Heller (Notdienstsprecher Paul Esterhazy)
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 23.09.2016
Datenquelle(n): dra
YaGru
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Treffer 13 von insgesamt 14
Titel: Nichts wie Jetzt
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2009
produziert von: BR
Laufzeit: 37 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: "Willkommen im Interface-Studio der zusammengeschlossenen Sendeanstalten. Hier können Sie Geschichten aus Ihrem Alltag aufführen und Sie sind live auf Sendung. Um sich zu registrieren, geben Sie -Empfänger unbekannt' oder -Miss Test' ein. Wiederholen Sie Ihre Eingabe um sich aus dem Empfangsbereich zurückzuziehen. Wenn Sie nichts tun, schaltet sich die Aufnahmefunktion innerhalb von 59 Sekunden automatisch aus", sagt ein Moderator in automatischem Ansageton und erklärt damit die Spielregeln für Eran Schaerfs neues Hörspiel. Eine Hörerin loggt sich ein und stellt sich und ihren Mann als ausgewanderte Figuren einer englischsprachigen Geschichte vor. Da sie nicht als solche erkannt werden wollen, beschließen sie, sich für die deutschsprachige Sendung umzubenennen. Wie auch immer sie heißen werden - mit der Vorstellung eines neuen Namens versuchen sie, ihre Rolle als Figuren einer Geschichte mit der Rolle realer Personen zu tauschen. In der Geschichte gab es in der Nachbarwohnung eine Schlägerei. Die Frau hörte Schreie, intervenierte jedoch nicht, da sie damit zugegeben hätte, ihre Nachbarn belauscht zu haben. Von der Wiederaufführung dieser Szene für die Sendung verspricht sie sich die Möglichkeit, die Handlung, zu der sie in der Geschichte nicht in der Lage war, live nachholen zu können. Doch bereits bei der Eingabe der Geschichte treten Fehler auf: "Fehler 111: Es gibt Figuren, die in der Sprache beheimatet sind, aber eine Kurzgeschichte ist nicht ein Land, aus dem man auswandern kann. Fehler 243: Geschlechtsmerkmale unberechenbar. Fehler 576: Doppelbesetzung. Sie sind diejenige, die berichtet und diejenige, von der berichtet wird." Wie in der Geschichte, so funktioniert auch in der Sendung die Übertragung nicht einwandfrei, da das Radiogerät der leidenschaftlichen Radiohörerin gelegentlich Gespräche aus Nachbarwohnungen überträgt - oder heimliche Telefonate von Haushälterinnen während ihre Arbeitsgeberinnen nicht zuhause sind, auch Bekundungen von Magenbeschwerden, sinnlicher Liebe, abgrundtiefer Eitelkeit, Vertrauen, Verzweifelung und Erläuterungen zur Heimvorführung eines Urlaubsfilms. Ob der Nachbar für die Sendung seine Frau noch einmal schlagen würde? Ob die Nachbarin dann die Treppe hinauflaufen würde, um zu helfen? Diese Vorstellung ruft in ihrem Gedächtnis zunächst eine andere Geschichte ab, in der sie selbst einer Macht unterworfen war und ein Opfer von Gewalt wurde. Gespalten zwischen der Opferrolle, die sie in der einen Geschichte einnehmen musste, und der Machtposition, die sie durch das Belauschen in der anderen Geschichte eingenommen hat, schiebt die Hörerin die Handlung auf. Eigentlich ist sie der Meinung, sie hätte die Funktion Schrittgeräusche-Treppe-Aufstieg aktiviert. Oder geht es in der Sendung doch um mehr, als was man hört? Ging der Moderator wirklich davon aus, dass sie die Treppe hinauflaufen würde?
Sprecher:Franziska Ball (Irene, später Moderator)
Pauline Boudry (Jim, später Irene)
Peter Veit (Moderator, später Jim)
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 22.02.2009
Datenquelle(n): dra
letzte Bearbeitung: YaGru (X)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Treffer 14 von insgesamt 14
Titel: Sie hörten Nachrichten
Autor: Eran Schaerf
produziert in: 2005
produziert von: BR
Laufzeit: 27 Minuten
Regie: Eran Schaerf
Inhalt: Schaerfs Hörspiel ist ein Nachrichtengedächtnis, das auch das Gewesene wieder mit Möglichkeit auflädt. Während wir zuhören, begreifen wir, wie etwas möglich wurde, und dass alles, selbst das, was wir gerade hören, möglich ist. In diesen Nachrichten geht es nicht darum, die Wirklichkeit, von der sie berichten, wahrscheinlich zu machen. Es geht darum, sie wieder möglich werden zu lassen durch eine Berichterstattung, die ihre Technik der Montage in den Vordergrund rückt. Die Wirklichkeit selbst wird zu einer Montage von Möglichkeiten, und das bedeutet, dass wir in sie eingreifen können. Schaerfs Nachrichten berühren allesamt gegenwärtige Konflikte, welche die Rechtsprechung in Frage stellen. Er kombiniert seine Nachrichten, unterbricht sie und erzählt dort weiter, wo die Grenzen der Genres, der Nachrichten und des Hörspiels, der Wirklichkeit und der Fiktion verwischen und unsere Maßstäbe ins Rutschen bringen.
Sprecher:Peter Veit
Daten zu Eran Schaerf:geboren: 1962
Vita: Eran Schaerf, geb.1962 in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin. Bildender Künstler. BR-Hörspiele u.a.: "Wie gesagt. Theater- oder Taxistück" (1997), "Sie hörten Nachrichten" (2005) "FM-Scenario" (BR 2012- 14), "1001 Wirklichkeit"(2014).
Erstsendung: 23.12.2005
Datenquelle(n): dra
YaGru
letzte Bearbeitung: YaGru (Y)Hinweise/Ergänzungen zu diesem Eintrag
Abfragedauer: 0,4720 Microsekunden.
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(Statistiken zu Auszeichnungen)
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  • Veröffentlicht
    11. Januar 2015
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